Österreicher Elieser Chajim – 15. Mai 1923

Österreicher Elieser Chajim – 15. Mai 1923

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

Elieser Chajim Österreicher, 29. Ijjar 683 (= Dienstag, 15. Mai 1923)

Grabstein Elieser Chajim Österreicher, 29. Ijjar 683 = Dienstag, 15. Mai 1923
Grabstein Elieser Chajim Österreicher, 29. Ijjar 683 = Dienstag, 15. Mai 1923

 

Die Grabinschrift

Inschrift Elieser Chajim Oesterreicher: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ”נ
[2] ein lauterer und rechtschaffener Mann, makellos lebend, איש תם וישר הולך תמים
[3] alt und satt an Tagen, זקן ושבע ימים
[4] d(er ehrbare) H(err) כ’ה
[5] Elieser Chajim אליעזר חיים
[6] Österreicher, אסטרייכער
[7] a(uf ihm sei der) F(rieden). ע’ה
[8] E(s ging) s(eine Seele hinweg) zum Leidwesen seiner Familie י’נ לתאבון משפחתו
[9] am 29. Ijjar des Jahres 683 n(ach der kleinen Zeitrechnung). ביום כ”ט אייר שנת תרפג ל”
[10] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצב”ה
[11] D(er Name) s(einer Mutter) war Resl. ש’א ריזל
 

Anmerkungen

Zeile 1: Die Einleitungsformel wird im Hebräischen meist abgekürzt: פ”נ = פה נקבר “Hier liegt begraben”.

Zeile 2: Ijob 1,8 אִ֣ישׁ תָּ֧ם וְיָשָׁ֛ר “ein Mann, gerecht und redlich”.
Psalm 115,2: הוֹלֵ֣ךְ תָּ֭מִים “makellos gehend”.

Zeile 3: Genesis 35,29 זָקֵ֖ן וּשְׂבַ֣ע יָמִ֑ים “alt und Lebenssatt”.

Zeile 9: Das ל, in dem sowohl das פ als auch das ק angedeutet wird, ist eine typografische Ligatur, die dazu dient, die (häufiger vorkommende) Abkürzung לפ”ק “nach der kleinen Zeitrechnung” darzustellen. Man nennt es “Lamed-Pe-Kof” למד־פ״ק, ausgeschrieben למד לפרט קטן oder auch “Lamed mekuzéret” (abgekürztes Lamed, למד מקוצרת) bzw. “Lamed des prat katan” למד של פרט קטן. Meist wird dieses “Lamed-Pe-Kof” verwendet, um Buchstaben zu sparen, weil sich drei Buchstaben in der Zeile nicht mehr ausgehen etc. Die Abkürzung steht um anzudeuten, dass der Tausender der Jahreszahl nicht geschrieben wird. Im konkreten Fall: 683 und nicht 5683.

Zeile 10: Die sogenannte Schlusseulogie (“das gute Wort am Ende der Inschrift”) ist eigentlich ein Zitat aus 1 Samuel 25,29, wo Abigail zu David sagt: “so soll das Leben meines Herrn eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen” וְֽהָיְתָה֩ נֶ֨פֶשׁ אֲדֹנִ֜י צְרוּרָ֣ה ׀ בִּצְר֣וֹר הַחַיִּ֗ים. Sie wird in Grabinschriften meist abgekürzt תנצבה.

 

Biografische Notizen

Elieser Chajim Österreicher, gest. 29. Ijjar 683 = Dienstag, 15. Mai 1923. Leider nicht im Sterbebuch Kobesdorf eingetragen.

 

Personenregister jüdischer Friedhof Kobersdorf

 

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