Saler Abram – 10. April 1837

Saler Abram – 10. April 1837

Abram Hirsch Saler aus Stampfen, 05. Nisan 597 (= Montag, 10. April 1837)

א-L17 (Wachstein 743)


Die Grabinschrift

Inschrift Abram Saler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Grabmal des betagten H(errn) מצבת קבר הישיש ה’
[2] Abram Zvi, אברם צבי
[3] Saler a(us der) h(eiligen) j(üdischen Gemeinde) Stampfen. זאלר מק”ק שטאמפה
[4] Abraham ging zur Ruhestatt am ואברהם הלך למנוחה ביום
[5] Montag, dem 5. Nisan 597 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ב’ ה’ ניסן תקצ”ז לפ”ק
[6] Er war ein tugendhafter Mann, הוא היה איש כשר
[7] er hielt sich fern vom Bösen und tat Gutes und Aufrechtes. סר מרע ועשה טוב ויושר
[8] Weit stand sein Haus offen. לרוחה היתה ביתו
[9] Seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeiten. עומדת לעד צדקתו
[10] Seine Geschäfte verrichtete er redlich עסק במו”מ באמונה
[11] und es fand sich an ihm nichts zu klagen. ולא נמצא בו שום תלונה
[12] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצב”ה


Anmerkungen

Zeile 1: Genesis 35,20 הִ֛וא מַצֶּ֥בֶת קְבֻֽרַת־רָחֵ֖ל עַד־הַיּֽוֹם׃, “dort ist noch heute das Grabmal Rachels”.

הישיש: Abram Saler starb betagt.

Zeile 7: Ijob 1,1 u.a.: וְסָ֥ר מֵרָֽע׃ “und das Böse meidend”.

Zeile 5/6: Psalm 112,1 u.a. וְ֝צִדְקָת֗וֹ עֹמֶ֥דֶת לָעַֽד׃ “und seine Gerechtigkeit besteht auf immer”.

Zeile 10: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a “In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‘Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben’?…” בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es “… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.”
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128)


Biografische Notizen

Abram Hirsch Saler aus Stampfen, gest. 05. Nisan 597 = Montag, 10. April 1837.

Der Name “Saler” kommt in Stupava (Stampfen, Slowakei) vor, wird später gelegentlich zu “Seiler”. Es könnte sich eventuell um den Ehemann von Lyda/Liset Nasch und Vater von Karl Seiler, Rosalia Geiringer und Lipot Saler handeln.


Personenregister älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt


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