Phantasie-Hebräisch an prominentem Ort

Phantasie-Hebräisch an prominentem Ort

Verderbte Schreibung des Tetragramms
Lieben Dank an Dorothea Nicolai, die das Foto anlässlich der Premiere von “DeSacre” (Choreographie von Christine Gaigg, Kostüme von Dorothea Nicolai) am 24. April machte (und uns schickte) und erst nicht glauben konnte, was sie da sieht …


Verderbtes Hebräisch finden wir immer wieder auf alten Gemälden o.Ä. mit Motiven aus der hebräischen Bibel bzw. dem (christlichen) Alten/Ersten Testament. Überrascht hat uns aber doch die völlig absurde Schreibung des Gottesnamens (Tetragramm) im sogenannten “Auge der Vorsehung” über dem Altar in der Josephskapelle in der Hofburg in Wien, handelt es sich schließlich um den Betplatz der Monarchin Maria Theresia!
Zeigt die verderbte Schreibung Ignoranz? Ist sie Original oder im Zuge von Renovierungsarbeiten passiert? Oder gar Absicht, aber warum?

Die Josephskapelle, im Leopoldtrakt der Hofburg, gehört heute zu den Gemächern des österreichischen Bundespräsidenten.

Übrigens, die korrekte Schreibung des Tetragramms: יהוה (“JHWH”).

Update 20. Oktober 2023: Eine wunderbare Sammlung an Tetragrammatons in der Kunst hat Herr Nikodemus Löffelmann zusammengestellt:

List of Tetragrammatons in art in Austria.


Heute, am 18. Ijjar und 33. Tag des Omer-Zählens, ist Lag baOmer.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern
ein fröhliches Fest!,
Happy Lag-BaOmer! und
חג ל”ג בעומר שמח לכולם!


Ein Kommentar

  1. Unser geschätzter Blogkommentator aus Israel, Meir Deutsch, schickt uns ein schönes Bild von Lag BaOmer an der Westmauer in Jerusalem, mit den besten Wünschen für den heutigen Lag BaOmer!

    Außerdem schickt er uns noch eine Anmerkung zum Lag BaOmer in der ehemaligen jüdischen Gemeinde Mattersdorf/Mattersburg:
    “In Israel, on LAG BAOMER, we have Bon-Fires, in Mattersdorf they used to go on outings (TIYULIM), at some communities the children had Bows and Arrows on their outings”.

    Hier darf ich noch auszugsweise anfügen, was Max (Meir) Grunwald zu Lag BaOmer schrieb:

    Während in der Sefirazeit zur Erinnerung an ein großes Sterben unter den Schülern R. Akibas Trauer beobachtet wird, herrscht am 33. (l“g) Tage des Omerzählens (daher Lag baomer), an dem das Sterben aufhörte, laute Freude. Als Grund für dieses Sterben wird (Jewamot 62b) angegeben, dass sie einander nicht die gebührende Achtung zollten.
    An diesem Tage darf man wieder Hochzeiten abhalten und sich das Haar schneiden lassen. In den Schulen entfällt der Unterricht. Die Kinder schießen mit Pfeil und Bogen zum Andenken an den Krieg, den das von R. Akiba begeisterte Volk gegen die Römer geführt hat. Dieser Freudentag und die Ruine von Massada mit den Resten des römischen Umschließungswalles sind bis heute Zeugen der ruhmreichen letzten Kämpfe unserer Vorfahren um ihre politische Selbständigkeit. Die Knaben verfertigen selbst Bogen, Schwerter und Schießgewehre. Die Bogen werden aus spanischem Rohr gemacht, die Schwerter aus Holz geschnitzt; als Schießgewehr dient eine Zwirnspule, in deren Höhlung ein Hölzchen mit einem kugeligen Ende gesteckt wird. Darüber spannt man einen Streifen Gummi elasticum und befestigt ihn mit Bindfaden an der Spule. Als Geschoße dienen Erbsen. Mit derartigen Waffen kämpft man möglichst am Fuße eines Hügels, der den Berg Sinai vorstellt. Mit Hüten aus buntem Papier auf dem Kopfe wird exerziert, geschossen und gefochten.

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