Josel, Sohn Henoch – 22. Jänner 1822

Josel, Sohn Henoch – 22. Jänner 1822

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Josel, Sohn Henoch, 29. Tevet 582 (= Dienstag, 22. Jänner 1822)

Grabstein Josel, Sohn Henoch, 29. Tevet 582 = Dienstag, 22. Jänner 1822
Grabstein Josel, Sohn Henoch, 29. Tevet 582 = Dienstag, 22. Jänner 1822

 

Die Grabinschrift

Inschrift Josel, Sohn Henoch: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] S(eine Seele) g(ing hinweg) am Tag 3 (= Dienstag), V(orabend) d(es Neumond)t(ages) Schvat 582 ינ יום ג ערח שבט תקפב
[2] n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). לפק
[3] Er kehrte zurück und ging in seine Wohnstätte und in sein Gebiet. ישב והלך למכונו ולגבולו
[4] In seinem Palast ruft alles: Ehre! ובהיכלו כבוד אמור כולו
[5] Das ist sein Anteil an all seiner Mühe. זה הוא חלקו מכל עמלו
[6] Für das ewige Leben möge ihm sein Verdienst vergolten werden. לחי עולמים ישלם גמולו
[7] E(s ist) d(er) Teure, d(er ehrbare) H(err) Josel, S(ohn des) H(errn) Henoch, s(ein Andenken) [z(um Segen)]. ה’ה’ היקר כ’ה יוזל ב’ה הענוך ז[(ל)]
[8] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצב”ה
 

Anmerkungen

Zeile 1: Da der Monat Tevet 29 Tage hat, gibt es im Monat Schvat auch nur einen Neumondtag, den 1. Schvat, der im Jahr 1822 Mittwoch, der 23. Jänner war. Todesdatum daher zweifelsohne: Dienstag, 22. Jänner 1822.

Zeile 2: Die übliche hebräische Abkürzung לפ”ק wird aufgelöst in לפרט קטן (lifrat katan) und bedeutet “nach der kleinen Zählung”, also dass der Tausender der Jahreszahl nicht geschrieben wird. Im konkreten Fall: 538 und nicht 5538.

Zeile 3: Vgl. Jeremia 31,17 וְשָׁ֥בוּ בָנִ֖ים לִגְבוּלָֽם “Die Kinder werden zurückkehren in ihr Gebiet”.

Zeile 4: Psalm 29,9 וּבְהֵיכָל֑וֹ כֻּ֝לּ֗וֹ אֹמֵ֥ר כָּבֽוֹד “In seinem Palast ruft alles: Ehre”, (selbstverständlich auf den Palast des Ewigen bezogen). Die Stellung der Wörter innerhalb des Verses ist verändert und dem Reim (auf “-o”) geschuldet.

Zeile 10: Die sogenannte Schlusseulogie (“das gute Wort am Ende der Inschrift”) ist eigentlich ein Zitat aus 1 Samuel 25,29, wo Abigail zu David sagt: “so soll das Leben meines Herrn eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen” וְֽהָיְתָה֩ נֶ֨פֶשׁ אֲדֹנִ֜י צְרוּרָ֣ה ׀ בִּצְר֣וֹר הַחַיִּ֗ים. Sie wird in Grabinschriften meist abgekürzt תנצבה.

 

Biografische Notizen

Elieser Chajim Österreicher, gest. 29. Ijjar 683 = Dienstag, 15. Mai 1923. Leider nicht im Sterbebuch Kobesdorf eingetragen.

 

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

 

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