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	<title>shoa &#8211; Der Transkribierer</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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	<title>shoa &#8211; Der Transkribierer</title>
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		<title>Erinnerung im Dreiländereck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 17:13:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[We remember]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Deutsch Jahrndorf &#8210; der östlichste Ort Österreichs, direkt an der slowakischen und ungarischen Grenze, 656 Einwohner:innen, für Durchreisende vielleicht ein wenig von &#8220;hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht&#8221;. Aber &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutsch Jahrndorf &#8210; der östlichste Ort Österreichs, direkt an der slowakischen und ungarischen Grenze, 656 Einwohner:innen, für Durchreisende vielleicht ein wenig von &#8220;hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht&#8221;.</p>
<p>Aber in Deutsch Jahrndorf gibt es seit heute 14 Uhr ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, in Deutsch Jahrndorf gedenkt man der Jüdinnen und Juden, die hier gelebt haben und in der Schoa ermordet wurden.</p>
<p>Es kamen viele Menschen, ältere und auch viele junge, die Kirche war stark vertreten, sehr schöne Reden des katholischen Pfarrers Günther Kroiss und der evangelischen Pfarrerin Silvia Nittnaus.</p>
<p>Besonders beeindruckend fand ich aber, dass die Initiative keine politische war, das Denk- oder Mahnmal daher auch keine Feigenblattfunktion haben wird. Die Initiative kam vom pensionierten Lehrer Erich Zechmeister, das Mahnmal selbst entwarf und fertigte der ehemalige Schuldirektor Konrad Schneider an:</p>
<p>Aus Schrauben und Federn von Eisenbahnschwellen wurde das Mahnmal hergestellt, in mühevoller Kleinarbeit befreiten die beiden Herrn mit Hilfe von Frau Schneider die Schrauben und Federn vom Rost und Herr Schneider konstruierte und fertigte das Mahnmal: es hat die Form eines Schofarhornes, ganz oben das Mundstück.</p>
<p>Dem Bürgermeister Gerhard Bachmann ist es zu verdanken, dass das Mahnmal einen prominenten Platz bekam, so, dass man es auch auf der Durchfahrt nicht übersehen kann.</p>
<p><figure id="attachment_19479" aria-describedby="caption-attachment-19479" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Mahnmal in Deutsch Jahrndorf, gefertigt von Konrad Schneider, Initiative: Erich Zechmeister" data-rl_caption="Mahnmal in Deutsch Jahrndorf, gefertigt von Konrad Schneider, Initiative: Erich Zechmeister" data-magnific_type="gallery" title="Mahnmal in Deutsch Jahrndorf, gefertigt von Konrad Schneider, Initiative: Erich Zechmeister"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf.jpg" alt="Mahnmal in Deutsch Jahrndorf, gefertigt von Konrad Schneider,  Initiative: Erich Zechmeister" width="1280" height="1707" class="size-full wp-image-19479" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf.jpg 1280w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf-1200x1600.jpg 1200w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf-600x800.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf-768x1024.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf-1152x1536.jpg 1152w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDeutschJahrndorf-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><figcaption id="caption-attachment-19479" class="wp-caption-text">Mahnmal in Deutsch Jahrndorf, gefertigt von Konrad Schneider,  Initiative: Erich Zechmeister</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Mag. Roman Kriszt, aus Deutsch Jahrndorf stammender und im Ort lebender Jurist und Historiker war historischer Berater des gesamten Projekts, recherchierte (ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist) und lieferte die Daten für das Mahnmal.</p>
<p>Heute hielt er die Rede und ich danke ihm wirklich sehr herzlich für die Erlaubnis, diese hier erstpublizieren zu dürfen:</p>
<div class="well well-sm">Sehr geehrte Damen und Herren,
<p>ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Deutsch Jahrndorf. Es hat sicher etliche im Ort gegeben, die sich gefragt haben: Opfer? Welche Opfer? In Deutsch Jahrndorf gab es keine jüdische Gemeinde, sonst ist auch nichts bekannt, was soll es denn hier für Opfer gegeben haben?</p>
<p>Ein Thema, über das lieber geschwiegen wurde, über das man kein Wort mehr verlieren wollte. Bis es dann jetzt, nach fast 80 Jahren vergessen war, dass der Terror des NS-Regimes auch bis hierher, bis in das kleinste Dorf hinein gereicht hat. Erst wenn man in vorhandenen Quellen forscht, stößt man dann doch auf die Opfer aus Deutsch Jahrndorf:</p>
<p>Zwei Personen aus dem Ort sind den Euthanasie-Aktionen der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen. Unter dem Begriff Euthanasie – wörtlich übersetzt „der gute Tod“ – kann man sich kaum etwas vorstellen. Sprache kann gut verschleiern und verbergen, hier waren die Nazis sehr gut darin.</p>
<p>Man kann aber auch ganz brutal und einfach sagen, was es wirklich war: Industrieller Massenmord. In Schloss Hartheim in Oberösterreich wurden 30.000 Personen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychischen Erkrankungen ermordet. Vergast. Aus Deutsch Jahrndorf waren dies:</p>
<ul>
<li>Maria Meidlinger, geboren 1890 in der Söllnergasse 4; von Beruf war sie Köchin; in ihrem Krankenakt wird sie als „unstet“ bezeichnet, was immer auch damit gemeint ist. Im Juni 1940 wurde sie von Mauer-Öhling nach Schloss Hartheim gebracht und dort ermordet. </li>
<li>Ludwig Nagy, geboren 1909 am Karlhof, Landarbeiter, er kam im August 1940 von Steinhof nach Hartheim und wurde dort ermordet.</li>
</ul>
<p><div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger.jpg' title="Gedenktafel für Maria Meidlinger, geb. 1890, ermordet 1940" data-rl_title="Gedenktafel für Maria Meidlinger, geb. 1890, ermordet 1940" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Maria Meidlinger, geb. 1890, ermordet 1940" data-rel="lightbox-gallery-1" data-magnific_type="gallery"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Maria Meidlinger, geb. 1890, ermordet 1940" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJMMeidlinger.jpg 1920w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy.jpg' title="Gedenktafel für Ludwig Nagy, geb. 1909, ermordet 1940" data-rl_title="Gedenktafel für Ludwig Nagy, geb. 1909, ermordet 1940" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Ludwig Nagy, geb. 1909, ermordet 1940" data-rel="lightbox-gallery-1" data-magnific_type="gallery"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Ludwig Nagy, geb. 1909, ermordet 1940" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJLNagy.jpg 1920w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Hier in Deutsch Jahrndorf gab es wie gesagt keine jüdische Gemeinde, aber doch eine jüdische Familie, die längere Zeit hier lebte. 1920 kam Josef Perl als Leiter der Spiritusbrennerei auf den Zeiselhof, wo er mit seiner Familie bis in die 1930er-Jahre lebte. Dann übersiedelte die Familie nach Györ, wo sie 1943/1944 dem NS-Terror zum Opfer fielen. </p>
<ul>
<li>Josef Perl wurde 1883 in Großwardein, dem heutigen rumänischen Oradea, geboren. Im Alter von 61 Jahren wurde er 1944 im KZ Auschwitz umgebracht. Josef Perl hat in Deutsch Jahrndorf eine Spur hinterlassen, die man sich heute noch anschauen kann. In der katholischen Kirche wird die Fahne des katholischen Gesangsvereins aufbewahrt, die 1928 angeschafft wurde. Ein prächtiges, teures Stück. Auf dem Griff sind Messingplaketten mit den Namen der Großspender dieser Fahne angebracht. Ja, und dort findet sich auch der Name Josef Perl. Er hat sich also am Gemeindeleben hier in Deutsch Jahrndorf beteiligt, sich eingebracht. </li>
<li>Seine Frau Elisabeth Perl geb. Pollak, geboren 1890, umgebracht im Alter von 54 Jahren im KZ Auschwitz. </li>
</ul>
<p><div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl.jpg' title="Gedenktafel für Josef Perl, geb. 1883, ermordet 1944" data-rl_title="Gedenktafel für Josef Perl, geb. 1883, ermordet 1944" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Josef Perl, geb. 1883, ermordet 1944" data-rel="lightbox-gallery-2" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Josef Perl, geb. 1883, ermordet 1944" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJJPerl.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl.jpg' title="Gedenktafel für Elisabeth Perl, geb. 1890, ermordet 1944" data-rl_title="Gedenktafel für Elisabeth Perl, geb. 1890, ermordet 1944" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Elisabeth Perl, geb. 1890, ermordet 1944" data-rel="lightbox-gallery-2" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Elisabeth Perl, geb. 1890, ermordet 1944" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJEPerl.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
</p>
<p>Das Ehepaar Perl hatte drei Kinder: </p>
<ul>
<li>Tibor Perl, geboren 1915, umgekommen 1943 im Alter von 28 Jahren. </li>
<li>Flora Perl, geboren 1922 hier in Deutsch Jahrndorf, umgebracht 1944 im Alter von 22 Jahren im KZ Stutthoff. </li>
<li>Theresia Perl, geboren 1928 hier in Deutsch Jahrndorf; umgebracht 1944 im Alter von 16 Jahren im KZ Stutthoff.</li>
</ul>
<p><div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl.jpg' title="Gedenktafel für Tibor Perl, geb. 1915, ermordet 1943" data-rl_title="Gedenktafel für Tibor Perl, geb. 1915, ermordet 1943" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Tibor Perl, geb. 1915, ermordet 1943" data-rel="lightbox-gallery-3" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Tibor Perl, geb. 1915, ermordet 1943" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTiborPerl.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl.jpg' title="Gedenktafel für Flora Perl, geb. 1922, ermordet 1944" data-rl_title="Gedenktafel für Flora Perl, geb. 1922, ermordet 1944" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Flora Perl, geb. 1922, ermordet 1944" data-rel="lightbox-gallery-3" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Flora Perl, geb. 1922, ermordet 1944" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJFPerl.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl.jpg' title="Gedenktafel für Theresia Perl, geb. 1928, ermordet 1944" data-rl_title="Gedenktafel für Theresia Perl, geb. 1928, ermordet 1944" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Gedenktafel für Theresia Perl, geb. 1928, ermordet 1944" data-rel="lightbox-gallery-3" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-600x450.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Gedenktafel für Theresia Perl, geb. 1928, ermordet 1944" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-600x450.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-768x576.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-1536x1152.jpg 1536w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-277x208.jpg 277w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl-1320x990.jpg 1320w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/10/denkmalDJTPerl.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Sieben Namen &#8210; sieben Schicksale &#8210; sieben Opfer. In einer Zeit, in der die Zeitzeugen von damals fast schon verschwunden sind, ist es umso wichtiger, das „Nie wieder“ in welcher Form auch immer weiterzutragen, es sichtbar zu machen. Das ist mit diesem Mahnmal geschehen und daher kann man es gar nicht wichtig genug einschätzen. Vielen Dank!</p></div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Es wäre schön, wenn dem Beispiel Deutsch Jahrndorf noch viele andere burgenländische Gemeinden folgen würden&#8230;</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Noch ein <img loading="lazy" decoding="async" src="/bilder/ff.gif" alt="" width="11" height="10" /> <a href="https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de&#038;advancedSearch=true&#038;sln_value=Perl&#038;sln_type=synonyms&#038;sfn_value=Erno&#038;sfn_type=synonyms&#038;fbclid=IwAR1CB2PqsBixgBam1mXgwnMXXeR8d81Xt-M6DThNKhxmXFWcNw6M-v1Vg3E" title="Externer Link zu 'Yad VaShem...'">Link zum Testimony</a> auf Yad VaShem für die Familie Perl.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Wärmstens lege ich Ihnen schließlich noch das Buch von Roman Kriszt &#8220;<em>Schmalztipfler, Gansbären &#038; Plitzerlmocha&#8221;. Lexikon der burgenländischen Ortsneckereien</em>&#8220;, Herausgeber und Verleger: Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Obeschützen 2020,  ans Herz.<br />
Im Buch finden sich nämlich auch Necknamen, die sich die jüdischen Gemeinden untereinander gaben. Für die jüdische Gemeinde Frauenkirchen etwa waren gleich 3 Namen in Verwendung. Einer davon ist &#8220;Lahmscheißer&#8221; (Lahm = Lehm). Die anderen beiden aber verrate ich Ihnen hier nicht, die finden Sie im Buch ;-)</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
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		<title>Judenmuseum in Eisenstadt</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/judenmuseum-in-eisenstadt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2023 20:48:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Schaustellung von Ghetto-Altertümern Im Reich wurden durch die Partei bereits verschiedene Logenmuseum (sic.!) zur Veranschaulichung des internationalen Freimaurertums geschaffen, die zu den meistbesuchten Instituten dieser Art gehören. Nunmehr wurde durch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Eine Schaustellung von Ghetto-Altertümern</h2>
<p><em>Im Reich wurden durch die Partei bereits verschiedene Logenmuseum (sic.!) zur Veranschaulichung des internationalen Freimaurertums geschaffen, die zu den meistbesuchten Instituten dieser Art gehören. Nunmehr wurde durch die NSDAP in Eisenstadt im Ostmarkgau Niederdonau ein Judenmuseum eingerichtet.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Eisenstadt kam deshalb als erste Stadt des Reiches für ein derartiges Judenmuseum in Frage, weil es schon seit dem Mittelalter ein wichtiges Einfallstor de Judentums nach Mittel- und Westeuropa war und sich hier bis zum Umbruch noch eine streng orthodoxe Judengemeinde befand, die in einem Ghetto wohnte.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Außerdem hatte eine Judenfamilie in einem Schloß, das als Trutzburg des Judentums gegenüber den arischen Grundherren gebaut war, bereits laufend jüdische Altertümer gesammelt, die eine Fundgrube von Zeugnissen des uns religiös und rassisch fremden Talmudgeistes darstellen.</em></p>
<p><cite><img loading="lazy" decoding="async" src="/bilder/ff.gif" alt="" width="11" height="10" /> <a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&#038;datum=19390303&#038;seite=7&#038;zoom=33" title="Externer Link zu 'anno.onb.ac.at/...'">Neues Wiener Tagblatt, Wien, Freitag, 3. März 1939</a>. Vielen herzlichen Dank an Michael Haubl, Wien, für den Tipp.</cite></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p><figure id="attachment_15770" aria-describedby="caption-attachment-15770" style="width: 772px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Alexander S&aacute;ndor Wolf, eine Zeit lang am Eingangstor zum Landesmuseum" data-rl_caption="Alexander S&aacute;ndor Wolf, eine Zeit lang am Eingangstor zum Landesmuseum" data-magnific_type="gallery" title="Alexander S&aacute;ndor Wolf, eine Zeit lang am Eingangstor zum Landesmuseum"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf.jpg" alt="Alexander S&aacute;ndor Wolf, eine Zeit lang am Eingangstor zum Landesmuseum" width="772" height="491" class="size-full wp-image-15770" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf.jpg 772w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf-600x382.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf-768x488.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/alexanderWolf-281x179.jpg 281w" sizes="auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px" /></a><figcaption id="caption-attachment-15770" class="wp-caption-text">Alexander S&aacute;ndor Wolf, eine Zeit lang am Eingangstor zum Landesmuseum</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Mit &#8220;Judenfamilie&#8221; ist natürlich die Familie Wolf gemeint, besonders <a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/nathan-und-die-woelfe-von-eisenstadt/" title="Interner Link">Alexander S&aacute;ndor Wolf</a>, das &#8220;Judenmuseum&#8221; ist das Landesmuseum Burgenland. </p>
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<p>Einige Jahre davor hat Franz Werfel das Landesmuseums als &#8220;entzückendes kleines Barockpalais&#8221; bezeichnet: Denn kurz nach ihrer Hochzeit am 7. August 1929 besuchten Franz Werfel und seine Frau Alma Eisenstadt und dort auch das Wolf-Museum. Werfel, der sich intensiver mit Geschichte und Kultur der burgenländischen Juden auseinandergesetzt hatte, war von S&aacute;ndor Wolf offenbar nachhaltig beeindruckt. In seinem Romanfragment &#8220;Cella oder die Überwinder&#8221; (1938/39) setzte Werfel dem Schicksal der Juden der &#8220;Sieben-Gemeinden&#8221; und insbesondere den Juden Eisenstadts ein literarisches Denkmal. S&aacute;ndor Wolf begegnet uns in &#8220;Cella&#8221; als Baron <span lang="fr" xml:lang="fr">Jaques Emanuel</span> Weil.</p>
<blockquote><p>Die anachronistische Sonne dieses Dezembertags hatte eine Menge Leute in den Schlosspark gelockt, ältere Herren zumeist und ein paar laute Kleinbürger-Familien. Auf einem der Seitenwege begegnete ich Jaques Weil. Er hieß genaugenommen Jaques Emanuel Edler von Weil. Die Weils spielten unter den Unsrigen vergleichsweise dieselbe Rolle wie das Magnatengeschlecht Esterh&aacute;zy im weiten Lande. &#8230; Ihr Haus in der bewussten Gasse, ein entzückendes kleines Barockpalais, stand unter staatlichem Denkmalschutz. Die Sammlung, die Jaques angelegt hatte, und seine großartige Bibliothek führte sogar der Baedeker an.
</p></blockquote>
<p><cite>Franz Werfel, Cella oder Die Überwinder. Versuch eines Romans, Frankfurt 1997, 39</cite></p>
<figure id="attachment_15769" aria-describedby="caption-attachment-15769" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Landesmuseum Burgenland, Rückseite, Blick von der Unterbergstraße" data-rl_caption="Landesmuseum Burgenland, Rückseite, Blick von der Unterbergstraße" data-magnific_type="gallery" title="Landesmuseum Burgenland, Rückseite, Blick von der Unterbergstraße"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt.jpg" alt="Landesmuseum Burgenland, Rückseite, Blick von der Unterbergstraße" width="1280" height="1536" class="size-full wp-image-15769" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt.jpg 1280w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt-600x720.jpg 600w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt-768x922.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2023/03/landesmuseumRueckseiteAusschnitt-250x300.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><figcaption id="caption-attachment-15769" class="wp-caption-text">Landesmuseum Burgenland, Rückseite, Blick von der Unterbergstraße</figcaption></figure>
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<blockquote><p>S&aacute;ndor Wolf musste nach der Beschlagnahmung seines Besitzes 1938 über Italien nach Palästina fliehen. Der Direktor des Landesmuseums, Alfons Barb, wurde von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben und pensioniert, &#8220;mit Entscheidung des Reichsstatthalters in Österreich vom 19. Jänner 1939 wurden der Landeshauptmannschaft Niederdonau schließlich für das Landesmuseum in Eisenstadt die 4 Wolf-Häuser zur Benützung auf die Dauer von 10 Jahren zugewiesen&#8221;.</p></blockquote>
<p><cite>Josef Tiefenbach, Geschichte des Burgenländischen Landesmuseums. Daten – Fakten – Bilder, Eisenstadt 2009, 34f</cite></p>
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		<title>100 Jahre &#8211; und unerfüllte Hoffnungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2021 11:32:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte am Freitag, 22. Oktober 2021, die Ehre, die Festrede in der Festsitzung &#8220;100 Jahre Burgenland&#8221; des Gemeinderates der Freistadt Eisenstadt halten zu dürfen. Die Fassung hier ist nur leicht &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="winzig">Ich hatte am Freitag, 22. Oktober 2021, die Ehre, die Festrede in der Festsitzung &#8220;100 Jahre Burgenland&#8221; des Gemeinderates der Freistadt Eisenstadt halten zu dürfen. Die Fassung hier ist nur leicht überarbeitet und ergänzt (bes. mit Bildern, Fußnoten und Links): </p>
<p>Die 100 Jahre, die das Burgenland heuer feiert, spielen aus jüdischer Sicht so gut wie keine Rolle, zumindest keine, die es zu feiern gilt. Man darf aus jüdischer Perspektive im Burgenland vielleicht sogar von 1.800 Jahren sprechen, denken wir an das Ende der 1990er Jahre in Halbturn gefundene <img loading="lazy" decoding="async" src="/bilder/ff.gif" alt="" width="11" height="10" /> <a href="https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/das-juedische-amulett-von-halbturn-internationales-symposium-zum-juedischen-leben-in-der-provinz-pa/">jüdische Amulett</a>. Aus jüdischer Eisenstädter Perspektive dürfen wir immerhin von 750 Jahren Besiedlungsgeschichte sprechen. In Eisenstadt existierte jedenfalls nachweisbar im Mittelalter die einzige voll ausgebildete jüdische Gemeinde des Burgenlandes <a id="fn1" name="fn1"></a><a href="#f1">[1]</a>.</p>
<p>Was ist also in diesen letzten 100 Jahren passiert (und passt in die mir zur Verfügung gestellte Zeit):</p>
<p><figure id="attachment_10607" aria-describedby="caption-attachment-10607" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE03.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Unterbergstraße, um 1920" data-rl_caption="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Unterbergstraße, um 1920" data-magnific_type="gallery" title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Unterbergstraße, um 1920"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE03.jpg" alt="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Unterbergstraße, um 1920" width="1920" height="1539" class="size-full wp-image-10607" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE03.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE03-768x616.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE03-1536x1231.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10607" class="wp-caption-text">Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Unterbergstraße, um 1920</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Vor 100 Jahren, genau im Jänner 1921, publizierte der gelehrte Bibliothekar der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dr. Bernhard Wachstein, &#8210; er war aus Galizien nach Wien gekommen und ist am Zentralfriedhof Wien, Tor IV, also in der neuen jüdischen Abteilung, begraben &#8210; sein bahnbrechendes Werk über den älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt <a id="fn2" name="fn2"></a><a href="#f2">[2]</a>. Das Geleitwort zu diesem Buch schrieb der Eisenstädter <a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/nathan-und-die-woelfe-von-eisenstadt/">Alexander Sandor Wolf</a>: Ich zitiere nur einige wenige Sätze daraus: </p>
<blockquote><p>Die stille kleine Stadt lag abgeschieden von der großen Welt, die Hauptverkehrswege führten abseits vorbei, die Kaiserstadt, nur eine Tagesreise entfernt, zog alles, was tatkräftig und regsam war, an sich, zurück blieben beschaulich lebende Menschen. &#8230;</p>
<p>Unversehrt blieb sie stehen, die Gemeinde, mit ihren Toren und Ketten, die Samstag geschlossen werden, und mit den offenen warmfühlenden Herzen der Bewohner, die in Leid und Freud zusammenstanden, ein Musterbeispiel jüdischer Zusammengehörigkeit, vorbildlich in ihren dem Kultus und der Nächstenliebe dienenden Einrichtungen.</p>
<p>Anmerkung: Im Umsturzjahr 1918 wurde die Vereinigung der Judengemeinde, die auch eine selbständige politische Gemeinde ist, mit den anderen vier Gemeinwesen Eisenstadts beschlossen, im weiteren Verlauf wurde der Beschluss nicht durchgeführt, so dass hoffentlich noch lange Jahre diese Selbständigkeit der Judengemeinde erhalten bleibt.</p></blockquote>
<p>Alexander Sandor Wolf hat bei diesen Worten wohl an mehr als 17 Jahre, ganz offensichtlich weit über 1938, hinausgedacht. Er selbst war in diesem Jahr (1938) schon über Triest nach Haifa emigriert.</p>
<p><figure id="attachment_10608" aria-describedby="caption-attachment-10608" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE02.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, oberer Teil der Unterbergstraße, um 1920" data-rl_caption="Jüdisches Viertel Eisenstadt, oberer Teil der Unterbergstraße, um 1920" data-magnific_type="gallery" title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, oberer Teil der Unterbergstraße, um 1920"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE02.jpg" alt="Jüdisches Viertel Eisenstadt, oberer Teil der Unterbergstraße, um 1920" width="1920" height="1307" class="size-full wp-image-10608" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE02.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE02-768x523.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE02-1536x1046.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10608" class="wp-caption-text">Jüdisches Viertel Eisenstadt, oberer Teil der Unterbergstraße, um 1920</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Drei Jahre später, im Dezember 1924, war die jüdische Welt in Eisenstadt aber noch in Ordnung, glaubt man dem Bibliothekar und Archivar <img loading="lazy" decoding="async" src="/bilder/ff.gif" alt="" width="11" height="10" /> <a href="https://regiowiki.at/wiki/Leopold_Moses">Leopold Moses</a>, der in Mattersdorf geboren und 1943 in Auschwitz ermordet wurde:</p>
<blockquote><p>Bei der nichtjüdischen Bevölkerung herrscht vielmehr Verständnis für die Eigenart des jüdischen Bevölkerungsteiles, da hier die Juden diese Eigenart auch viel freier zur Schau tragen und stolzer betonen als sonst irgendwo in Mitteleuropa. Dort wäre nicht denkbar, was ich neulich in der Thelemanngasse (Vereinsbethaus Gemilath Chesed, Anm. des Autors) in Wien sah, dass nämlich keine einzige Fensterscheibe an dem dort befindlichen jüdischen Bethause ganz ist, was wohl weniger der Gewalt der aus diesem Heiligtum dringenden Gebete als vielmehr gewissen äußeren Einwirkungen zuzuschreiben sein dürfte. Wenn im Monat Elul im Burgenlande der Schofar ertönt, dann sagen die Bauern, dass die Juden den Herbst einblasen, wenn in Monaten der Dürre alle Bittprozessionen nicht helfen wollen, dann kommen sie zu den Juden und fordern sie auf, um Regen zu beten, und in Mattersdorf ist von den zwei dort bestehenden Ortsfeuerwehren die jüdische auch bei den Nichtjuden als die bessere anerkannt.</p></blockquote>
<p><cite>Leopold Moses, Urlaubstage im Burgenland, 19. Dezember 1924</cite></p>
<p><figure id="attachment_10609" aria-describedby="caption-attachment-10609" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE04.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Wertheimergasse, um 1920" data-rl_caption="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Wertheimergasse, um 1920" data-magnific_type="gallery" title="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Wertheimergasse, um 1920"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE04.jpg" alt="Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Wertheimergasse, um 1920" width="1920" height="1171" class="size-full wp-image-10609" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE04.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE04-768x468.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/jViertelE04-1536x937.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10609" class="wp-caption-text">Jüdisches Viertel Eisenstadt, Haus in der Wertheimergasse, um 1920</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Aber schon sieben Jahre später, 1931, schlägt ein Autor, der sich Elchanan nennt, in der Jüdischen Presse ganz andere Töne an:</p>
<blockquote><p>Eisenstadt. Ein Städtchen voller Merkwürdigkeiten und Paradoxa &#8210; so könnte man vielleicht am besten die Landeshauptstadt am sonnigen, weinbestandenen Abhang des Leithagebirges charakterisieren&#8230; Das Groteskeste aber an diesem Städtchen der Paradoxa ist noch sein Judenstädtchen. &#8230;</p>
<p>Immerhin ist das Judenstädtchen von Eisenstadt wohl der einzige Ort in Mitteleuropa, dessen Schabbatruhe so konsequent durchgesetzt und auch straßenpolizeilich derart geschützt ist, dass nicht einmal ein Wagen die Möglichkeit hat, das holperige und spitze Pflaster der zwei Hauptgassen aus seiner beschaulichen Ruhe zu bringen. Schon diese unbedingte und vollständige Schabbatruhe, die auch im Osten Europas in größeren und frömmeren Judengemeinden kaum erreicht werden dürfte, macht Eisenstadt mit seiner von Schabbateingang bis Schabbatausgang geschlossenen Kette zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges, und auch sonst könnte man sich diesen Ort mit der herrlichen Luft der zum Greifen nahen Wälder sehr wohl als gern gesuchte Sommerfrische für jüdische Großstädter vorstellen. Aber die Bewohner der jüdischen Gassen Eisenstadts wären zufrieden, wenn ihr Viertel weniger den Charakter eines Raritätenkabinetts hätte und nicht auch mitten in der Woche fast dieselbe beschauliche Ruhe in ihrem Bezirk herrschte, die nahezu ebenso wenig durch Wagengerassel gestört wird wie am Schabbat. Der Verkehr weicht der Judenstadt nicht mehr, wie es früher der Fall und von den Juden beabsichtigt war, bloß am Schabbat, sondern auch an den Wochentagen in weitem Bogen aus. In stiller Resignation stehen die wenigen Übriggebliebenen in der Judengasse vor ihren altertümlichen Gewölben und sehen zu, wie das, was für Eisenstadt den großen Weltverkehr bedeutet, wenn es auch noch so wenig ist, außen an ihrem Städtchen vorübergeht. </p>
<p>Wenn man sich für den Ausblick in die Zukunft noch ein wenig Optimismus bewahrt hat, wird man vielleicht sogar hoffen dürfen, dass infolge der Arbeit des neuen Raw gerade die Entwicklung Eisenstadts zur Hauptstadt auch dem jüdischen Eisenstadt doch auch ein wenig zugutekommen wird. Vorläufig geht zwar der große Verkehr an der Judenstadt vorüber und diese selbst schläft und seufzt. Aber wenn man es sich des Abends nicht verdrießen lässt, die steile Treppe neben der Synagoge zum Schiurzimmer<a id="fn3" name="fn3"></a><a href="#f3">[3]</a> hinanzusteigen, in dem ein paar alte Männer über Talmudfolianten gebeugt sitzen, dann eröffnet sich einem gerade aus diesem, dem ernsten Studium der Tora geweihten Raum ein schöner Ausblick auf die vorüberführende Hauptverkehrsstraße mit ihren schönen neuen Gebäuden und weiter darüber hinaus in das weite Land. Vielleicht wird ernstes Streben nach Tora unserm Volke nicht nur hier zeigen, wie es nicht mehr seiner Ideale wegen aus dem freien Wettbewerb der Völker ausgeschaltet, sondern gerade durch diese Ideale den ihm gebührenden Anteil zugeteilt erhalten wird, und so wird es wohl auch der heiligen jüdischen Gemeinde Eisenstadt beschieden sein, wenn sie wieder den steilen Weg der Tora erklimmt, neue Auswege und Ausblicke zu gewinnen in eine schönere Zukunft. </p></blockquote>
<p><cite><img loading="lazy" decoding="async" src="/bilder/ff.gif" alt="" width="11" height="10" /> <a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2636072">Elchanan, in: Jüdische Presse 17, 21. 8. 1931</a></cite> </p>
<p><figure id="attachment_10610" aria-describedby="caption-attachment-10610" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/horstein1938.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Straßentransparent in Hornstein (nahe Eisenstadt), 1938" data-rl_caption="Straßentransparent in Hornstein (nahe Eisenstadt), 1938" data-magnific_type="gallery" title="Straßentransparent in Hornstein (nahe Eisenstadt), 1938"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/horstein1938.jpg" alt="Straßentransparent in Hornstein (nahe Eisenstadt), 1938" width="1920" height="1501" class="size-full wp-image-10610" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/horstein1938.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/horstein1938-768x600.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2021/10/horstein1938-1536x1201.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10610" class="wp-caption-text">Straßentransparent in Hornstein (nahe Eisenstadt), 1938</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Diese schönere Zukunft sollte es nie geben. Denn wiederum sieben Jahre später, 1938 war es in den burgenländischen jüdischen Gemeinden, auch in Eisenstadt, zu einem sehr schnellen Aus gekommen, schneller und konsequenter als im übrigen Österreich. Ende Oktober 1938 meldet, wie wir wissen, die Israelitische Kultusgemeinde Wien, dass es im Burgenland keine Juden mehr gibt.</p>
<p>Die letzte jüdische Geburt in Eisenstadt vor 1938 war Gertrude Weiß am 5. August 1938, geboren im Spital der Barmherzigen Brüder, als Tochter vom Schuhmachermeister Hugo Weiß, 36 Jahre alt, und der Rosa Farkas, 38 Jahre alt. Siehe v.a. die erste Frau von Hugo Weiß, <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/weiss-josefine-03-dezember-1928/">Josefine Weiß</a>, gest. 1928 und begraben am jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt und ihren <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/ein-tragischer-fall/">tragischen Tod</a>.</p>
<p>Die letzte jüdische Hochzeit war zwei Monate vorher, am 13. Juni 1938 zwischen Hugo Soltesz und Charlotte Geiger. Ihre Schwester Ilona heiratete Dr. Alfons Barb, den späteren jüdischen Direktor des Landesmuseums Burgenland. Sein Bruder, <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/soltesz-zoltan-09-dezember-1934/">Dr. Zoltan Soltesz</a>, der 1934 im Gemeindewald von Kleinhöflein Selbstmord durch Vergiften verübte, ist sowie seine Schwester <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/soltesz-helene-08-mai-1930/">Helene</a> am jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt begraben.</p>
<p>Der letzte, der 1938 gestorben ist, war <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-samuel-11-juni-1938/">Samuel Gellis</a>, ein arbeitsloser Schuhmachergeselle. Er beging Suizid, er hat sich erhängt, am 11. Juni 1938 um Mitternacht, mit 54 Jahren. Seine Schwester und sein Schwager sind in der Schoa ermordet worden. Beide Eltern, beide Großeltern, beide Urgroßeltern und beide Ururgroßeltern (begraben sind sie alle auf dem älteren und jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt), also 5 Generationen lebten und arbeiteten 220 Jahre sicher und zufrieden in Eisenstadt &#8210; bis 1938 <a id="fn4" name="fn4"></a><a href="#f4">[4]</a>. </p>
<p>Nach 1945 kamen wenige Juden zurück ins Burgenland, die meisten zogen bald wieder weg, hier blieben etwa ein Dutzend Juden, in Eisenstadt waren es zwei Familien, die die Jahrzehnte nach 45 hier lebten: die Familie Schiller und die Familie Trebitsch.</p>
<p>1972 wurde unser Österreichisches Jüdisches Museum als erstes jüdisches Museum in Österreich und als viertes in Europa nach 1945 gegründet. Im kommenden Jahr feiern wir unser 50jähriges Jubiläum.</p>
<p>Das Programm hat seit 1945 andere Vorzeichen: Schrieb, erklärte und &#8220;dolmetschte&#8221; der eingangs erwähnte Dr. Bernhard Wachstein selbstverständlich und ausschließlich für jüdisches Publikum, sind unsere heutigen Adressaten vorwiegend Nichtjuden.</p>
<p>Das gilt nicht nur für uns als Museum, das gilt selbstverständlich, mutas mutandis, für alle zeitgeschichtlichen Initiativen, Gedenktafeln, Veranstaltungsinitiativen usw.</p>
<p>Das gilt für die tausenden hebräischen Grabinschriften auf den jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes genauso wie für &#8210; ich darf sie so bezeichnen &#8210; Jahrhundertfunde wie den <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/genisa-grab-in-kobersdorf/">Genisagrabstein</a> in Kobersdorf oder den <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/akiba-eger-der-geburtstag/">Torawimpel</a> des 1761 in Eisenstadt geborenen bedeutenden Rabbiners Akiba Eger. </p>
<p>Es ist viel gemacht worden im Burgenland, besonders viel wohl in Eisenstadt seit 1945. Und es muss noch viel gemacht werden, im Burgenland und hier in Eisenstadt in den nächsten 100 Jahren.</p>
<p>Wir können niemals die Leere, die das Fehlen jener Menschen, die unter uns über Jahrhunderte lebten, ausgelöst hat, füllen. Aber wir können und müssen, was immer wir tun, den Vertriebenen und Ermordeten ihre Namen, ihre Geschichte, ihre Geschichten, und damit ihnen ihre Würde zurückgeben.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<div class="hr1">
<hr /></div>
<p class="winzig"><a id="f1" name="f1"></a>[1] Harald Prickler, Beiträge zur Geschichte der burgenländischen Judensiedlungen, in: Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, Heft 92, 1993, 68. [<a href="#fn1" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (1)</a>]</p>
<p class="winzig"><a id="f2" name="f2"></a>[2] Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922. Die Publikation datiert aus dem Jahr 1922, das Geleitwort von Sandor Wolf ist aber mit Jänner 1921 datiert! [<a href="#fn2" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (2)</a>]</p>
<p class="winzig"><a id="f3" name="f3"></a>[3] &#8220;Schiur&#8221;, Hebräisch, bedeutet &#8220;Unterricht&#8221;. Das Schiurzimmer ist also jener Raum, in die Rabbiner ihren Schülern Unterricht gaben, siehe unseren Artikel &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/meine-kindheit-in-der-judengasse-in-eisenstadt/">Meine Kindheit in der Judengasse von Eisenstadt</a>&#8220;. [<a href="#fn3" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (3)</a>]</p>
<p class="winzig"><a id="f4" name="f4"></a>[4] Zur Familie Gellis siehe besonders unseren Artikel &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/rosch-haschana-5779/" title="Interner Link">Rosch haSchana 5779</a>&#8220;. [<a href="#fn4" title="wieder nach oben zur Textstelle">Zur&uuml;ck zum Text (4)</a>]</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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		<title>Rabbiner Simon Goldberger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Traude Triebel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2019 16:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[kobersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein tragisches &#8220;Follow-up&#8221; zum Artikel über das Genisagrab in Kobersdorf Am 20. April 1938 wurden 13 Torarollen am jüdischen Friedhof von Kobersdorf begraben. An diesem 20. April wurde der Kobersdorfer Rabbiner &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein tragisches &#8220;Follow-up&#8221; zum Artikel über das Genisagrab in Kobersdorf</h2>
<p>Am 20. April 1938 wurden <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/genisa-grab-in-kobersdorf/">13 Torarollen am jüdischen Friedhof von Kobersdorf begraben</a>. An diesem 20. April wurde der Kobersdorfer Rabbiner Simon Goldberger mit seiner gesamten Familie von den Nazis verschleppt und schwerst misshandelt.</p>
<p>In einem Dokument im russischen Staatsarchiv (<em>USHMMA RG 11.001M.25, reel 106 SAM 674-1-109, 55-65</em>) finden wir einen sehr detaillierten Bericht über die schrecklichen Stunden der Familie Goldberger an der ungarischen Grenze:</p>
<blockquote><p>In Kobersdorf (Burgenland) überfiel zur Mittagszeit eine Rotte jugendlicher SA-Leute den 30-jährigen Rabbiner des Ortes, einen mit gültigem ungarischen Pass versehenen ungarischen Staatsbürger, namens Goldberger, &#8220;beschlagnahmten&#8221; zunächst sein ganzes Barvermögen und alles von seiner beweglichen Habe, was sich leicht und schnell verkaufen lässt, dann luden sie den Rabbiner, seine eben erst vom Wochenbett aufgestandene Gattin mit ihren drei Kindern im Alter von 3 Wochen, 1 1/2 und 3 Jahren, nebst den für die deutschen Plünderer nicht verwendbaren Möbelstücken auf ein Lastauto, fuhren mit ihrer Beute, den Menschen und dem Mobiliar bis an das nahe gelegene ungarische Grenzdorf Harka und warfen dort, etwa 300 Schritte von der ungarischen Zollwache entfernt, aber noch auf österreichischem Gebiete, während ein eisiger Schneesturm übers Land fege, auf die roheste Art Menschen und Möbel vom Auto auf die Straße herab. Der Rabbiner schleppte sich bis zum ungarischen Grenzhaus, um dort Beistand zu erbitten und dann die Grenze, wie er mit Sicherheit annahm, überschreiten zu können. Er hatte aber die Rechnung ohne die ungarische Regierung gemacht, die beinahe täglich neue Verordnungen erließ, um auch mit gültigen Pässen versehene Juden, die ungarische Staatsbürger sind, die Rückkehr ins Vaterland unmöglich zu machen. Der ungarische Grenzwächter erklärte also pflichtgemäß dem Rabbiner, jeder ungarische Jude, der sich aus Österreich nach Ungarn nicht etwa flüchten, &#8210; weshalb denn und vor wem? &#8210; sondern &#8220;begeben&#8221; wolle, müsse außer seinem Pass noch einen vom ungarischen Konsulat in Wien ausgefertigten Erlaubnisschein zum Überschreiten der ungarischen Grenze haben.</p>
<p>Aber wie sollte, wie konnte sich der bereits an der Grenze stehende Mann, den die SA-Leute mit Gewalt an der Rückkehr nach Österreich hinderten, im Handumdrehen einen solchen Passierschein aus Wien verschaffen? So suchte denn Goldberger, um wenigstens sich und die Seinigen vor der Kälte und dem heulenden Schneesturm zu schützen, Zuflucht in einer unweit dem ungarischen Zollhaus gelegenen Winzerhütte, die anstatt einer Türe nur eine Öffnung im Gebälk hatte. Unter seiner Habe befand sich noch ein Leintuch, mit dem er den Lehmboden bedeckte, damit die Kinder wenigstens nicht auf dem eiskalten Boden liegen mussten. Denn inzwischen war es Abend geworden und er gedachte, die Nacht mit den Seinen in dem noch auf österreichischem Boden befindlichen Winzerhäuschen zu verbringen.</p>
<p>Nichts ist bekanntlich schneller als die Fama, und so wusste man denn in der nahen Grenzstadt Sopron (Oedenburg) sehr bald von den Geschehnissen beim Grenzhaus von Harka. Mildtätige Menschen schickten sofort ein Auto mit Lebensmitteln und Kissen nach Harka, das vor dem Winzerhäuschen, wenige Schritte hinter dem ungarischen Zollhaus, aber doch schon &#8211; das muss immer betont werden &#8211; auf österreichischem Gebiet Halt machen wollte; augenblicks wurde es unter gröbstem Fluchen und Schimpfen von den deutschen SA-Männern wieder über die Grenze gejagt. Dann betraten drei mit Gewehren bewaffnete SA-Leute die Hütte und herrschten den Rabbiner an: &#8220;Aufstehen, Saujud, nimm deinen Kram auf den Buckel und komm sofort heraus.&#8221;</p>
<p>Draußen angelangt versetzten die deutschen Helden den Rabbiner, natürlich von hinten, einen Stoß, dass Goldberger auf die Straße hinschlug, und nun traktierten die drei SA-Männer ihr wehrloses Opfer mit Kolbenstößen und Fußtritten, bis Goldberger eine Rippe gebrochen wurde und er in einen Klumpen Blut verwandelt war. Während seine Gattin die Schmerzensschreie des Rabbiners vernahm, wie eine Wahnsinnige brüllend, im Dunkel der Nacht von einem Grenzhaus zum anderen irrte, stahlen die SA-Männer die Leintücher, auf denen die Kinder lagen, mit der Bemerkung: &#8220;Judenkinder sollen auf der Erde liegen&#8221;. Inzwischen war es dem Rabbiner, wie durch ein Wunder, gelungen, seinen Peinigern zu entfliehen und sich die wenigen Schritte bis zum ungarischen Zollhaus zu schleppen, vor dem er ohnmächtig zusammenbrach. Da stand, wie aus dem Boden gewachsen, plötzlich ein Zivilist, dem die SA-Leute zuriefen: &#8220;Gib dem Juden den letzten Hieb&#8221;. Zum Glück für den Rabbiner fiel er aber gerade auf den &#8216;Strich&#8217;, der Österreich von Ungarn trennt, nieder und so konnte endlich die ungarische Grenzwache, die all diese Vorgänge, bebend vor Zorn, mit angesehen hatte, aber nicht eingreifen durfte, weil sich das Ganze ja noch auf österreichischem Boden abgespielt hatte, in Aktion treten. Sie trugen den über und über mit Blut bedeckten Goldberger zunächst ins Zollhaus, wo er gelabt wurde, dann schlugen sie in unmittelbarer Nähe ein improvisiertes Zelt auf, wo sie die Familie notdürftig unterbrachten &#8210; den armen Kindern waren unterdessen Finger und Füße erfroren &#8211; ließen ärztlichen Beistand aus Sopron kommen und, sobald es sein Zustand gestattete, den Schwerverletzten und seine Familie in die Stadt schaffen.</p></blockquote>
<p><em>Vielen Dank an Naomi Eisenberger-Atlani, Toronto, Kanada, für die Zurverfügungstellung dieses Dokuments und die Unterstützung bei der Suche.</em></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Der Bericht endet fast so, dass man Hoffnung schöpfen könnte. In der Literatur lesen wir nur:</p>
<blockquote><p>Hier verliert sich für uns seine Spur. Über das Schicksal der übrigen Familienmitglieder von R. Simon Goldberger &#8210; Ehefrau Paula und drei Kleinkinder &#8210; ist leider ebenfalls nichts bekannt.</p></blockquote>
<p><cite>Hausensteiner Erwin J., Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf. Ein Buch der Erinnerung, o.J., 172f</cite></p>
<p>Das Schicksal der Familie Goldberger ist aber sehr wohl bekannt:</p>
<p>Am 19. März 1938 hatte Rabbiner Simon Goldberger ein Ansuchen um Erlangung der burgenländischen Landesbürgerschaft gestellt, das mit 31. März 1938 (per Datum) abgelehnt wurde.<br />
<em>Die folgenden Dokumente erhielt ich von Mag. Dieter Szorger, Amt der Burgenländischen Landesregierung, besten Dank!</em></p>
<p><figure id="attachment_10378" aria-describedby="caption-attachment-10378" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger24031938.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Dokument der Saataspolizeistelle Eisenstadt vom 24. März 1938" data-rl_caption="Dokument der Saataspolizeistelle Eisenstadt vom 24. März 1938, Abweisung des Ansuchens von Rabbiner Goldberger um burgenländische Landesbürgerschaft" data-magnific_type="gallery" title="Dokument der Saataspolizeistelle Eisenstadt vom 24. März 1938"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger24031938.jpg" alt="Dokument der Saataspolizeistelle Eisenstadt vom 24. März 1938" width="1280" height="1831" class="size-full wp-image-10378" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger24031938.jpg 1280w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger24031938-768x1099.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger24031938-1074x1536.jpg 1074w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10378" class="wp-caption-text">Dokument der Saataspolizeistelle Eisenstadt vom 24. März 1938, Abweisung des Ansuchens von Rabbiner Goldberger um burgenländische Landesbürgerschaft</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Vom 21. April 1938, dem Tag nach der Katastrophe, datiert für die gesamte Familie Goldberger das Dokument zur &#8220;Judenabsonderung in das Ausland&#8221; (!) vom Straßenzollamt Neckenmarkt an die Staatspolizeistelle in Eisenstadt mit Stempel der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf vom 22. April 1938:</p>
<p><figure id="attachment_10376" aria-describedby="caption-attachment-10376" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerS21041938.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Dokument zur &#8220;Judenabsonderung in das Ausland&#8221; für Familie Goldberger, 21, April 1938" data-rl_caption="Dokument zur &quot;Judenabsonderung in das Ausland&quot; für Familie Goldberger, 21, April 1938" data-magnific_type="gallery" title="Dokument zur &#8220;Judenabsonderung in das Ausland&#8221; für Familie Goldberger, 21, April 1938"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerS21041938.jpg" alt="Dokument zur &quot;Judenabsonderung in das Ausland&quot; für Familie Goldberger, 21, April 1938" width="1920" height="1507" class="size-full wp-image-10376" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerS21041938.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerS21041938-768x603.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerS21041938-1536x1206.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10376" class="wp-caption-text">Dokument zur &#8220;Judenabsonderung in das Ausland&#8221; für Familie Goldberger, 21, April 1938</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Vom 31. März 1938 existiert ein Schreiben, das belegt, dass Rabbiner Goldberger darum angesucht hat, erst 14 Tage bis 3 Wochen später ausreisen zu müssen, wenn seine Frau wieder transportfähig ist, da die Ehefrau erst am 25. März erst entbunden hatte.<br />
Ein Amtsvermerk (auf dem selben Schreiben) vom 22. April 1938 beschreibt die Misshandlung der Familie Goldberger in 2 Sätzen und völlig emotionslos, nennt aber &#8210; im Gegensatz zum russischen Dokument oben &#8210; auch die Namen der Misshandler:</p>
<p><figure id="attachment_10379" aria-describedby="caption-attachment-10379" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger27031938.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Amtsvermerk vom 22. April 1938," data-rl_caption="Amtsvermerk vom 22. April 1938, Schreiben vom 27. April 1938, Gendarmeriepostenkommando Kobersdorf" data-magnific_type="gallery" title="Amtsvermerk vom 22. April 1938,"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger27031938.jpg" alt="Amtsvermerk vom 22. April 1938, " width="1280" height="1826" class="size-full wp-image-10379" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger27031938.jpg 1280w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger27031938-768x1096.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldberger27031938-1077x1536.jpg 1077w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10379" class="wp-caption-text">Amtsvermerk vom 22. April 1938, Schreiben vom 27. April 1938, Gendarmeriepostenkommando Kobersdorf</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><strong>Simon Goldberger</strong> wurde am 03. Juli 1908 als Sohn des Lipot (Leopold) Goldberger und der Rosa Berger in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mád">Mád</a> (Ungarn) geboren. Sein Vater war Talmudist und bei der Geburt des Sohnes 27 Jahre, die Mutter 26 Jahre alt.</p>
<p><figure id="attachment_10735" aria-describedby="caption-attachment-10735" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/SimonGoldbergerGeburt03071908.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Geburtseintrag Mád (Ungarn), Simon Goldberger, 03. Juli 1908" data-rl_caption="Geburtseintrag Mád (Ungarn), Simon Goldberger, 03. Juli 1908" data-magnific_type="gallery" title="Geburtseintrag Mád (Ungarn), Simon Goldberger, 03. Juli 1908"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/SimonGoldbergerGeburt03071908.jpg" alt="Geburtseintrag Mád (Ungarn), Simon Goldberger, 03. Juli 1908" width="1920" height="1351" class="size-full wp-image-10735" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/SimonGoldbergerGeburt03071908.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/SimonGoldbergerGeburt03071908-768x540.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/SimonGoldbergerGeburt03071908-1536x1081.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10735" class="wp-caption-text">Geburtseintrag Mád (Ungarn), Simon Goldberger, 03. Juli 1908</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><figure id="attachment_9315" aria-describedby="caption-attachment-9315" style="width: 949px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerSimonGeb.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Geburtsanzeige Simon Goldberger, 03. Juli 1908, Mad in Ungarn" data-rl_caption="Geburtsanzeige Simon Goldberger, 03. Juli 1908, Mad in Ungarn" data-magnific_type="gallery" title="Geburtsanzeige Simon Goldberger, 03. Juli 1908, Mad in Ungarn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerSimonGeb.jpg" alt="Geburtsanzeige Simon Goldberger, 03. Juli 1908, Mad in Ungarn" width="949" height="68" class="size-full wp-image-9315" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerSimonGeb.jpg 949w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/goldbergerSimonGeb-768x55.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 949px) 100vw, 949px" /></a><figcaption id="caption-attachment-9315" class="wp-caption-text">Geburtsanzeige Simon Goldberger, 03. Juli 1908, Mad in Ungarn</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Seine Frau <strong>Paula (Perl)</strong> wurde am 04. September 1903 in Kobersdorf geboren als Tochter des Rabbiner-Vorgängers von Simon Goldberger, Mose Lipschütz:</p>
<p><figure id="attachment_9316" aria-describedby="caption-attachment-9316" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Geburtseintrag Paula Lipschütz, 04. September 1903 in Kobersdorf" data-rl_caption="Geburtseintrag Paula Lipschütz, 04. September 1903 in Kobersdorf" data-magnific_type="gallery" title="Geburtseintrag Paula Lipschütz, 04. September 1903 in Kobersdorf"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903.jpg" alt="Geburtseintrag Paula Lipschütz, 04. September 1903 in Kobersdorf" width="1280" height="2051" class="size-full wp-image-9316" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903.jpg 1280w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903-768x1231.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903-959x1536.jpg 959w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lipschuetzPaulaGeb07091903-1278x2048.jpg 1278w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></a><figcaption id="caption-attachment-9316" class="wp-caption-text">Geburtseintrag Paula Lipschütz, 04. September 1903 in Kobersdorf</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><strong>Söhne:</strong></p>
<p><strong>Lazar Goldberger</strong>, geb. 29. Mai 1935 in Kobersdorf</p>
<figure id="attachment_10736" aria-describedby="caption-attachment-10736" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lazarGoldbergerG29051935.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Lazar Goldberger, 29. Mai 1935" data-rl_caption="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Lazar Goldberger, 29. Mai 1935" data-magnific_type="gallery" title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Lazar Goldberger, 29. Mai 1935"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lazarGoldbergerG29051935.jpg" alt="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Lazar Goldberger, 29. Mai 1935" width="1920" height="408" class="size-full wp-image-10736" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lazarGoldbergerG29051935.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lazarGoldbergerG29051935-768x163.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/lazarGoldbergerG29051935-1536x326.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10736" class="wp-caption-text">Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Lazar Goldberger, 29. Mai 1935</figcaption></figure>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p><strong>Hermann Goldberger</strong>, geb. 08. Dezember 1936 in Kobersdorf</p>
<figure id="attachment_10737" aria-describedby="caption-attachment-10737" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/hermannGoldbergerG08121936.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Hermann Goldberger, 08. Dezember 1936" data-rl_caption="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Hermann Goldberger, 08. Dezember 1936" data-magnific_type="gallery" title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Hermann Goldberger, 08. Dezember 1936"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/hermannGoldbergerG08121936.jpg" alt="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Hermann Goldberger, 08. Dezember 1936" width="1920" height="514" class="size-full wp-image-10737" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/hermannGoldbergerG08121936.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/hermannGoldbergerG08121936-768x206.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/hermannGoldbergerG08121936-1536x411.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10737" class="wp-caption-text">Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Hermann Goldberger, 08. Dezember 1936</figcaption></figure>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p><strong>Isidor Goldberger</strong>, geb. 25. März 1938 in Kobersdorf</p>
<figure id="attachment_10738" aria-describedby="caption-attachment-10738" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/isidorGoldbergerG25031938.jpg" data-rel="lightbox-gallery-3" data-rl_title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Isidor Goldberger, 25. März 1938" data-rl_caption="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Isidor Goldberger, 25. März 1938" data-magnific_type="gallery" title="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Isidor Goldberger, 25. März 1938"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/isidorGoldbergerG25031938.jpg" alt="Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Isidor Goldberger, 25. März 1938" width="1920" height="726" class="size-full wp-image-10738" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/isidorGoldbergerG25031938.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/isidorGoldbergerG25031938-768x290.jpg 768w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2019/12/isidorGoldbergerG25031938-1536x581.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10738" class="wp-caption-text">Eintrag Geburtsbuch Kobersdorf, Isidor Goldberger, 25. März 1938</figcaption></figure>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Rabbiner Simon Goldberger wurde in <a href="https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&#038;itemId=888730&#038;ind=1">Auschwitz ermordet</a>. Seine Frau Paula (Perl) wurde ebenfalls in <a href="https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&#038;itemId=888755&#038;ind=1">Auschwitz ermordet</a>. Auch alle drei Kinder, Lazar Goldberger, Hermann Goldberger und Isidor Goldberger, wurden in der <a href="https://www.jewishgen.org/yizkor/mad/mad141.html">Schoa ermordet</a>.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Rosch haSchana 5779</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/genealogie/rosch-haschana-5779/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Sep 2018 19:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[English version, see below Heute ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5779. שנה טובה ומתוקה, כתיבה וחתימה טובה! &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Down to 'English version'" href="#evRH">English version, see below</a><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p class="centered"><strong>Heute ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5779.</strong></p>
<p class="centered"><strong><span class="hebrEA" dir="rtl">שנה טובה ומתוקה, כתיבה וחתימה טובה!</span></strong></p>
<p>Zu Rosch haSchana 5776 (2015) konnten wir unser großes Projekt zum <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">älteren jüdischen Friedhof</a>, zu Rosch haSchana 5778 (2017) das zum <a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">jüngeren jüdischen Friedhof</a> von Eisenstadt fertigstellen.</p>
<h2>Gedenkjahr 2018.</h2>
<p><strong>Die Familie Gellis&#8230;</strong></p>
<p>Pünktlich zu Rosch haSchana 5779 sind die Geburts-, Hochzeits- und Sterbematriken von Eisenstadt 1895 bis 1938 (Geburtsmatriken aus Datenschutzgründen derzeit nur bis 1918) online gegangen.</p>
<p>Es wird &#8211; auch besonders in diesem Gedenkjahr &#8211; viel zu viel theoretisch und allgemein über Juden, den &#8220;Anschluss&#8221; und den Holocaust gesprochen. Die Folge ist nicht nur durch Worthülsen entstehende Beliebigkeit, sondern die Schoa droht, oft wohl bewusst intendiert, dadurch ihre Singularität zu verlieren.</p>
<p>Indizes sind nicht nur eine enorme Hilfe für alle genealogisch Interessierten und schlicht eine der unabdingbaren Notwendigkeiten einer effizienten und seriösen historischen Aufarbeitung der Geschichte der Juden, sondern die Indizes zu schreiben bedeutet vor allem &#8210; ähnlich unserer Arbeit auf den <a href="https://der-transkribierer.at/friedhoefe/">jüdischen Friedhöfen</a> &#8210;, den Juden ihre Namen und darüber hinaus noch viel mehr ihnen ihre Geschichte wiederzugeben.</p>
<p>Auch beim Schreiben der Eisenstädter Matrikenindizes waren wir mit Geschichten konfrontiert, die oft an die Substanz gehen:</p>
<p>Am 11. Juni 1938, zu einem Zeitpunkt, als die Nazis längst begonnen hatten, die Juden aus Eisenstadt und den anderen jüdischen Gemeinden des heutigen Burgenlandes abzutransportieren, beging der arbeitslose Schuhmachergehilfe <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-samuel-11-juni-1938/">Samuel (Schmuli) Gellis</a> mit 54 Jahren Selbstmord, er erhängte sich.<br />
Seine etwas ältere Schwester Therese heiratete 1904 Bernhard Simon. Das Ehepaar hatte 3 Kinder.<br />
<a href="https://www.doew.at/personensuche?gestapo=on&#038;findall=&#038;lang=de&#038;shoah=on&#038;politisch=on&#038;spiegelgrund=on&#038;firstname=resie&#038;lastname=simon&#038;birthdate=&#038;birthdate_to=&#038;birthplace=Eisenstadt&#038;residence=&#038;newsearch=10&#038;iSortCol_0=1&#038;sSortDir_0=asc&#038;lang=de&#038;suchen=Suchen">Therese Simon</a> wurde am 06. Februar 1942 nach Riga transportiert und in der Schoa ermordet. Ihr Ehemann <a href="http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&#038;s_lastName=simon&#038;s_firstName=bernat&#038;s_place=&#038;s_dateOfBirth=&#038;s_inTransport=">Bernhard Simon</a> wurde am 23. Oktober 1941 ins Ghetto Lodz transportiert und ebenfalls ermordet.<br />
Was mit der älteren Schwester von Samuel Gellis, Gisela, und mit seiner jüngeren Schwester Pauline geschehen ist und ob sie die Schoa überlebt haben, wissen wir leider nicht.</p>
<p>Beide Eltern von Samuel Gellis und seinen Schwestern, <strong>Vater</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-abraham-13-februar-1919/">Abraham Gellis</a>, gest. 1919, und <strong>Mutter</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-josefine-15-april-1925/">Josefine Gellis, geb. Rosenthal</a>, gest. 1925, sind ebenfalls auf dem jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt begraben.</p>
<p>Auf dem jüngeren jüdischen Friedhof finden wir auch die Gräber des <strong>Großvater</strong>s und der <strong>Großmutter</strong> von Samuel Gellis und seinen drei Schwestern: <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-bernhard-10-april-1887/">Bernhard Gellis</a>, gest. 1887, und <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-franziska-07-juni-1905/">Franziska Gellis, geb. Stroh</a>, gest. 1905.</p>
<p>Und auf dem älteren jüdischen Friedhof von Eisenstadt sind der <strong>Urgroßvater</strong>, <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-moses-elia-04-mai-1865/">Mose Elias Gellis</a>, gest. 1865, die <strong>Urgroßmutter</strong>, <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-malka-21-juni-1868/">Amalia Gellis, geb. Schischa</a>, gest. 1868 sowie der <strong>Ururgroßvater</strong>, <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-jakob-23-maerz-1858/">Jakob Gellis</a>, gest. 1858, und die <strong>Ururgroßmutter</strong>, <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-guetel-chaja-21-mai-1843/">Gütel Chaja Gellis</a>, gest. 1843, begraben.</p>
<p>Der Ururgroßvater, Jakob Gellis, wird in der hebräischen Grabinschrift als Vornehmer und Toragelehrter beschrieben.</p>
<p>Ebenfalls auf dem älteren jüdischen Friedhof finden sich die Gräber des <strong>Urgroßvater</strong>s und der <strong>Urgroßmutter mütterlicherseits</strong>: <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/stroh-jakob-21-november-1856/">Jakob Stroh</a>, gest. 1856, und <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/stroh-roesel-01-juni-1866/">Rösel Stroh</a>, gest. 1866.</p>
<p><strong>Fünf Generationen Familie Gellis. 220 Jahre lebte, wohnte und arbeitete die Familie Gellis sicher und zufrieden in Eisenstadt.<br />
Bis 1938.</strong></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<div class="hr1">
<hr /></div>
<p><a id="ev" name="evRH"></a></p>
<p class="centered"><strong>Wishing you all</strong></p>
<p class="centered"><strong><span class="hebrEA" dir="rtl">שנה טובה וחתימה טובה</span></strong></p>
<p class="centered"><strong>filled with good health and happiness!</strong></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>At Rosh haShana 5776 (2015) we could finish our project &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">Localizing the Graves in Eisenstadt&#8217;s Older Jewish Cemetery</a>&#8220;, at Rosh haShana 5778 (2017) we were able to complete the project on the <a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">younger Jewish Cemetery of Eisenstadt</a>.</p>
<h2>The Commemorative Year 2018.</h2>
<p><strong>The Gellis family…</strong></p>
<p>Just in time for Rosh haShana 5779 we could publish the indices for the birth-, marriage- and death records of Eisenstadt 1895 – 1938. </p>
<p>There is – especially in the commemorative year – often too theoretical talk about the Jews, the &#8220;Anschluss&#8221; and the Holocaust. As a result the Shoa is threatened to lose its singularity.</p>
<p>Indices are not only a tremendous help to anyone interested in genealogy, but writing indices is – similar to our work on the <a href="https://der-transkribierer.at/friedhoefe/">Jewish Cemeteries</a> &#8211; above all about giving back jews their names and their history.</p>
<p>Even when writing the Eisenstadt indices, we were confronted with touching stories.</p>
<p>On June 11, 1938, at a time when the Nazis had long begun to deport the Jews from Eisenstadt and all other Jewish Communities of today’s Burgenland, the unemployed shoemaker’s assistant <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-samuel-11-juni-1938/">Samuel (Schmuli) Gellis</a> committed suicide.</p>
<p>His slightly older sister Therese married Bernhard Simon in 1904. The couple had three children. Both <a href="https://www.doew.at/personensuche?gestapo=on&#038;findall=&#038;lang=de&#038;shoah=on&#038;politisch=on&#038;spiegelgrund=on&#038;firstname=resie&#038;lastname=simon&#038;birthdate=&#038;birthdate_to=&#038;birthplace=Eisenstadt&#038;residence=&#038;newsearch=10&#038;iSortCol_0=1&#038;sSortDir_0=asc&#038;lang=de&#038;suchen=Suchen">Therese</a> and <a href="http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&#038;s_lastName=simon&#038;s_firstName=bernat&#038;s_place=&#038;s_dateOfBirth=&#038;s_inTransport=">Bernhard Simon</a> were murdered in the Shoa.</p>
<p>Unfortunately we don’t know, what happened to the older sister of Samuel Gellis, Gisela, and his younger sister Pauline, and whether they survived the Shoa.</p>
<p>Both parents of Samuel Gellis and his sisters, their <strong>father</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-abraham-13-februar-1919/">Abraham Gellis</a>, died 1919, and their <strong>mother</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-josefine-15-april-1925/">Josefine Gellis, nee Rosenthal</a>, died 1925, are also buried at the younger Jewish Cemetery of Eisenstadt.</p>
<p>There we too find the graves of the grandparents of Samuel Gellis: his <strong>grandfather</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-bernhard-10-april-1887/">Bernhard Gellis</a>, died 1887, and his <strong>grandmother</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/gellis-franziska-07-juni-1905/">Franziska Gellis, nee Stroh</a>, died 1905.</p>
<p>At the older Jewish Cemetery of Eisenstadt are buried the <strong>great-grandfather</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-moses-elia-04-mai-1865/">Mose Elias Gellis</a>, died 1865, the <strong>great-grandmother</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-malka-21-juni-1868/">Amalia Gellis, nee  Shisha</a>, died 1868, the <strong>great-great-grandfather</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-jakob-23-maerz-1858/">Jakob Gellis</a>, died 1858, and the <strong>great-great-grandmother</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/gelles-guetel-chaja-21-mai-1843/">Gütel Chaja Gellis</a>, died 1843.</p>
<p>The great-great-grandfather Jakob Gellis is described in the Hebrew grave inscription as a distinguished man and Torah scholar.</p>
<p>Also at the older Jewish Cemetery we find the graves of the <strong>maternal great-grandfather</strong> and <strong>great-grandmother</strong>: <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/stroh-jakob-21-november-1856/">Jakob Stroh</a>, died 1856, and <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/stroh-roesel-01-juni-1866/">Rösel Stroh</a>, died 1866.</p>
<p><strong>Five generations of the Gellis family. For 220 years they stayed, lived and worked safely and contentedly.<br />
Until 1938.</strong></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8230;und sie alle werden nicht mehr zurückkehren&#8230;</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/genealogie/und-sie-alle-werden-nicht-zurueckkehren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2018 07:52:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
		<category><![CDATA[triest]]></category>
		<category><![CDATA[wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei Zeitdokumente &#8211; Briefe von Sandor und Frieda Wolf an ihre Freunde in Triest Die Arbeit am jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt hat eine neue Perspektive notwendig gemacht. Während die primäre &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zwei Zeitdokumente &#8211; Briefe von Sandor und Frieda Wolf an ihre Freunde in Triest</h2>
<p>Die Arbeit am <a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">jüngeren jüdischen Friedhof</a> von Eisenstadt hat eine neue Perspektive notwendig gemacht. Während die primäre Frage am <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/aelterer-juedischer-friedhof-eisenstadt/">älteren jüdischen Friedhof</a> war: </p>
<blockquote><p>Woher sind die Menschen gekommen, die sich in Eisenstadt ansiedelten und auch hier starben?</p></blockquote>
<p>war die entscheidende Frage nun: </p>
<blockquote><p>Was ist aus den Ehepartnern, Geschwistern, Kindern und Enkelkindern jener Juden, die auf dem Friedhof begraben sind, geworden? Konnten sie rechtzeitig fliehen und überleben oder führte ihr Weg nach Auschwitz und in den Tod?</p></blockquote>
<p>Was wir bisher wissen und traurige Gewissheit ist: Es sind so viele Familienmitglieder der insbesondere zweiten und dritten Generation der auf den jüdischen Friedhöfen Eisenstadt begrabenen Juden, die die Schoa nicht überlebten. Viele von ihnen lebten vor ihrer Deportation nicht mehr in Eisenstadt und werden daher in den Datenbanken nicht zu den burgenländischen Opfern der Schoa gezählt.<br />
Das Österreichische Jüdische Museum hat es sich zu einer seiner primären Aufgaben gemacht, über den &#8220;regionalen Tellerrand&#8221; zu blicken, um die Geschichte der jüdischen Familien von Eisenstadt möglichst lückenlos zu dokumentieren. Allein der erste der beiden vorliegenden Briefe ließ uns vier Schoa-Opfer nachtragen.</p>
<p>Im Folgenden die beiden Briefe vom Sommer 1945 und März 1946.</p>
<p>Tief berührend in den Briefen sind die Trauer und der Schmerz über jene Familienangehörigen und Freunde, die den Holocaust nicht überlebten,<br />
die große und qualvolle Ungewissheit, wer von den Verwandten und Freunden vielleicht doch die schreckliche Zeit überlebt haben könnte, und – insbesondere im handschriftlichen Zusatz im ersten Brief deutlich erkennbar – die große Freude, oft erst sehr spät erfahren zu haben, dass einzelne Angehörige und Freunde doch überleben konnten und in Sicherheit waren.</p>
<p>Die Ungewissheit aber wurde oft zur Gewissheit (wenn auch in diesem Fall Sandor Wolf sie nicht mehr erlebt hat): So wurde etwa seine Nichte <a href="http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&#038;s_lastName=back&#038;s_firstName=grete&#038;s_place=&#038;s_dateOfBirth=&#038;s_inTransport=" title="Externer Link">Grete Back</a> (s.u.), von der er so lange nichts gehört hatte, in Auschwitz ermordet.</p>
<h3> Erster Brief</h3>
<p><strong>Haifa, Sommer 1945.</strong> Der letzte (uns bekannte) Brief von <a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/nathan-und-die-woelfe-von-eisenstadt/">Sandor Wolf</a>, der am 2. Jänner 1946 stirbt. Adressat sind <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-guido-emilio-irma-24-juni-1992-18-dezember-1951-19-april-1972/">Irma und Emilio Stock</a> in Triest. Irma, Tochter des Eisenstädter Lederhändlers <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/hirschel-leopold-22-november-1913/">Leopold Hirschler</a>, hatte 1903 in Baden bei Wien Manó Emil Stock, den Bruder des Gründers des Stock-Spirituosen-Imperiums Lionello Stock, geheiratet und war mit ihrem Ehemann nach Triest gezogen.<br />
Emilio Stock starb 1951, Irma Stock, geb. Hirschler, 1972. Mit ihnen begraben auf dem jüdischen Friedhof in Triest auch Sohn <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-guido-emilio-irma-24-juni-1992-18-dezember-1951-19-april-1972/">Guido</a>, geb. 1904 in Spalato/Split, gest. 1992 in Kitzbühel.</p>
<p>Die tiefe und respektvolle Freundschaft zwischen Sandor Wolf und der Familie Hirschler / Stock hatte ihre Wurzeln in der alten und geliebten Heimat, in Eisenstadt. Eine &#8220;<em>Heimatliebe, die man (wohl nicht nur) Sandor Wolf ausgebläut hatte</em>&#8220;, wie wir im Brief lesen. Und es kann nur deutlich wiederholt werden: Nein, Sandor Wolf beabsichtigte keineswegs nach Eisenstadt zurückzukehren (wie immer wieder behauptet wird, etwa <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A1ndor_Wolf">hier</a>). Es wäre ihm zu wünschen gewesen, dass er seine Kunstsammlung nach Haifa bringen hätte können. Das unwürdige und unselige Schauspiel des Landes Burgenland und besonders auch der <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/zu-einem-moeglichst-guenstigen-preis/">Presse</a> in den späten 1950er Jahren haben weder Sandor Wolf noch seine Sammlung verdient.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock01.jpg' title="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 1" data-rl_title="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 1" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 1" data-rel="lightbox-gallery-4" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="533" height="800" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock01.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 1" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock01.jpg 1499w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock01-768x1152.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock02.jpg' title="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 2" data-rl_title="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 2" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 2" data-rel="lightbox-gallery-4" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="537" height="800" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock02.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Brief Sandor Wolf an Emilio und Irma Stock, Triest, Sommer 1945, Seite 2" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock02.jpg 1499w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefWolfStock02-768x1144.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 537px) 100vw, 537px" /></a>
<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><strong>Transkription:</strong></p>
<blockquote><p>Irma und Emilio Stock, Via [&#8230;], Trieste</p>
<p>Liebe Freunde Stock!</p>
<p>Endlich sind Sie wieder dorthin zurückgekehrt in Ihr schönes Heim, von dem Sie durch die Unholde vertrieben wurden und gezwungen waren die Wanderung anzutreten, die Ihnen viele Jahre viel Sorge und Plage verursachte, von der Sie aber mit Gottes Hilfe und Gnade gesund mit Ihren lieben Kindern und unversehrt zurückgelangt sind! Nehmen Sie unsere herzlichsten Glückwünsche, an Sie und die Familien Ihrer lieben Söhne.</p>
<p>Wie gern würde ich die Geschichte Ihrer Wanderung kennen. Wie Sie damals aus Trieste nach Spalato gekommen sind, und wie Sie dann aus Jugoslawien, als es ein Brandherd geworden ist, in dem doch so viele Juden umgekommen sind, heil heraus in die Schweiz gekommen sind! Das war ja eine Meisterleistung da aus dem Hexenkessel, des Balkans und Italien in die friedliche Schweiz zu gelangen, in dem Ihre lieben Söhne sicherlich die Mentoren waren!</p>
<p>Nun bin ich auch gespannt zu erfahren, wie die Zukunft Ihrer Unternehmungen sein werden, da sie doch in Istrien und Dalmatien liegen, die sich vorläufig in der jugoslawischen Einflusssphäre befinden!</p>
<p>Ich habe leider weniger diesbezügliche Sorgen. Meine Weingeschäfte in Österreich, die doch auf eine Tätigkeit im Handel basieren, sind doch nicht wiederherzustellen. Eine durch 150-jährige Tätigkeit groß gewordene Unternehmung, die auf Weinvorrat basiert, der doch längst ausgetrunken wurde, auf einer Einrichtung von Fässern, die wahrscheinlich schon verbrannt wurden, auf Kunden, die gestorben oder (Weinen, die, Anm. d. Verf.) verdorben sind. Und wenn sie vergangen wären, von Juden nichts mehr wissen wollen. Das Personal, das zum Großteil jüdisch, nun in alle Weltteile zerstreut ist, ist nicht mehr zu rekonstruieren, umso weniger, <strong>weil weder ich noch mein Neffe Hans Wolf</strong>, der beim englischen Militär dient – aber in den nächsten Wochen demobilisiert wird &#8210; <strong>werden nach Österreich zurückkehren wollen</strong>; oder erst in dem Moment wo unser weniges Geld zu Ende geht; und wir nichts aus Österreich und Ungarn transferierbares Vermögen zurückbekämen. Aber auch das geschähe <strong>mit einem Gefühl großer Unlust, weil man uns die Heimatsliebe ausgebläut hat, und wir jetzt schon unsere neue &#8210; alte Heimat lieben gelernt haben</strong>. Ich habe aus Wien die Nachricht, dass unser Geschäftshaus im XI. Bezirk Simmering steht, dass aber mein und meiner Nichten Privathaus in der Wollzeile bombardiert wurde. Aus Eisenstadt habe ich &#8210; da es von den Russen besetzt ist &#8210; keinerlei Nachricht. Jedoch Dr. Ignaz Friedmann, der mit seiner engsten Familie am Leben geblieben ist, ließ mir sagen, dass mein Museum nur schwach beschädigt ist. Ist das wahr, dann hätte ich vielleicht die Hoffnung, wenigstens Teile davon hierherzubekommen, was natürlich auch das Entgegenkommen Österreichs und der Russen voraussetzt!</p>
<p>Aber unsere Familie und unsere Freunde haben durch die Nazigräuel sehr gelitten. In Budapest ist meine Nichte <a href="http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&#038;itemId=1108929&#038;ind=1" title="Externer Link">Rosa Schmidek, geb. Schleiffer</a> (Tochter von Sandor Wolfs Schwester <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/wolf-ignaz-18-jaenner-1906/#ernestine">Ernestine</a>, Anm. d. Verf.), und ihr Mann und ihr Enkel, Andris Ney, ermordet worden; obwohl sie von mir Palästinische Zertifikate schon im Juni 1943 zugeschickt bekamen. Unsere Cousins und Cousinen in Budapest, in Györ und Steinamanger sind in Pest ermordet, ganze Familien von der Provinz nach Auschwitz deportiert worden. <a href="http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&#038;s_lastName=back&#038;s_firstName=grete&#038;s_place=&#038;s_dateOfBirth=&#038;s_inTransport=" title="Externer Link">Grete Back, geborene Braun</a> – meine Nichte (Tochter von Sandor Wolfs Schwester <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/wolf-ignaz-18-jaenner-1906/#flora">Flora</a>, Anm. d. Verf.) –, wurde nach Lodz (Ghetto Litzmannstadt, Anm. d. Verf.) deportiert und seit einigen Jahren hören wir nichts mehr von ihr – was nur Hoffnungslosigkeit bedeutet.</p>
<p>Beinahe der schwerste Schlag für mich ist die Deportation meines intimsten Freundes Dr. Sandor Schwarz aus Sopron, der samt seiner Sekretärin, Irene Breiner &#8210; eine Schönberger Tochter aus Eisenstadt, Nichte von Zsiga Schönberger (<a href="http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&#038;itemId=4964586&#038;ind=0" title="Externer Link">Sigmund Schönberger</a>, Sohn von <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/schoenberger-samuel-04-mai-1911/">Samuel</a> und Bruder von <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/schoenberger-berthold-23-juli-1921/">Berthold Schönberger</a>, Anm. d. Verf.), nach Auschwitz deportiert wurde. Ihr Onkel Zsiga Schönberger, ist mit Frau und 90-jähriger Schwiegermutter von Nizza, wohin sie aus Fiume wanderten, nach Polen geschickt worden und [sie alle] werden leider Gottes nicht mehr zurückkehren. Schönbergers waren bei einer französischen Familie gut versteckt, aber er beging  den Fehler, dass er Briefe aus seiner früheren Wohnung holen wollte und dabei erwischt und samt seinen Damen dann verschickt wurde. Über Dr. Schwarz sind Gerüchte da, aus Amerika, dass ihn jemand in Deutschland in einem Lager gesprochen hätte; aber wie könnte es sein, dass man von ihm sonst gar kein Lebenszeichen bekommen hat. Dabei hatte er als mein Generalbevollmächtigter angeblich unser großes Weingut in Debrecen verkauft. Ich weiß nicht an wen, und auch nicht wohin das Geld gekommen ist. Hier sind wir alle gesund, ich wurde vor 2 Jahren zweimal operiert, es ist aber gut ausgegangen. Aber unsere geliebte Nichte, Ing. Käthe Böhm, ist im Jahre 1942 an einer schweren Gelbsucht infektiöser Natur gestorben. Sie war nie im Leben krank! Nun hoffe ich auch von Ihnen allen einen Bericht zu bekommen und werde mich freuen nur Günstiges zu hören. Wie geht es Ihren lieben Töchtern? Wo sind Sie? Ich glaube Ihre Ältere ist in Südamerika. Wie sind Ihre lieben Enkelkinder herangewachsen? Bitte grüßen Sie mir Ihre Söhne, Schwiegertöchter und seien Sie selbst innigst gegrüßt von Ihrem getreuen in alter Freundschaft</p>
<p>Sandor Wolf</p></blockquote>
<p>Unter dem Brief ein handschriftlicher Zusatz der Schwester von Sandor Wolf, <a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/nathan-und-die-woelfe-von-eisenstadt/#flw">Frieda Löwy-Wolf</a>:</p>
<blockquote><p>Meine liebste Frau Irma!</p>
<p>Es war für mich eine große Freude, als ich hörte, dass Sie mit Ihren lieben Kindern gerettet sind. Was machen meine lieben Freunde <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-guido-emilio-irma-24-juni-1992-18-dezember-1951-19-april-1972/">Guido</a> und <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-mario-israele-12-maerz-1989/">Mario</a> (Söhne von Irma und Emilio Stock, Anm. d. Verf.), ihre Frauen und Kinder? Ich bitte um recht ausführlichen Bericht. Es grüßt Ihren lieben Mann und Ihre Kinder. Es küsst Sie Ihre </p>
<p>Frida.</p></blockquote>
<p><div class="clearfix">&nbsp;</div><br />
1908 besuchte Irma Stock, geb. Hirschel, offensichtlich mit einigen Verwandten aus Triest, ihre Eltern in Eisenstadt.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p><figure id="attachment_7714" aria-describedby="caption-attachment-7714" style="width: 1920px" class="wp-caption aligncenter"><a  href="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/hirschelFamilie.jpg" data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="Familie Hirschel vor ihrem Haus in der Oberen Gasse im jüdischen Viertel Eisenstadt" data-rl_caption="Familie Hirschel vor ihrem Haus in der Oberen Gasse im jüdischen Viertel Eisenstadt" data-magnific_type="gallery" title="Familie Hirschel vor ihrem Haus in der Oberen Gasse im jüdischen Viertel Eisenstadt"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/hirschelFamilie.jpg" alt="Familie Hirschel vor ihrem Haus in der Oberen Gasse im jüdischen Viertel Eisenstadt" width="1920" height="1274" class="size-full wp-image-7714" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/hirschelFamilie.jpg 1920w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/hirschelFamilie-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7714" class="wp-caption-text">Familie Hirschel vor ihrem Haus in der Oberen Gasse im jüdischen Viertel Eisenstadt</figcaption></figure><br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-mario-israele-12-maerz-1989/">Dr. Mario Stock</a>, Sohn von Irma Stock, Präsident der jüdischen Gemeinde Triest, geb. 1906 in Spalato/Split, gest. 1989 in Triest, beschreibt 1979 das Foto auf Italienisch, hier die Übersetzung:</p>
<blockquote><p>Die Fotografie zeigt meine Großeltern <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/hirschel-leopold-22-november-1913/">Leopold</a> und <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/hirschel-charlotte-21-september-1926/">Charlotte Hirschel</a> im Jahr 1908 vor ihrem Haus, das heute noch existiert. An den Fenstern zeigen sich 4 Töchter, von denen eine meine Mutter ist. Auf der Straße Sohn Sami und drei Neffen, unter ihnen Oscar, Leutnant, der mit 18 Jahren im Juni 1918 während des Angriffs bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiago_(Venetien)">Asiagio</a> umkam, und Ottilie, (jetzt) 80-jährig und noch am Leben.</p></blockquote>
<p>Anmerkung: <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-gino-ottilia-15-mai-1950-21-jaenner-1989/">Ottilie Flaschner</a>, geb. 01. September 1894 in Graz, gest. 21. Jänner 1989 in Triest, Tochter von Berta Hirschel und Wilhelm Flaschner, ist die Nichte von Irma Stock, geb. Hirschel (Irma und Berta Hirschel sind die Töchter von <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/hirschel-leopold-22-november-1913/">Leopold Hirschel</a> und <a href="https://der-transkribierer.at/friedhof-eisenstadt-jung/hirschel-charlotte-21-september-1926/">Charlotte Tachauer</a>).<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<h3> Zweiter Brief</h3>
<p><strong>Haifa, März 1946.</strong> <a href="https://der-transkribierer.at/genealogie/nathan-und-die-woelfe-von-eisenstadt/#flw">Frieda Löwy-Wolf</a>, die Schwester von Sandor Wolf, informiert die Familie Stock über das Ableben ihres Bruders:</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma.jpg' title="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 1" data-rl_title="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 1" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 1" data-rel="lightbox-gallery-5" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="692" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 1" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma.jpg 1500w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma-768x886.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<a href='https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma02.jpg' title="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 2" data-rl_title="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 2" class="rl-gallery-link" data-rl_caption="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 2" data-rel="lightbox-gallery-5" data-magnific_type="gallery"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="487" src="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma02.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Brief von Frieda Löwy-Wolf an die Familie Stock, 3. März 1946, Seite 2" srcset="https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma02.jpg 1500w, https://der-transkribierer.at/wp-content/uploads/2018/07/briefFriedaIrma02-768x624.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>
<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p><strong>Transkription:</strong></p>
<blockquote><p>Haifa, 3. März 1946 Hause Winterlich, Haifa, Israel</p>
<p>Liebste Freundin, liebste Frau Irma, liebe Familie Stock!</p>
<p>Schweren Herzens entschließe ich mich, Ihnen zu schreiben. Mein geliebter Bruder Sandor Wolf hat uns am 2. Jänner für immer verlassen. Er war eine Woche krank und leider konnte die Kunst der Ärzte ihn nicht am Leben erhalten. Sie haben ihn gekannt und werden meine, der ganzen Familie und aller Freunde Trauer um diesen wahrhaft guten Menschen verstehen. Wie hätte er sich mit Ihren Briefen gefreut. Mit Sehnsucht warteten wir auf Nachricht von Ihnen und nun kamen diese schönen mit guten Nachrichten zu spät. Auch die Nachricht, dass seine Sammlung in Eisenstadt unversehrt erhalten, kam nun wenige Tage zu spät. Er hatte ein schönes, reiches Leben und er hat es auf seine Weise voll und ganz genossen. Nicht einmal die Nazis konnten ihm seinen schönen Glauben an Gott und die Menschen rauben. Sie können sich denken, wie einsam und verlassen ich mich ohne den geliebten Bruder fühle. Um Ihre Geschwister, liebe Frau Irma, trauere ich mit Ihnen. Wo lebt Willi? Wir trafen ihn zuletzt in London.</p>
<p>Zu Ihren Enkelkindern will ich Ihnen heute nur herzlichst gratulieren und Sie bitten jeden einzelnen meiner jungen Freunde innigst zu grüßen. Herrn Ingenieur Stock bitte ich zu entschuldigen, dass ich deutsch schreibe, aber derzeit ist mein Kopf und Gemüt zu betrübt, um meine Gedanken in einer anderen Sprache wiederzugeben. Ich grüße Sie alle innigst und bin in alter Freundschaft<br />
Ihre </p>
<p>Frida Löwy</p>
<p>Ich möchte mich im Auftrag der alten Frau Reiner, die noch in Sandors Gesellschaft ihren 80. Geburtstag bei uns gefeiert hat, nach deren Nichte, Frau Otti Stock, erkundigen.</p></blockquote>
<p>Anmerkung: <strong>Marie Reiner, geb. Flaschner</strong>, Tochter von Ignaz Isak Flaschner und Sali Joachim, ist die Schwester von Wilhelm Flaschner, dem Vater von <a href="https://der-transkribierer.at/juedischer-friedhof-triest/stock-gino-ottilia-15-mai-1950-21-jaenner-1989/">Ottilie Stock</a>, geb. Flaschner. Marie Flaschner heiratete am 29. November 1885 Samuel Reiner (aus Deutschkreutz) in Eisenstadt.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Vielen Dank an meine Mitarbeiterin Sonja Apfler für den großartigen Fund (der Briefe) in den Tiefen unserer Archive! :-)<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Im Namen des deutschen Volkes&#8221;</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/holocaustgedenktag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2017 09:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2017 Anlässlich des Gedenktages am 27. Jänner stellen wir ein erschütterndes Zeitdokument vom September 1938 online (Quelle: privat). Der jüdische Kaufmann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2017</h2>
<p>Anlässlich des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Holocaust" title="Externer Link">Gedenktages am 27. Jänner</a> stellen wir ein erschütterndes Zeitdokument vom September 1938 online <em>(Quelle: privat)</em>.<br />
Der  jüdische Kaufmann Leo Schloss konnte mit seiner Familie nach Südamerika fliehen, die Nachfahren leben heute in Chile.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/hofstattg7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/hofstattg7K.jpg" width="550" height="443" alt="Hofstattgasse 7, Wien XVIII" /></a></p>
<p>Hofstattgasse 7, Wien XVIII, Quelle: <a  href="http://www.initiative-denkmalschutz.at/images/IDMS/wien/18_Waehring/1180_Hofstattg7_Initiative-Denkmalschutz_3337_ak.JPG" data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="">initiative-denkmalschutz.at</a></p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<div id="mittig2200y">
<ul id="bildchen4">
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss01.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss01K.jpg" width="200" height="299" alt="Wohnungsaufkündigung 1938, Seite 1" /></a>
<p>Seite 1</p>
</li>
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss02.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss02K.jpg" width="200" height="299" alt="Wohnungsaufkündigung 1938, Seite 2" /></a>
<p>Seite 2</p>
</li>
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss03.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss03K.jpg" width="200" height="299" alt="Wohnungsaufkündigung 1938, Seite 3" /></a>
<p>Seite 3</p>
</li>
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss04.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/schloss04K.jpg" width="200" height="299" alt="Wohnungsaufkündigung 1938, Seite 4" /></a>
<p>Seite 4</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<h3>Transkription</h3>
<p>Im Namen des deutschen Volkes!</p>
<p>Das Amtsgericht Döbling hat durch den Bezirksrichter Dr. Lutz als Richter in der Rechtssache der </p>
<p>klagenden Partei: Hermine Hawlik, Private, Wien 18., Hofstattgasse 7,<br />
wider die<br />
beklagte Partei: Leo Schloß, Kaufmann, Wien 18., Hofstattgasse 7</p>
<p>wegen Aufkündigung zu Recht erkannt:</p>
<p>Die hg. Aufkündigung K 1464/38 wird für rechtswirksam erklärt und ist die beklagte Partei schuldig, die im Hause Wien 18., Hofstattgasse 7 gemietete Wohnung Nr. 9 zum Novembertermin (1938) der klagenden Partei bei Zwangsfolge geräumt zu übergeben. Ein Kostenausspruch entfällt.</p>
<p>Entscheidungsgründe:</p>
<p>Unter Hinweis darauf, dass der Beklagte Jude (Nichtarier) sei, erfolgte die gegenständliche Aufkündigung, gegen welche Einwendungen dahin erhoben wurden, dass die Wohnung dem Mietengesetz unterliege, Beklagter keinerlei Anstand gehabt oder gegeben hätte und das Zusammenwohnen niemandem verleidet worden sei. Im übrigen könne Beklagter sich eine andere Wohnung nicht verschaffen.</p>
<p>Die Klägerin verwies auf die Abhängigkeit einer Vermietung dieser Wohnung von der Erledigung dieses Rechtsstreites, während Beklagter zugab, Jude zu sein, sich derzeit mit der Auswanderung im allgemeinen befasst zu haben, welcher jedoch Formalitäten unbekannter Dauer entgegenstünden.</p>
<p>Das Gericht gelangte auf Grund nachstehender Erwägungen zur Stattgebung der Kündigung. Die Kündigungsgründe nach dem Mietengesetz sind nicht erschöpfend aufgezählt. Gemäß § 19, Abs. 1, MG. kann aus wichtigen Gründen der Mietvertrag gekündigt werden. In diesem Zusammenhang führt schon der Kommentar Swoboda zu dieser Gesetzesstelle aus, dass die Anerkennung eines besonderen Kündigungsgrundes dann erleichtert sei, wenn die Frage bejaht werden könne, dass die Zulässigkeit der Aufkündigung auch im öffentlichen Interesse gelegen sei (S. 208).<br />
Dieses ist aus mehrfachen Gründen der Fall. Zunächst ist der dringende Wohnbedarf von Wohnungen für Volksgenossen gerichtsbekannt; das Gesetz ist nicht um seiner selbst willen da, sondern zur Sicherung der Volksgemeinschaft, der zu ihrem Schutze erforderlichen Lebensnotwendigkeiten des Volkes, welche in den Mittelpunkt des Rechtsdienstes gestellt werden. An der Spitze einer solchen Wertordnung steht über dem einzelnen Menschen das Volk und dessen Lebensnotwendigkeiten, insbesondere gegenständlich der Wohnbedarf und seine Befriedigung, welche eine der wichtigsten Voraussetzungen des gegenwärtigen und künftigen Gedeihens des Volkes bildet. Insolange Volksgenossen unter grosser Wohnungsnot leiden und hiedurch die Lebensgrundlage des Volkes wesentlich beeinträchtigt werden, muss der Kündigung wie vorliegend schon aus diesem Grunde ein wichtiges öffentliches Interesse zuerkannt werden (Sicherung und Neubildung deutschen Familienlebens).</p>
<p>Sieht man von dieser materiellen Seite jedoch ab, so muss auf Grund nachstehender grundsätzlicher Erwägungen die Wichtigkeit der vorliegenden Kündigung anerkannt werden: nach dem nationalsozialistischen Umsturz strebt die Staatsführung eine reinliche und durchgreifende Scheidung zwischen Volksgenossen deutschen oder artverwandten Blutes einerseits und den Angehörigen jüdischen Blutes andererseits an. Dass ein Jude nicht Volksgenosse sein kann, vielmehr aus der deutschen Volksgemeinschaft ausgeschlossen ist, liegt in der Natur der Sache begründet und ist im Reichsbürgergesetz vom 15. 9. 1935 verankert, welches nunmehr auch auf das Land Österreich Anwendung zu finden hat. In einer Reihe besonderer gesetzlicher Bestimmungen wird dahin Sorge getragen, dass die Angehörigen des jüdischen Volkes von jenen des deutschen Volkes abgesondert werden, indem das jüdische Volk in seine eigenen Lebensbezirke verwiesen und ihm die bisherigen Möglichkeiten enger und engster Beziehungen und Verbindungen mit dem deutschen Volke genommen werden. Es soll in alle Zukunft das jüdische Gastvolk in politisch kultureller und biologischer Beziehung vom deutschen Volk getrennt und geschieden werden. Der Grundsatz, dass zwischen Juden und Deutschen keine wie immer geartete Gemeinschaft, und zwar weder eine Volksgemeinschaft noch Haus- oder Gastgemeinschaft bestehen dürfe, ist im politischen wie sonstigen Leben des deutschen Volkes führend geworden, weshalb dem einzelnen Hauseigentümer in Beobachtung dieser Grundsätze ein weiteres Belassen eines jüdischen Mieters nicht zugemutet werden kann, wenn, wie hinzu kommt, die Wohnung für Angehörige deutschen oder artverwandten Blutes dringlich benötigt wird. Hierin liegt nicht der Kündigungsgrund des § 19/2,Pkt. 3, MG., sondern ein solcher eigener Art, erwachsen aus der öffentlich geforderten Trennung der bisher vermengten Volksangehörigen in allen Belangen des Lebens.</p>
<p>Dieser Umstand kommt jedoch einem wichtigen Grunde im Sinne des § 19/1 MG. gleich, weshalb wie oben zu entscheiden war.<br />
Da Kosten nicht verzeichnet wurden, entfiel ein Ausspruch darüber.</p>
<p>Amtsgericht Döbling, Abt. 4<br />
Wien, am 9.9. 1938.</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Synagoge Wiener Neustadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2013 10:52:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=1105</guid>

					<description><![CDATA[Am 9. November fand auch in Wiener Neustadt eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Novemberpogrome statt. Professor Dr. Werner Sulzgruber, der die Veranstaltung organisierte und dafür verantwortlich zeichnete, verlas am Schluss &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 9. November fand auch in Wiener Neustadt eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Novemberpogrome statt.<br />
Professor Dr. Werner Sulzgruber, der die Veranstaltung organisierte und dafür verantwortlich zeichnete, verlas am Schluss knapp 200 Namen von Juden, die aus Wiener Neustadt vertrieben und ermordet wurden. SchülerInnen zündeten für jedes der Opfer eine Kerze an. </p>
<p>Höhepunkt der Gedenkveranstaltung war aber sicher die einmalige und einzigartige Projektion der Synagoge von Wiener Neustadt auf jenes Haus, das heute am Platz der Synagoge steht.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeWNGR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeWN.jpg" width="550" height="367" alt="Projektion der Synagoge Wiener Neustadt" /></a></p>
<p class="centered">Projektion der Synagoge von Wiener Neustadt anlässlich der Gedenkveranstaltung am 9. November 2013</p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeWNO.jpg" width="550" height="478" alt="Ansicht der Synagoge Wiener Neustadt, um 1905" /></p>
<p class="centered">Ansicht der Synagoge von Wiener Neustadt, um 1905. Bild aus: Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt, Wien 2010, S. 39</p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Am 16. März 1902 fand die Grundsteinlegung, schon am 18. September 1902 die Schlusssteinlegung für die Synagoge statt. Architekt war kein Geringerer als Wilhelm Stiassny, der offenbar ohne Honorar arbeitete.<br />
In der sehr markanten Rosette mit einem Davidstern von mehreren Metern Durchmesser fand sich der Bibelspruch aus Jesaja 56,7: </p>
<blockquote><p>Mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden. </p></blockquote>
<p><em>Anmerkung:</em> Auf dem Bild oben kann gut erkannt werden, dass mit dem Vers auch eine Jahreszahl angegeben wird. Ich konnte weder beim Fotografieren noch auf Bildern erkennen, auch in der Literatur nicht finden, welche Buchstaben gekennzeichnet sind, aber es liegt nahe, dass 5662 (= 1902) angegeben wurde. (Rosch HaSchana, also der 1. Tischre und somit der Beginn des jüdischen Jahres 5663, war erst am 2. Oktober 1902!)</p>
<p>Bereits am 10. Oktober 1938 erfolgte im Auftrag der Gestapo die &#8220;Übergabe bzw. Übernahme des Tempelgebäudes für die SS Formation&#8221;. </p>
<blockquote><p>In der Pogromnacht selbst wurde der Davidstern abgemeißelt und das riesige Zierfenster herausgebrochen. Weiters wurden einzelne Fenster beschädigt, die Einrichtung zerstört und Tempelgeräte gestohlen. Nationalsozialisten hatten offenbar Fackeln in die Synagoge geworfen, die Brandstellen verursachten. Aber sie wurde nicht, wie so viele im Reichsgebiet, als Ganzes in Brand gesteckt. Grund für die Verschonung des Gebäudes war der Umstand, dass die Synagoge zu diesem Zeitpunkt bereits &#8220;übernommen&#8221; war.
</p></blockquote>
<p><cite>Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt, Wien 2010, S. 38 und insbes. 47</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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		<title>Mattersburg judenfrei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Oct 2013 10:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Exakt heute vor 75 Jahren, am 8. Oktober 1938, meldete das &#8220;Kleine Blatt&#8221;, dass Mattersburg judenfrei ist. Damit hatte Tobias Portschy das erreicht, was er Anfang 1938, damals noch als illegaler &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Exakt heute vor 75 Jahren, am 8. Oktober 1938, meldete das &#8220;Kleine Blatt&#8221;, dass Mattersburg judenfrei ist. Damit hatte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tobias_Portschy" title="Externer Link">Tobias Portschy</a> das erreicht, was er Anfang 1938, damals noch als illegaler Gauleiter, gefordert hat: die Judenfrage, die Zigeunerfrage und die Agrarreform mit nationalsozialistischer Konsequenz zu lösen &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/mbK.jpg" width="550" height="451" alt="Ausschnitt 'Kleines Blatt'" /></p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<blockquote><p><strong>Mattersburg  judenfrei!</strong></p>
<p>Mit Ende des vergangenen Monats verließen die letzten Juden Mattersburg. Der Ort, der mit seinen 530 Juden Jahrhunderte hindurch berüchtigt war, ist  somit gänzlich judenfrei!  Die meisten sind auch bereits ausgebürgert, da sie das Reichsgebiet verließen. Im Zeichen der Erlösung von der Judenplage ließ der Ortsgruppenleiter und Bürgermeister unter Teilnahme einer jubelnden Menge auf dem ehemaligen Judentempel eine weiße Flagge hissen. Das Judenviertel selbst soll über kurz oder lang niedergelegt werden und anstatt der elenden Wanzenburgen werden neue Bauten und Parkanlagen erstehen.
</p></blockquote>
<p><cite>Wien, Samstag, Das kleine Blatt, 8.Oktober 1938, Nr.277</cite></p>
<p>Den Volltext der Zeitungsausgabe finden Sie im Onlinearchiv &#8220;Anno&#8221; der <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dkb&#038;datum=19381008&#038;seite=4&#038;zoom=33" title="Externer Link">Österreichischen Nationalbibliothek</a>.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
<p>Vielen Dank an Meir Deutsch für den Hinweis!</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Die Sprengung der Synagoge von Deutschkreutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2013 09:11:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[deutschkreutz]]></category>
		<category><![CDATA[kobersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[lackenbach]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Protokoll eines Gesprächs mit Josef Presch, Kobersdorf, am 26. September 1990 Erstveröffentlichung! Josef Presch, geb. 1906 in Mattersburg, wurde 1926 Gemeindeschmied in Kobersdorf, wo er während der Hitlerzeit Präses der katholischen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Protokoll eines Gesprächs mit Josef Presch, Kobersdorf, am 26. September 1990<br />
Erstveröffentlichung!</h2>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK1GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK1.jpg" width="300" height="185" alt="Synagoge von Deutschkreutz" /></a></p>
</div>
<p><em>Josef Presch, geb. 1906 in Mattersburg, wurde 1926 Gemeindeschmied in Kobersdorf, wo er während der Hitlerzeit Präses der katholischen Pfarre war. Als solchem wurde ihm wegen der Organisation der Auferstehungsprozession vom Kreisleiter sogar die Verschleppung nach Dachau angedroht. Da er wegen eines Magengeschwürs für den Militärdienst untauglich war, wurde er als Schmiedemeister der „Technischen Nothilfe“ zugeteilt. Dabei handelte es sich um eine Art Bautrupp, der am Wochenende bei der Wiederherstellung von Bachufern nach Unwettern und dergleichen eingesetzt wurde.</em></p>
<p><em>In Anführungszeichen gesetzt sind Originalzitate von Josef Presch.</em></p>
<p>Am Sonntag, dem 16. Februar 1941 morgens, wurden die 14 Männer der &#8220;Technischen Nothilfe&#8221; von Kobersdorf abgeholt, um nach Oberpullendorf gebracht zu werden. Der Wagen bog aber in Richtung Lackenbach ab. Auf die Frage von Josef Presch, der für die Gruppe verantwortlich war, wurde ihnen vom Leiter des Vermessungsamtes, Ing.  Koschat, mitgeteilt, dass an dem Tag die Tempel von Deutschkreutz und Lackenbach zu sprengen seien. Herr Presch war Sprengmeister, einen diesbezüglichen Blitzkurs hatte er zuvor, auf Anordnung der Behörde, in Berlin gemacht.</p>
<p>In Deutschkreutz hatte die Feuerwehr (wahrscheinlich Feuerwehrmänner aus der Umgebung) das Areal um die Synagoge bereits abgesperrt. Es gab ein Zuschauergedränge. Die Organisation lag offensichtlich in den Händen des Kreisleiters Kiss aus Markt St. Martin. Außer diesem waren der Bezirkshauptmann, General Siebert, der Chef der Technischen Nothilfe, und andere Parteifunktionäre, etwa zwölf an der Zahl, anwesend. Eigens für sie wurde eine Konstruktion aus Stahl aufgestellt, von der aus sie die Sprengung gut beobachten konnten und die ihnen Schutz bieten sollte; von dort aus sollte auch fotografiert werden. Herr Presch glaubte aber nicht, dass die Herren wirklich fotografieren konnten, da die Detonation schließlich stärker ausfiel als erwartet, mit riesiger Staubwolke, wobei  Trümmer auch gegen die Beobachtungswarte der &#8220;Ehrengäste&#8221; flogen.</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK2GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK2.jpg" width="300" height="208" alt="Synagoge von Deutschkreutz" /></a></p>
</div>
<p>Den Berechnungen entsprechend, hatten sich die Männer der Technischen Nothilfe an die &#8220;Ladung&#8221; der Synagoge gemacht. Da vorher die Rede von bis zu 2m dicken Mauern gewesen war, waren Sprenglöcher von innen und von außen gebohrt worden – 140 an der Zahl, obwohl im verbauten Gebiet nur 70 hätten gesetzt werden dürfen. Man wollte den massiven Bau so auf alle Fälle zu Fall bringen. Der Sprengeinsatzleiter nahm alle Verantwortung auf sich. Außerdem musste die elektrische Zündung ganz präzise ausgelöst werden; man riskierte einiges.</p>
<p>Es dauerte bis ca. 12.30h, bis alle Sprenglöcher geladen waren. Die Wucht der Sprengung war dann allerdings so gewaltig, dass es die ganze Synagoge an die 50m hoch in die Luft schleuderte, ehe sie im Schutt dalag, erinnert sich Josef Presch. Seiner Meinung nach waren die Absperrungen der Feuerwehr nicht ausreichend gewesen, denn ein Ziegelbruchstück – &#8220;wahrscheinlich aus einem gemauerten Bogen, denn sonst war die Synagoge aus Steinen gebaut&#8221; – traf die 17-jährige Helene Artner tödlich. Sie hatte die Sprengung mit anderen vom offenen Gang der damaligen Hauptschule aus beobachtet.</p>
<p>Unmittelbar neben der Synagoge stand eine &#8220;alte Lehmhütte&#8221;, die man zunächst wegsprengen wollte, aber wegen des wenig massiven Mauerwerks stehen ließ, in der Hoffnung, sie würde durch die Synagogensprengung ohnehin zerstört werden. Das war dann allerdings nicht der Fall, sondern aus diesem Häuschen kam ein geschockter und staubübersäter Bub heraus, der die Sprengung unversehrt überlebt hatte.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK3GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/synagogeDK3.jpg" width="300" height="181" alt="Am 16. 2. 1941 zerstörte Synagoge von Deutschkreutz" /></a></p>
</div>
<p>Die Männer der Technischen Nothilfe bekamen nach der Tempelzerstörung in einem Gasthaus Essen. Danach teilte Herr Presch Herrn Ing. Koschat mit, dass er nach dem Tod &#8220;eines unschuldigen Mädchens keine Lust mehr habe&#8221;, bei der Sprengung der Lackenbacher Synagoge auch noch mitzuarbeiten. Daraufhin wurde er mit einem Wagen nach Kobersdorf gebracht. Er betont, er wisse bis heute nicht, ob damals die Synagoge von Lackenbach am selben Tag gesprengt wurde.</p>
<p>Herr Presch spricht von Malereien im Deutschkreutzer Tempel, Einrichtung sei keine mehr drinnen gewesen. Das Dach sei bloß an der Seite  des Eingangs bereits abgenommen gewesen. Warum, könne er nicht sagen. Dass die Kobersdorfer Synagoge nicht gesprengt werden würde, habe Josef Presch schon vor der Sprengung in Deutschkreutz gewusst. Ing. Koschat habe ihm mitgeteilt, dass vor allem eine Gefährdung des gegenüberliegenden Schlosses, dessen hölzerne Dachschindeln Feuer hätten fangen können, nicht riskiert werden sollte. Außerdem standen dort auch zwei Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe der Synagoge.</p>
<p><strong>Mit bestem Dank an Mag. Manfred Fuchs, der 1985 als jüngster Bürgermeister des Burgenlandes zum Bürgermeister von Kobersdorf gewählt wurde und das Amt 21 Jahre ausübte.</strong></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Kreuzstadl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 08:49:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[rechnitz]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern fand in Rechnitz das alljährliche Gedenken an die ermordeten 180 ungarischen Zwangsarbeiter statt. 67 Jahre danach wurden gestern 12 Schau-/Texttafeln und Schaukästen feierlich eröffnet. Zahlreiche Prominenz, darunter auch Bundespräsident Dr. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fand in Rechnitz das alljährliche Gedenken an die ermordeten 180 ungarischen Zwangsarbeiter statt. 67 Jahre danach wurden gestern 12 Schau-/Texttafeln und Schaukästen feierlich eröffnet. Zahlreiche Prominenz, darunter auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg, kam nach Rechnitz &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/rechnitz1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/rechnitz1K.jpg" width="550" height="366" alt="Rechnitz, Kreuzstadl" /></a></p>
<p class="centered">&#8220;Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung ;-) &#8230;&#8221; &#8211; etwa 30 Minuten vor der offiziellen Eröffnung</p>
</div>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/rechnitz2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/rechnitz2K.jpg" width="550" height="290" alt="Rechnitz, Kreuzstadl" /></a></p>
<p class="centered">Nein, die Abedeckung ist kein Sonnenschutz (trotz strahlender Sonne), sondern diente dazu, die der Eröffnung vorangehende Gedenkfeier in würdigem Rahmen abhalten zu können.</p>
</div>
<ul>
<li><a href="http://www.kreuzstadl.net/" title="Externer Link">kreuzstadl.net</a></li>
<li><a href="http://www.refugius.at/" title="Externer Link zu 'refugius.at'">R.E.F.U.G.I.U.S</a></li>
</ul>
<h2>Online-Berichte:</h2>
<ul>
<li><a href="http://derstandard.at/1332323735884/Museumseroeffnung-Massaker-in-Rechnitz-Leerstelle-der-Geschichte" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">Massaker in Rechnitz (Standard)</a></li>
<li><a href="http://kurier.at/nachrichten/burgenland/4489075-museum-gegen-das-vergessen.php" title="Externer Link zu 'kurier.at...'">Museum gegen das Vergessen (Kurier)</a>
</li>
<li><a href="http://burgenland.orf.at/news/stories/2526289/" title="Externer Link zu 'burgenland.orf.at...'">Fischer eröffnet Museum (ORF)</a></li>
</ul>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 27. 03. 2012: </p>
<ul>
<li><a href="http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/45803.html" title="Externer Link zu 'kathweb.at...'">Gedenkfeier für die NS-Opfer von Rechnitz (kathweb)</a></li>
</ul>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 31. 03. 2012: </p>
<ul>
<li><a href="http://atv.hu/kulfold/20120325_tobb_tizezer_magyar_zsido_aldozatnak_avattak_emlekhelyet_rohoncon" title="Externer Link zu 'atv.hu...'"><span lang="hu" xml:lang="hu">Több tìzezer magyar zsidó áldozatnak emeltek emlßekhelyet Rohoncon </span> (atv.hu; Ungarisch)</a></li>
</ul>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Die Gedenktafel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 09:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>
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					<description><![CDATA[In der vergangenen Woche fanden die Gedenkfeiern anlässlich der Novemberpogrome 1938 statt. In Eisenstadt, schräg gegenüber von unserem jüdischen Museum, befand sich die 1832 im Stil der französischen Revolutionsarchitektur erbaute Gemeindesynagoge. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der vergangenen Woche fanden die Gedenkfeiern anlässlich der Novemberpogrome 1938 statt.<br />
In Eisenstadt, schräg gegenüber von unserem jüdischen Museum, befand sich die 1832 im Stil der französischen Revolutionsarchitektur erbaute Gemeindesynagoge. In den 1950er Jahren verkaufte die Israelitische Kultusgemeinde Wien das Gebäude zuerst an die Gewerkschaft, später kam das Grundstück (die Synagoge war schon vollständig abgerissen), in den Besitz einer Versicherungsgesellschaft.<br />
Gleich neben dem Eingang dieser findet sich heute die unten abgebildete Gedenktafel.</p>
<p>Von einem langjährigen Museumsbesucher erfuhren wir vor kurzem, dass die Inschrift auf dieser Tafel, auch, was die Zeitangaben betrifft, nicht ganz richtig ist.<br />
Der Zeitzeuge, ein älterer Herr aus einem kleinen Ort in der Nähe Eisenstadts, war als Kind in Eisenstadt im Internat, da es damals noch keine Busverbindungen zwischen seinem Heimatort und Eisenstadt gab. Und er erinnert sich genau daran, dass sie, die Schüler, nachts im Bett lagen und erzählt wurde, dass </p>
<blockquote><p>oben in der Judengasse die Menschen knöcheltief durch das Glas gewatet sind. </p></blockquote>
<p><strong>Es war Mai/Juni 1938!</strong> Diese Version, dass also die Zerstörung der Gemeindesynagoge nicht erst im November 1938 erfolgte, bestätigen auch andere Zeitzeugen!</p>
<p>Auch der Text in der einzigen vollständigen Monografie über die Juden in Eisenstadt (<em>Josef Klampfer, Das Eisenstädter Ghetto, 1966</em>) muss daher wohl korrigiert <abbr>bzw.</abbr> ergänzt werden. Dort heißt es nämlich auch (Seite 39): </p>
<blockquote><p>In Eisenstadt zog in der Nacht vom 9. zum 10. 11. 1938 eine mit Hacken versehene Menge in den Temel (sic!) und machte aus der Einrichtung Kleinholz. Der große Luster wurde auch nicht verschont. Die unterirdische Schatzkammer, 15 Tempelvorhänge, 7 Paar Aufsätze auf Thorarollen, eine Krone, eine Glasschatulle, ein kostbarer Trinkbecher, ein Kasten voll talmudistischer (sic!) Bücher fielen <abbr>u.a.</abbr> der Zerstörung zum Opfer (Angabe des <abbr>H.</abbr> Moritz Gabriel).
</p></blockquote>
<p>Moritz Gabriel, geboren 1887, war einer der wenigen Juden, die nach 1945 nach Eisenstadt zurückkehrten und die 1966 noch in Eisenstadt lebten, so dass Klampfer sie/ihn befragen konnte. Im November 1938 war jedoch auch Moritz Gabriel, wie alle anderen Juden Eisenstadts, nicht mehr in der Stadt. (Die burgenländischen Juden waren 1938 die ersten Juden in Österreich, die von den Ausweisungsbefehlen der Nazis betroffen waren. Schon wenige Tage nach dem Anschluss im März 1938 begann die systematische Ausweisung der Juden aus ihren Gemeinden.)<br />
Wann genau Moritz Gabriel Eisenstadt verlassen musste, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Seine Angaben über das Novemberpogrom konnte er jedenfalls nur vom Hörensagen machen, fraglich ist, ob er bei der (ersten) Zerstörung der Synagoge im Mai/Juni 1938 noch in Eisenstadt war.</p>
<p>Am Gewerkschaftsgebäude war übrigens auch schon eine Gedenktafel angebracht, deren Text etwas ausführlicher und deutlicher, aber wohl auch nicht ganz korrekt war:</p>
<blockquote><p>An dieser Stelle stand der Tempel der jüdischen Gemeinde Eisenstadt, bis Rassenwahn und nationale Überheblichkeit ihn am 11. November 1938 in Brand steckten. Der Österreichische Gewerkschaftsbund erwarb das Grundstück und erbaute 1951 bis 1952 dieses Haus. Es soll den arbeitenden Menschen in ihrem Kampf um soziale und wirtschaftliche Besserstellung dienen. In ihm soll stets der Geist menschlicher Verbundenheit und brüderlicher Zusammengehörigkeit wirken.
</p></blockquote>
<p>Alle Augenzeugen bestätigen nämlich, dass in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 die Synagoge nicht in Brand gesteckt wurde (was schon alleine deshalb glaubhaft ist, weil das Gebäude der Synagoge nicht freistehend, sondern ein Bau in der geschlossenen Häuserreihe war).<br />
In den Jahren 1938/39 &#8211; 1945 diente der Innenraum der Synagoge den Nazis als Depotraum der Wehrmacht.</p>
<p>Bleibt schließlich noch anzumerken, dass es möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich ist, dass es in der Novembernacht 1938 tatsächlich wieder zu Zerstörungen an/in der Synagoge kam, dass aber die erste Zerstörung bereits Monate vorher stattgefunden hat.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die verschollenen Grabsteine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 13:03:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221; Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221;</h2>
<p>Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet.</p>
<p>Heute finden sich auf dem jüdischen Friedhof von Mattersburg nur einige wenige alte Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente, die in eine Mauer (beidseitig) eingesetzt wurden sowie 150 von der Chevra Kadischa gespendete (namenlose) Grabsteine (oder richtiger &#8220;Grabsteinattrappen&#8221;).</p>
<div id="mittig3d">
<ul id="bildchen8">
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="'Grabsteinattrappen'" href="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb01GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb01.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg heute" /></a></li>
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb02.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
<li><a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb03GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb03.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
</ul>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Und doch, wir kennen <del datetime="2014-12-26T09:13:20+00:00">mehr als 300</del> <em>(Update 26. 12. 2014:)</em> <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/" title="Interner Link">229</a> Namen, Todesdaten und Grabinschriften von jüdischen Toten, die auf dem Friedhof begraben sind. Denn durch einen glücklichen Zufall ist das Österreichische Jüdische Museum im Besitz von Fotos und Abschriften, die der Religionsschulinspektor für mosaischen Glauben, Isidor Öhler, im Auftrag der Gestapo vor 1945 für das Reichssippenamt anfertigte &#8211; oder wohl korrekter: anfertigen musste.</p>
<p><em><strong>Update 26. 12. 2014</strong>:</em> Dieser &#8220;glückliche Zufall&#8221; war, dass Univ.-Prof. DDr. Kurt Schubert in den 1970er-Jahren (vielleicht auch schon früher) auf einer seiner Schiffsreisen nach Israel einem Mann (ein Verwandter von Isidor Öhler?) begegnete, der ihn erkannte und ihm diese Sammlung an Fotos übergab für das jüdische Museum in Eisenstadt. Prof. Schubert war bekanntlich der Gründer des Museums. Weder Prof. Schubert noch wir wussten / wissen (es ließ sich nie eruieren!) wieviele Grabsteine damals tatsächlich fotografiert und wieviele Inschriften von Öhler abgeschrieben wurden. Die nun online publizierten sind jedenfalls (leider) alle, die in unseren Besitz gelangten!<br />
Wir halten es aber durchaus für möglich, dass es noch weitere Fotos und Abschriften von Grabsteinen geben könnte und wären sehr glücklich, wenn jene Personen, die diese so wertvollen Originaldokumente besitzen, sie der Öffentlichkeit zugänglich machen!</p>
<h3>Isidor Öhler</h3>
<p>Isidor Öhler wurde am 09. 10. 1878 in Topolcsany (Slovakei/Ungarn) geboren und verstarb am 02. 04. 1968 in Wien. Verheiratet war er seit 1938 mit Alice, geb. Weiner (1896 – 1987). Bereits 1901 wurde Öhler als Religionslehrer in den Schuldienst der Israelitischen Kultusgemeinde Wien berufen. Im Jahre 1910 wurde er zum Schulinspektor für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen bestellt.</p>
<p>Im Nachruf von Dr. Ernst Feldsberg  heißt es:</p>
<blockquote><p>Mit <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler ist einer jener letzten von dieser Welt gegangen, die die Geschichte der großen Wiener jüdischen Gemeinde seit 1901, also durch fast 60 Jahre, miterlebt haben, ein Mann, der ein lebendes Nachschlagewerk dieser klassischen Zeit der Wiener Kultusgemeinde war. </p>
<p>&#8230;</p>
<p>Seit dem Jahre 1943 versah <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler die rabbinischen Funktionen am Seitenstettentempel und, nachdem auch die Kantoren des Seitenstettentempels den Weg ins KZ Theresienstadt angetreten hatten, war Reg.-Rat Oehler auch der Vorbeter in diesem Gotteshaus. Als treuer Verehrer des großen Kantors Salomon Sulzer sang er jeden Freitagabend und an jedem Sabbat gemeinsam mit den wenigen Juden, die zurückgeblieben waren, Sulzersche Melodien, die auch in der schwersten Zeit der Verfolgung im Seitenstettentempel nicht verstummt waren.</p>
<p>Nach der Befreiung im Jahre 1945 wurde Oehler mit der Wiedereinrichtung des Religionsunterrichts beauftragt &#8230; Im Jahre 1948 trat er in den wohlverdienten Ruhestand &#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Die Gemeinde 124 (1968), <abbr>S.</abbr> 19</cite></p>
<h3>Das Projekt</h3>
<p>Als wir vor einigen Jahren in den Besitz der Fotos und Zettel mit den Abschriften gelangten, waren diese vollkommen durcheinander. Ein Päckchen mit den Fotos und ein anderes Päckchen mit den Zetteln. Fotos und Abschriften mussten daher erst geordnet und zusammengeführt werden. Bei dieser Arbeit fielen uns zu unserer großen Überraschung übermäßig viele (kleinere) Fehler in den Abschriften auf. Wenn möglich (die Fotos sind oft sehr schwer lesbar), versuchten wir diese Fehler auszubessern. Nur, das Problem sind nicht so sehr die Fehler an sich, sondern dass wir selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass Isidor Öhler sehr wohl die entsprechenden Kenntnisse hatte, um die vorliegenden Abschriften fehlerlos anzufertigen! Hat er die Fehler absichtlich eingebracht, um vielleicht nicht allzuviele Informationen preisgeben zu müssen? </p>
<p>Es muss leider offen bleiben, ob Öhler die Abschriften auf Grundlage der Fotos oder vor Ort, also am Friedhof anfertigte. Oft sieht es nach Fotoarbeit, oft nach Friedhofsarbeit aus. So manche Inschrift, die am Foto nicht oder kaum identifizierbar ist, hätte sich am Friedhof gut lesen lassen. Vielleicht gilt aber auch hier, dass Öhler aus guten Gründen bewusst oberflächlich, oft auffällig oberflächlich arbeitete? Denn es bleiben viele Ungereimtheiten in den Transkriptionen Öhlers. Wir wissen die Gründe nicht, Faktum ist aber, dass die Abschriften einen Arbeitsstil widerspiegeln von jemandem, der ohne große Mühe nur schnell etwas fertigstellen wollte/musste und dem ganz offensichtlich der oder die Auftraggeber (aus naheliegenden Gründen) nicht wichtig war(en).</p>
<p class="centered">
<a data-rel="lightbox-gallery-5" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb04GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/fhmb/fhmb04.jpg" width="450" height="296" alt="Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910" /></a>
</p>
<p class="centered">Der jüdische Friedhof in Mattersdorf &#8211; wie der Ort bis 1925 hieß; Ansichtskarte um 1910</p>
<ul>
<li>Wir werden ab sofort schrittweise alle von Isidor Öhler angefertigten Fotos und Abschriften hier im Blog online stellen und hoffen, bis Mai 2011 die Arbeit abschließen zu können.</li>
<li>Die Inschriften werden in dieser (ersten) Phase nicht bearbeitet oder übersetzt, wir wollen Öhlers Fotos und Abschriften möglichst rasch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die meisten Interessierten die Abschriften Öhlers und gegebenenfalls auch die Grabinschriften selbst auf den Fotos lesen (und übersetzen) können. Anmerkungen werden nur gemacht, wenn die eigene Lesung von Namen oder Sterbedatum von jener Öhlers abweicht.</li>
<li>Wir stellen die Mattersburger Grabsteinfotos und –abschriften bewusst hier im Blog online, um Interessierten und/oder Angehörigen Kommentare zu ermöglichen. Im Idealfall können dadurch fehlende – insbesondere auch biografische – Daten schrittweise ergänzt werden.</li>
<li>Alle Beiträge werden unter der Kategorie <a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof-Mattersburg'">&#8220;Friedhof Mattersburg&#8221;</a> archiviert. </li>
<li>Eine eigene <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/personenregister/" title="Interner Link zum  'Personenregister Friedhof Mattersburg'">Personenregister</a>, nur für die Beiträge des Mattersburger Friedhofs, ermöglicht eine schnelle Übersicht über alle Namen und Sterbedaten.</li>
<li>Die Fotos und Abschriften werden zunächst in zufälliger Reihenfolge online gestellt, da noch immer einige &#8220;Problemfälle&#8221; eine korrekte Zuordnung erschweren. Zum Schluss werden selbstverständlich Register &#8211; nach Namen <del datetime="2014-12-27T07:56:30+00:00">und Sterbedaten</del> geordnet &#8211; angelegt.</li>
<li>Schließlich ist noch zu klären, ob Grabsteine, die mit Foto und Abschrift vorliegen (wir also hier online stellen) mit in die Mauer am Friedhof eingesetzten Grabsteinen oder Grabsteinfragmenten korrespondieren.</li>
</ul>
<p>Bei diesem Projekt, dessen Entwicklung Sie ab heute Schritt für Schritt online mitverfolgen können, geht es um mehr, als nur darum, einige Namen online zu stellen. Mit der &#8220;Entanonymisierung&#8221; des jüdischen Friedhofes Mattersburg soll nicht nur für die Stadt Mattersburg, sondern für das gesamte Burgenland wichtige Erinnerungsarbeit geleistet werden. Die Fotos und Abschriften Öhlers sind heute die einzigen Zeugen des großen jüdischen Friedhofes einer weltberühmten jüdischen Gemeinde.</p>
<p>Am jüdischen Friedhof Mattersburg &#8220;muss&#8221; nicht mehr gerodet, es müssen keine jüdischen Grabsteine renoviert werden (siehe <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Interner Link zum Beitrag vom 10. Jänner 2010">Beitrag &#8220;Am jüdischen Friedhof II&#8221;</a>). Ich würde mir aber wünschen, dass die Namen der Toten nach Abschluss unserer Arbeit nicht nur hier in der Online-Datenbank, sondern auch (<abbr>z.B.</abbr> auf einer Gedenktafel) am jüdischen Friedhof vor Ort zu finden sind.</p>
<p><a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zur Kategorie 'Friedhof-Mattersburg'">Zur Datenbank &#8220;Jüdischer Friedhof Mattersburg&#8221;  <del datetime="2014-12-27T07:54:52+00:00">(<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>)</del> &#8230;</a> <del datetime="2014-12-27T07:54:52+00:00">(die ersten 10 Grabsteine sind <span lang="en" xml:lang="en">online</span>)</del></p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">English Summary</span>:<br />
<span lang="en" xml:lang="en">Only a few fragments of the former gravestones of the Jewish cemetery in Mattersburg could be preserved, they are embedded in a wall and can today be visited in Mattersburg. It is not clear how many gravestones existed on the cemetery before 1945, neither what happened to them. Nevertheless the Austrian Jewish Museum holds a rich source of information on the former cemetery. Luckily, it came in possession of more than 300 photographs and transcriptions of the epitaphs made by Isidor Öhler (the superintendent of schools for religious education) on the authority of the Gestapo in the beginning of 1945. Those photographs and transcriptions will be published online as blog postings bit by bit.</span> </p>
<ul>
<li><a href="https://der-transkribierer.at/kategorie/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/" title="Intern Link to category 'Friedhof-Mattersburg'"><span lang="en" xml:lang="en">Database &#8220;Jewish cemetery in</span> Mattersburg (German)&#8221;  <del datetime="2014-12-27T07:54:52+00:00">(<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>)</del> &#8230;</a></li>
<li><a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/personenregister/" title="Intern Link zu the archive"><span lang="en" xml:lang="en">Archive &#8211; Overview</span></a></li>
</ul>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 12. Mai 2010:</strong> Yitzchok Stroh and <a href="https://der-transkribierer.at/burgenland/juedischer-friedhof-mattersburg/breuer-ginendl-14-jaenner-1927/#comment-350" title="Intern Link zu the comment of Carole">Carole G. Vogel</a> have been reconstructing the genealogy of the Jewish community of Mattersdorf from 1698 &#8211; 1939!</p>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 01. Juli 2010:</strong> Seit heute gibt es die (auf shtetlinks.jewishgen.org) gelaunchte <a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm'">Website zu Mattersdorf</a>.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Dance me to your beauty with a burning violin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 19:12:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26. August 1943 wurden aus Krimilew im südlichen Polen 400 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Am selben Tag wird das Ghetto von Zawiercie bei Kattowitz liqudiert, die Juden ebenfalls &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. August 1943 wurden aus Krimilew im südlichen Polen 400 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Am selben Tag wird das Ghetto von Zawiercie bei Kattowitz liqudiert, die Juden ebenfalls ins Vernichtungslager von Auschwitz gebracht.</p>
<p>Mitte 1943 wurde auch auf Befehl der <abbr>SS</abbr> das Mädchenorchester im Frauenlager Auschwitz-Birkenau aufgebaut.<br />
Geleitet wurde es von der berühmten österreichischen jüdischen Geigerin Alma Rose, der Nichte von Gustav Mahler.</p>
<p>Ein Männerorchester gab es in Auschwitz schon seit Jänner 1941. Die Musik wurde von den Nationalsozialisten befohlen, die Orchester, die es in fast allen Konzentrationslagern gab, mussten einerseits für gute Laune unter der <abbr>SS</abbr> sorgen und andererseits spielen, wenn neue Transporte ankamen.</p>
<p>Morgen, am 26. August gibt <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> in Wiesen, nur wenige Kilometer von Eisenstadt entfernt, sein Konzert.<br />
Und er wird wohl unter anderem auch &#8220;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love</span>&#8221; singen.</p>
<p>Seit ich (musikalisch) denken kann, liebe ich die Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span>, höre sie immer und immer wieder.<br />
Ich bin kein Musikspezialist oder gar -kritiker, mir gefällt ganz einfach seine Musik und sie berührt mich, mir gefällt seine Lyrik, ich liebe das schwermütige <span lang="fr" xml:lang="fr">Timbre</span> seiner Stimme. </p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> zitiere ich seit vielen Jahren bei Führungen im Museum jedes Mal, wenn über das Wort Kohen&#8221; (Plural &#8216;Kohanim&#8217;, Priester) gesprochen wird, als Beispiel dafür, dass man am Namen (Kohn, Kahn, Cohen, Katz &#8211; Kohen Zedek &#8216;gerechter Priester&#8217; <abbr>usw.</abbr>) die priesterliche Tradition, in der der Namensträger steht, erkennen kann. (Siehe dazu meinen Artikel &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/symbole-i/" title="Interner Link zum Beitrag 'Der Herr segne und behüte dich'">Der Herr segne und behüte dich.</a>&#8220;)<br />
Und fast jedes Mal registriere ich, dass mein Beispiel bei vielen jungen Besucherinnen/Besuchern so gar nicht ankommt, weil sie <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> offensichtlich nicht (mehr) kennen &#8230;</p>
<p>Ich liebe die Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> nicht <em>wegen</em> ihrer jüdischen  und/oder zeitgeschichtlichen Interpretationen (ich mochte sie schon, als ich die Zusammenhänge noch gar nicht begriff), ich glaube aber, dass es faszinierend ist, diese Zusammenhänge zu kennen. Sie graben sich ins Gedächtnis ein und ich höre heute manche Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> nicht weniger gern, aber anders.</p>
<p>In einem Interview erzählt <span lang="en" xml:lang="en">Cohen</span> die Entstehungsgeschichte seines Liedtextes &#8220;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love</span>&#8220;, insbesondere der Textzeile &#8220;<strong><span lang="en" xml:lang="en">Dance me to your beauty with a burning violin</span></strong>&#8220;:</p>
<blockquote><p>&#8216;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love&#8217; &#8230; it&#8217;s curious how songs begin because the origin of the song, every song, has a kind of grain or seed that somebody hands you or the world hands you and that&#8217;s why the process is so mysterious about writing a song. But that came from just hearing or reading or knowing that in the death camps, beside the crematoria, in certain of the death camps, a string quartet was pressed into performance while this horror was going on, those were the people whose fate was this horror also. And they would be playing classical music while their fellow prisoners were being killed and burnt. So, that music, &#8216;<strong>Dance me to your beauty with a burning violin</strong>,&#8217; meaning the beauty there of being the consummation of life, the end of this existence and of the passionate element in that consummation. But, it is the same language that we use for surrender to the beloved, so that the song &#8212; it&#8217;s not important that anybody knows the genesis of it, because if the language comes from that passionate resource, it will be able to embrace all passionate activity</span>.
</p></blockquote>
<p><cite>Leider ist das <span lang="en" xml:lang="en">YouTube</span>-Video mit dem <span lang="en" xml:lang="en">Interview</span> nicht mehr aufrufbar (falls jemand einen Link dazu oder zum <span lang="en" xml:lang="en">Interview</span> kennt, würde ich mich sehr freuen), zitiert wurde hier aus <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dance_Me_to_the_End_of_Love" hreflang="en">en.wikipedia.org</a></cite>.</p>
<p><em>Update 03. April 2026:</em> Danke an Frau MMMag. DDr. Sonja Huber für den Link, der den ursprünglichen Link weitgehend ersetzen kann:</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Leonard Cohen - Dance Me to the End of Love (live on Australian TV in 1985)" width="234" height="176" src="https://www.youtube.com/embed/d9CsYoWIK7w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Siehe auch meinen Artikel zum Jom Kippur 5784 &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/who-by-fire/" title="Interner Link">Who by fire</a>&#8221; vom 22. September 2023.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
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