Kastner Desider – 27. Dezember 1970

Kastner Desider – 27. Dezember 1970

Über die Kategorie “Bagatellen”

 

Desider (David Juda) Kastner, 29. Kislew 731 (= Sonntag, 27. Dezember 1970)

Der Grabstein befindet sich Zentralfriedhof Wien, Tor IV. Die Anfrage zur Übersetzung der Inschrift kam von Herrn Walter Kogler aus Bratislava.

 

Grabstein Desider (David Juda) Kastner, 29. Kislew 731 = Sonntag, 27. Dezember 1970, Foto: Walter Kogler
Grabstein Desider (David Juda) Kastner, 29. Kislew 731 = Sonntag, 27. Dezember 1970, Foto: Walter Kogler

 

Die Grabinschrift

Inschrift Desider Kastner 1970: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Ein lauterer und rechtschaffener Mann, gottesfürchtig und geliebt für seine Freundschaft, איש תם וישר ירא אלקים ואהוב על חבריות
[2] ein gerechter Mann, aus einer hohen Familie. איש צדיק ממשפחת רם
[3] H(ier liegt) [Siebenarmiger Leuchter] b(egraben) פ [מנורה] נ
[4] unser Lehrer, der Herr (MORENU) David Juda, Sohn des H(errn) Gerschon מוה”ר דוד יודא בן ר גרשון
[5] Kastner, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). קאסטנער ז”ל
[6] Der teure Mensch von vornehmer Herkunft, der das Kommende sehen konnte, האדם היקר אציל הנפש ורואה את הנולד
[7] dessen Gerechtigkeit strahlte wie der Himmelsglanz, שצדקתו זרהה כזוהר הרקיע
[8] trotz der schrecklichen Versuchungen, von denen er geprüft wurde. למרות הנסיונות האיומים שנבחן בהם
[9] Er ging in seine Welt am 29. Kislew 731 הלך לעולמו ביום כ”ט כסלו תשל”א
[10] zum Herzesleid seiner Tochter und seines Schwiegersohnes und aller seiner Bekannten. לדאבון לב בתו וחתנו וכל מיודעיו
[10] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[11] Der Name seiner Mutter war Lea. שם אמו לאה
 

Anmerkungen

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die hebräische Schrift ungewöhnlich viele Fehler, was die korrekte Schreibung der Buchstaben betrifft, beinhaltet. Stellenweise ist auf den ersten Blick gar nicht klar, was gemeint ist.

Zeile 1: Ijob 1,1 הָאִ֣ישׁ הַה֗וּא תָּ֧ם וְיָשָׁ֛ר וִירֵ֥א אֱלֹהִ֖ים “Es war dies ein gerechter und redlicher Mann, gottesfürchtig…”

Zeile 4: Den “MORENU”-Titel, den nur besonders gelehrte Männer erhielten, bezeichnet Bernhard Wachstein als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 7: Daniel 12,3 וְהַ֨מַּשְׂכִּלִ֔ים יַזְהִ֖רוּ כְּזֹ֣הַר הָרָקִ֑יעַ “Die Verständigen werden glänzen wie der Glanz der Himmelsfeste”.

Biografische Notizen

Desider (David Juda) Kastner, gest. 29. Kislew 731 = Sonntag, 27. Dezember 1970 in der Polyklinik Wien IX, letzte Adresse: Wien III, Baumgasse 4, begraben am Zentralfriedhof Tor IV, Gruppe 16b, Reihe 10, Grabnummer 9.

Mehr Informationen über sein Leben, siehe den Kommentar von Herrn Walter Kogler vom 13. März 2026.

Vater: Gerschon Kastner (weiland)

Ehefrau: Klara (Chaja) Kastner, geb. Jekeles, gest. 9. Jänner 1961, begraben neben ihrem Ehemann

 

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