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	<title>musik &#8211; Der Transkribierer</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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		<title>Franz Liszt und sein jüdischer Entdecker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 07:32:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[lackenbach]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Lisztsujet, Bild-&#169;: Kulturservice Burgenland Unsere &#8220;two cents&#8221; zu Lisztomania 2011&#169; I In wenigen Tagen, am 27. Jänner 2011, findet der feierliche Auftakt zu Lisztomania 2011&#169; statt, das Burgenland feiert 2011 &#8220;&#8216;seinen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="centeredKlein">Lisztsujet, Bild-&copy;: <a href="http://www.kulturservice-burgenland.at/" title="Externer Link zu 'kulturservice-burgenland.at'">Kulturservice Burgenland</a>
</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<h2>Unsere &#8220;two cents&#8221; zu Lisztomania 2011&copy; I</h2>
<p>In wenigen Tagen, am 27. Jänner 2011, findet der feierliche Auftakt zu <a href="http://www.lisztomania.at/" title="Externer Link zu 'lisztomania.at'">Lisztomania 2011&copy;</a> statt, das Burgenland feiert 2011 <strong>&#8220;&#8216;seinen Superstar&#8217;, das Wunderkind, den Klaviervirtuosen, den Frauenschwarm, den Freigeist und Hexenmeister der Konzertsäle Europas&#8221;: Franz Liszt</strong>.</p>
<p><cite>Zitiert aus dem Text der Einladung</cite></p>
<p>Was uns 2009, im Haydn-Jahr, nicht vergönnt war (weil es einfach keine Anknüpfungspunkte gab), dürfen wir jetzt nachholen und sozusagen auch von &#8220;jüdischer Seite&#8221; aus einen kleinen Beitrag zu &#8220;Lisztomania 2011&copy;&#8221; leisten.</p>
<p>Geplant sind vorerst 3 kurze Blogbeiträge, die sich mit Franz Liszt aus der Sicht jüdischer Quellen beschäftigen  und wir beginnen heute &#8211; immerhin (!) &#8211; mit der Entdeckung des Wunderkindes: </p>
<p>Auf seiner Reise durch die Sieben-Gemeinden, die sieben heiligen jüdischen Gemeinden des heutigen Burgenlandes, folgte für den Journalisten, Schriftsteller und Zionisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Abeles" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Otto Abeles</a> </p>
<blockquote><p>nach den Stunden in der atembeklemmenden dumpfen Enge von Deutschkreutz (Zelem) [&#8230;] ein heller Tag im freundlichen Lackenbach. </p></blockquote>
<p>(Anmerkung: Lackenbach liegt knappe 6km neben Raiding, wo Franz Liszt am 22. Oktober 1811 geboren wurde).</p>
<blockquote><p>Draußen, am guten Ort, der neben den uralten kleinen Steinen auch schon Nobelgerüste à la Döblinger Friedhof, aufweist, liegt der Sohn des Maharam Asch Eisenstadt, Rabbi Benjamin Asch, der das Rabbinat von Lakenbach und Kobersdorf innehatte und hier geliebt, geehrt war, wie sein größerer Eisenstädter Vater. Ihm folgte durch drei Rabbinergenerationen die Ullmannsche Dynastie. Den hundertsten Todestag des Stammvaters, der den Beinamen Charew (der Scharfsinnige) führte, und eine Leuchte in Israel war, hat man zu Lakenbach im Vorjahre gefeiert. Reb Scholem Charew soll auch körperlich ein Riese gewesen sein und einst einen Bären erwürgt haben. Sein Urenkel erzählt mir von seinen berühmten Ahnen, während er im Gewölbe die Kundschaft bedient. </p>
<p>Ein interessantes Ledergeschäft! Oberhalb der Warenstapel laufen Bücherbretter rings um die Wand. Es sind keine Geschäftsbücher, sondern ererbte Bibliotheksbestände. Das Gespräch mit dem Träger eines berühmten Namens erweist, dass nicht viele jüdische Kaufleute der Großstadt über so viel Bildung, Kultur und geistiges Interesse verfügen, wie dieser Lakenbacher, der jetzt für 20 Groschen Holznägel zuwiegt und sie in die selbstgedrehte Tüte schüttet.</p>
<p>&#8220;Hier oben&#8221;, erzählt er während des Tütendrehens und weist auf das Stockwerk über seinem Gewölbe, &#8220;hier in diesem Hause wohnte Ruben Hirschler, der im Leben Franz Liszts eine bedeutsame Rolle spielte. Der alte Hirschler, ein wohlhabender und kunstliebender Mann, ließ – damals bei Juden eine Ungeheuerlichkeit – seine Töchter bereits das Klavierspielen erlernen. Mit Liszts Vater, welcher Verwaltungsbeamter Esterhazys auf dem Nachbargute Raiding war, stand er in Geschäftsverbindung. Als Vater Liszt mit dem kleinen Franz einst hier zu Besuch weilte, erkannte der alte Hirschler die Begabung des Knaben, schenkte ihm das Klavier und kümmerte sich um seine Ausbildung.&#8221;</p>
<p>So hat ein Lakenbacher Jude dem großen Franz Liszt die Laufbahn des weltberühmten Pianisten und Tondichters eröffnet.</p></blockquote>
<p><cite>Abeles <abbr>O.</abbr>, Das freundliche Lakenbach, in: Wiener Morgenzeitung vom 16. Februar 1927, <abbr>S.</abbr> 4.</cite></p>
<p>Den fast identischen Bericht von Otto Abeles über Lackenbach finden wir auch in &#8220;Die neue Welt, Nr. 45, S. 7, Jg. 2/1928&#8221;. Beide Berichte online einzusehen in <a href="http://www.compactmemory.de/" title="Externer Link zur Datenbank">compactmemory.de</a>.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Ruben Hirschlers Neffe Josef Hirschler (Sohn von Rubens Bruder Aaron) in Eisenstadt einige Jahre vorher, 1813, höchst unangenehm aufgefallen ist, als er nämlich als Besitzer des Wertheimerhauses versuchte, sämtlichen Parteien zu kündigen und das <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/die-wertheimersche-schul/" title="Interner Link zum Beitrag 'Die Wertheimer'sche Schul'">Bethaus</a> auflassen wollte! Auch Josef Hirschler begegnen wir später als führende Persönlichkeit der jüdischen Gemeinde Lackenbach.<br />
<cite>Bernhard Wachstein, Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Eisenstadt und den Siebengemeinden, Wien 1926, <abbr>S.</abbr> 302</cite></p>
<p>Die &#8220;Entdeckung&#8221; Liszts durch den jüdischen Kaufmann Ruben Hirschler beschreibt auch der britisch-kanadische Musikwissenschaftler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Walker_%28Musikwissenschaftler%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org'">Alan Walker</a> auf fast rührige Weise.<br />
Franz Liszt besuchte am Tag seines 7. Geburtstags mit seinem Vater den jüdischen Kaufmann Ruben Hirschler in Lackenbach, wo er zu Tränen gerührt war, als er Fanni, die Tochter Hirschlers, am Klavier spielen hörte. Hirschler schenkte dem Knaben daraufhin das Klavier und die beiden Familien verband eine lange Freundschaft &#8230; aber lesen Sie selbst die Stelle im Original:</p>
<blockquote>
<p lang="en" xml:lang="en">As a special treat for his seventh birthday, On October 22, 1818, the small boy was allowed to travel with his father to Lackenbach, where Adam had some business with a wealthy merchant called Ruben Hirschler. The daughter of this merchant, Fanni, had just been given a piano, recently arrived from Vienna. Adam requested the girl to play something for his young son, who, he explained, also loved music. When the lad heard the playing he could say nothing, his eyes filled with tears, and he threw himself weeping into the arms of his father. This scene so moved the elderly merchant that he gave the piano to the boy. It was a wonderful birthday gift. Hirschler&#8217;s gesture created a warm friendship between the two families. The Liszts often used to drive over from Raiding to Lackenbach (about half an hour&#8217;s journey) and spend their Sunday afternoons in the Hirschler household. [Budapesti Bazar, Pesti Hölgy-Divatlap, no. 22, Nov. 15, 1873. Koch (KLV, p. 18), who also reports this anecdote, wrongly calls the Hirschler family &#8220;Rehmann&#8221;/ The Hirschlers, in fact, were rich Jews who later fell upon hard times. By 1865 they had been reduced to selling shoes from an old stall in the Vienna market. Fanni herself married into poverty, but she followed Liszt&#8217;s subsequent career with interest.</p>
</blockquote>
<p><cite>Alan Walker, Franz Liszt: The virtuoso years, 1811-1847, 1983, <abbr>S.</abbr> 60</cite></p>
<p>Vielen Dank für den Hinweis auf Walker an unsere Gastautorin Claudia Chaya-Bathya Markovits-Krempke, Israel!</p>
<h3>Weblinks:</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.kulturservice-burgenland.at/" title="Externer Link zu 'kulturservice-burgenland.at'">Kultur Burgenland </a></li>
</ul>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Dance me to your beauty with a burning violin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 19:12:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26. August 1943 wurden aus Krimilew im südlichen Polen 400 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Am selben Tag wird das Ghetto von Zawiercie bei Kattowitz liqudiert, die Juden ebenfalls &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. August 1943 wurden aus Krimilew im südlichen Polen 400 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Am selben Tag wird das Ghetto von Zawiercie bei Kattowitz liqudiert, die Juden ebenfalls ins Vernichtungslager von Auschwitz gebracht.</p>
<p>Mitte 1943 wurde auch auf Befehl der <abbr>SS</abbr> das Mädchenorchester im Frauenlager Auschwitz-Birkenau aufgebaut.<br />
Geleitet wurde es von der berühmten österreichischen jüdischen Geigerin Alma Rose, der Nichte von Gustav Mahler.</p>
<p>Ein Männerorchester gab es in Auschwitz schon seit Jänner 1941. Die Musik wurde von den Nationalsozialisten befohlen, die Orchester, die es in fast allen Konzentrationslagern gab, mussten einerseits für gute Laune unter der <abbr>SS</abbr> sorgen und andererseits spielen, wenn neue Transporte ankamen.</p>
<p>Morgen, am 26. August gibt <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> in Wiesen, nur wenige Kilometer von Eisenstadt entfernt, sein Konzert.<br />
Und er wird wohl unter anderem auch &#8220;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love</span>&#8221; singen.</p>
<p>Seit ich (musikalisch) denken kann, liebe ich die Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span>, höre sie immer und immer wieder.<br />
Ich bin kein Musikspezialist oder gar -kritiker, mir gefällt ganz einfach seine Musik und sie berührt mich, mir gefällt seine Lyrik, ich liebe das schwermütige <span lang="fr" xml:lang="fr">Timbre</span> seiner Stimme. </p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> zitiere ich seit vielen Jahren bei Führungen im Museum jedes Mal, wenn über das Wort Kohen&#8221; (Plural &#8216;Kohanim&#8217;, Priester) gesprochen wird, als Beispiel dafür, dass man am Namen (Kohn, Kahn, Cohen, Katz &#8211; Kohen Zedek &#8216;gerechter Priester&#8217; <abbr>usw.</abbr>) die priesterliche Tradition, in der der Namensträger steht, erkennen kann. (Siehe dazu meinen Artikel &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/symbole-i/" title="Interner Link zum Beitrag 'Der Herr segne und behüte dich'">Der Herr segne und behüte dich.</a>&#8220;)<br />
Und fast jedes Mal registriere ich, dass mein Beispiel bei vielen jungen Besucherinnen/Besuchern so gar nicht ankommt, weil sie <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> offensichtlich nicht (mehr) kennen &#8230;</p>
<p>Ich liebe die Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> nicht <em>wegen</em> ihrer jüdischen  und/oder zeitgeschichtlichen Interpretationen (ich mochte sie schon, als ich die Zusammenhänge noch gar nicht begriff), ich glaube aber, dass es faszinierend ist, diese Zusammenhänge zu kennen. Sie graben sich ins Gedächtnis ein und ich höre heute manche Lieder von <span lang="en" xml:lang="en">Leonhard Cohen</span> nicht weniger gern, aber anders.</p>
<p>In einem Interview erzählt <span lang="en" xml:lang="en">Cohen</span> die Entstehungsgeschichte seines Liedtextes &#8220;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love</span>&#8220;, insbesondere der Textzeile &#8220;<strong><span lang="en" xml:lang="en">Dance me to your beauty with a burning violin</span></strong>&#8220;:</p>
<blockquote><p>&#8216;<span lang="en" xml:lang="en">Dance me to the end of Love&#8217; &#8230; it&#8217;s curious how songs begin because the origin of the song, every song, has a kind of grain or seed that somebody hands you or the world hands you and that&#8217;s why the process is so mysterious about writing a song. But that came from just hearing or reading or knowing that in the death camps, beside the crematoria, in certain of the death camps, a string quartet was pressed into performance while this horror was going on, those were the people whose fate was this horror also. And they would be playing classical music while their fellow prisoners were being killed and burnt. So, that music, &#8216;<strong>Dance me to your beauty with a burning violin</strong>,&#8217; meaning the beauty there of being the consummation of life, the end of this existence and of the passionate element in that consummation. But, it is the same language that we use for surrender to the beloved, so that the song &#8212; it&#8217;s not important that anybody knows the genesis of it, because if the language comes from that passionate resource, it will be able to embrace all passionate activity</span>.
</p></blockquote>
<p><cite>Leider ist das <span lang="en" xml:lang="en">YouTube</span>-Video mit dem <span lang="en" xml:lang="en">Interview</span> nicht mehr aufrufbar (falls jemand einen Link dazu oder zum <span lang="en" xml:lang="en">Interview</span> kennt, würde ich mich sehr freuen), zitiert wurde hier aus <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dance_Me_to_the_End_of_Love" hreflang="en">en.wikipedia.org</a></cite>.</p>
<p><em>Update 03. April 2026:</em> Danke an Frau MMMag. DDr. Sonja Huber für den Link, der den ursprünglichen Link weitgehend ersetzen kann:</p>
<p><iframe title="Leonard Cohen - Dance Me to the End of Love (live on Australian TV in 1985)" width="234" height="176" src="https://www.youtube.com/embed/d9CsYoWIK7w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Siehe auch meinen Artikel zum Jom Kippur 5784 &#8220;<a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/who-by-fire/" title="Interner Link">Who by fire</a>&#8221; vom 22. September 2023.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
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