Debora, Tochter des Abraham Mose – 19. Oktober 1838

Debora, Tochter des Abraham Mose – 19. Oktober 1838

Personenregister jüdischer Friedhof Salischtschyky

Debora, Tochter des Abraham Mose, 30. Tischre 599 (= Freitag, 19. Oktober 1838)

Grabstein Debora, Tochter des Abraham Mose, 30. Tischre 599 = Freitag, 19. Oktober 1838
Grabstein Debora, Tochter des Abraham Mose, 30. Tischre 599 = Freitag, 19. Oktober 1838, jüdischer Friedhof Salischtschyky, Foto: Dr. Hania Fedorowicz


Die Grabinschrift

Inschrift Debora1838: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] 599. תקצט
[2] H(ier liegt) b(egraben) eine a(ngesehene) Frau, Fr[au] פנ אשה ח” מר[ת]
[3] Debora, Tochter des MORE[NU] דבורה בת מו”[ר]
[4] Abraham Mose. אברהם משה
[5] Sie ver(starb) a(m Vorabend) d(es Neumond)t(ages) Cheschwan. נ”פ ע”ר”ח חשוון
[6] [I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens).] [תנצבה]


Anmerkungen

Der fünfarmige Leuchter (fünfarmige Menora) findet sich immer wieder auf Grabsteinen und symbolisiert die fünf Aspekte der Seele: נפש “die lebendige Seele”, רוח “die Seele, die von Gott eingehaucht wurde”, נשמה “der Atem des Lebens”, חיה “Leben” und יחידה “Einheit”. Die Kabbalisten verstanden diese fünf Namen der Seele als fünf verschiedene Ebenen der Seele, die untrennbar zusammengehören.
Der fünfarmige Leuchter befindet sich üblicherweise beim Platz des Kantors in der Synagoge für jene, die den Tod eines nahen Verwandten betrauern.

Betreffend die Bedeutung des Vogels bzw. der Vögel kommen zahlreiche Referenzen in Frage: Denkbar ist beispielsweise ein Bezug zum Phönix oder sinnbildlich zur menschlichen Seele.

Zeile 2: Babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 59b אשה חשובה u.a.

Zeile 3: MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 5: Der Monat Cheschwan hat zwei Neumondtage: den 1. Neumondtag = 30. Tischre (= 1838 der 19. Oktober) und den 2. Neumondtag = 01. Cheschwan (= 1838 der 20. Oktober). Meist wird entweder angegeben, um welchen Neumondtag es sich handelt, oder der Wochentag, woraus sich der Neumondtag (ob 1. oder 2.) ergibt. Beides ist hier leider nicht der Fall. Ich gehe davon aus, dass der 1. Neumondtag gemeint ist.

Zeile 6: Es muss hier die Schlusseulogie stehen.


Personenregister jüdischer Friedhof Salischtschyky


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