Brandl Josef / Brandl Pinchas Jehuda – 31. Oktober 1931

Brandl Josef / Brandl Pinchas Jehuda – 31. Oktober 1931

Josef Brandl / Pinchas Jehuda Brandl, 20. Cheschvan 5692 (Schabbat, 31. Oktober 1931)

  • Foto: Grabstein von Josef Brandl / Pinchas Jehuda Brandl, 20. Cheschvan 5692
  • Datenblatt Isidor Öhler: Josef Brandl / Pinchas Jehuda Brandl, 20. Cheschvan 5692
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Josef Brandl / Pinchas Jehuda Brandl, 20. Cheschvan 5692


Anmerkungen

Pinchas Jehuda Brandl wird laut hebräischer Inschrift (Zeile 1) am Sonntag, also tags darauf, begraben.

In Zeile 2 wird er als “alter Mann und satt an Tagen” איש זקן ושבע ימים bezeichnet.

Der hebräische Name seiner Mutter ist “Sara Rachel” שרה רחל.

Sein erster Vorname “Pinchas” פנחס findet sich als Akrostichon von Zeile 7 – 10, sein 2. Vorname Jehuda יהודא in Zeile 11, von Zeile 13 – 14 “Sohn (von)” בן, von Zeile 15 – 22 der Vorname seines Vaters “Kalonymus” קלונומס und in Zeile 23 der Familienname “Brandl” בראנדל.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Josef (Pinchas Jehuda) Brandl, wh. Mattersdorf, Gustav Degengase 17, Kaufmann, gest. 31. Oktober 1931 um 13 Uhr, mit 76 Jahren an Herzschwäche

Vater: Karl (Kalman) Brandl, gest. 11. April 1885
Mutter: Regina, geb. Pinkasz (weiland)

Bruder: Ignac (Natan) Brandl, gest. 07. April 1909

Ehefrau: Josefina (Zipperl) Brandl, geb. Pinkas, gest. 31. August 1934


Personenregister jüdischer Friedhof Mattersburg


3 Kommentare

  1. Von unserem Kommentator aus Israel, Herrn Meir Deutsch, bekamen wir die Information, dass Samuel Hirsch über Dr. Ernst Brandl schreibt. Ich gebe Hirsch hier zunächst wörtlich wieder (und danach die Korrektur der Tochter von Dr. Brandl!):

    Hirsch schreibt:

    Dr. Erno (Ernst) Brandl)
    After the war they came back to Mattersburg and reopened the family textile shop (it was managed during the German occupation by Ernst Steiger as Commissar). Later they moved to Vienna where Dr. Brandl was the “Mizrachi” representative in the Jewish community. He and his Wife passed away in Vienna and were buried there.

    Samuel Hirsch, Mattersdorf, Das Leben und der Untergang einer juedischen Gemeinde – Erinnerungen, Bne-Brak 2000 p.91

    According to Samuel Hirsch, his wife was nee FREI.

    Diese Angaben Hirschs sind nicht richtig und wurden von der Tochter von Dr. Brandl korrigiert:

    Mein Vater hat nach seiner Rückkehr 1945 nicht “ein Geschäft eröffnet”, sondern versucht, das Familiengeschäft weiterzuführen.
    Die Familie Brandl hatte seit – glaube ich – Mitte des l9. Jhd. ein Haus und in diesem ein Textilgeschäft, und zwar außerhalb der Judengasse, in der Gustav Degengasse.
    Dieses wurde von einem gewissen Ernst Steiger arisiert. Dieser flüchtete l944/45 nach Eferding, O.Ö.
    Als wir l945 zurückkamen, total mittellos, hat mein Vater dieses Geschäft wieder aufgebaut und bis l950 geführt.
    Dies war für uns die beste Möglichkeit, wieder Fuß zu fassen.

    Herr Hirsch verwechselte mich mit meiner Mutter! Der Mädchenname meiner Mutter war Rosenberg,
    Mein Mädchenname war Brandl, doch heirate ich l958 Robert Frey. (Mein Mann ist leider vor 3 Jahren verstorben)

    Sonst hat Herr Hirsch erstaunlich gut die Informationen zusammengestellt.

    Weiters schreibt uns Herr Meir Deutsch:

    It is surprising to read the gravestone of Karl Brandl. He is mentioned as:
    האלוף המרומם הקצין המפואר.
    According to Dr. Hans Paul (Mattersburg p. 197) and Dr. Fritz P. Hodick (p. 269) he was a ROSH HAKOL (Hakahal) – Gemeindeforsteher in 1845-1846, but both mention that he was “abgesetzt”. I do not know why. Do you?

    Dazu haben wir leider keine Informationen …

  2. Der jüngste Sohn von Josef und Josefine Brandl war Dr. Ernst Brandl.
    Er wurde am 08. Oktober 1900 geboren, ging in Budapest ins Gymnasium und studierte Medizin in Wien (ca. 1923 Promotion).

    Er heiratete 1933 Lilly Rosenberg (aus Ungavar, ursprünglich Ungarn, damals Tschechoslovakei, heute “Uzgorod” in der Ukraine), und sie lebten bis 1938 in Mattersburg. Die einzige Tochter wurde 1936 in Wien geboren. Sie lebt auch heute in Wien, hat 3 Söhne und war so freundlich, mir diese Informationen zu übermitteln.

    Die Familie flüchtete 1938 zu den Großeltern nach Ungvar (1939 kam Ungvar wieder zu Ungarn), musste aber von dort nach Budapest “übersiedeln”, wo sie – nach Internierungslager – ab März 1944 von einer christlichen Familie in ihrer Wohnung versteckt wurde.

    Ab Dezember 1944 (wegen der Bombenangriffe durfte die Familie nicht in der Wohnung bleiben) konnte sie durch gefälschte Dokumente die letzten 2 Monate in Pest überleben.
    Rückkehr nach Österreich: September 1945.

    Dr. Ernst Brandl verstarb am 06. Juni 1970 in Wien, seine Ehefrau im Dezember 1971.

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