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	<title>gattendorf &#8211; Der Transkribierer</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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		<title>Hebräischkurs 2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Aug 2013 19:03:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Montag findet in unserem Museum wieder der schon traditionelle Hebräischkurs für Fortgeschrittene statt. Wir haben schon 2009 und 2012 darüber berichtet und es kann nicht deutlich und stolz genug verkündet &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Montag findet in unserem Museum wieder der schon traditionelle Hebräischkurs für Fortgeschrittene statt. Wir haben schon <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/hebraeischkurs-2009/" title="Interner Link">2009</a> und <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/hebraischkurs-2012/" title="Interner Link">2012</a> darüber berichtet und es kann nicht deutlich und stolz genug verkündet werden: Heuer schon zum <strong>achten  Mal</strong> kamen die Damen aus ganz Österreich zum Hebräischstudium nach Eisenstadt!</p>
<p>2012 als Premiere gestartet, machten wir auch heute wieder einen Ausflug in drei ehemalige jüdische Gemeinden auf dem Gebiet der Sieben-Gemeinden des Burgenlandes, nach Frauenkirchen, Kittsee und Gattendorf &#8211; und erprobten die Hebräischkenntnisse sozusagen in der Praxis.<br />
Heuer aber leider nicht bei Traumwetter, sondern bei regelrechtem Aprilwetter, wenn auch mit mehr Regen als mit Sonnenschein. Und meine Kamera hab ich auch vergessen, das Handy musste als Ersatz dienen, bitte um Entschuldigung. Trotzdem hier unser kurzer &#8211; aber zeitnaher &#8211; Bericht:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen05GR.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen05N.jpg" width="550" height="413" alt="Herr Franz Wegleitner empfängt uns am jüdischen Friedhof" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">In Frauenkirchen, unserer ersten Station unserer kleinen Reise, empfing uns Herr Franz Wegleitner, der maßgeblich für die Ausstellung &#8220;Die Judengemeinde von Frauenkirchen – 1678 – 1938&#8221; verantwortlich zeichnete und sie mitinitiierte. Da die Ausstellung in den Nebenräumen der berühmten barocken Basilika von Frauenkirchen gezeigt wird, genossen wir zuerst seine faszinierende Führung durch den höchst beeindruckenden Kirchenraum.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen01GR.jpg"><img decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen01N.jpg" width="550" height="401" alt="Deckenfresko in der Basilika Frauenkirchen" /></a></p>
</div>
<p>Und wir fanden sogar hier Spuren der Geschichte der Juden im Burgenland. Eines der prachtvollen Deckenfreskos zeigt nämlich ein &#8220;L&#8221;, das für Kaiser Leopold I. steht. Jener Kaiser, der den Esterházys besonders verbunden war, aber eben auch jener Kaiser, der 1670/71 die Juden aus Wien vertrieben hat. Viele der damals vertriebenen Juden fanden in der Region des heutigen Burgenlandes, auf esterházysichem Gebiet, Zuflucht und waren Gründer der berühmten Sieben-Gemeinden. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen03GR.jpg"><img decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen03N.jpg" width="550" height="412" alt="Ausstellung in der Basilika von Frauenkirchen" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Die Ausstellung &#8220;Die Judengemeinde von Frauenkirchen – 1678 – 1938&#8221;, zu der unser Museum auch die Hälfte der Texte sowie viele Leihgaben beisteuern durfte, wurde bisher ausgesprochen gut besucht, schon jetzt werden mehr BesucherInnen gezählt als in allen anderen vergangenen Ausstellungen, die in der Basilika Frauenkirchen stattfanden! </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen02N.jpg" width="550" height="413" alt="Ausstellung in der Basilika von Frauenkirchen" /></a></p>
</div>
<p>Das in Originalgröße nachgebaute und begehbare Brunnenhaus zählt sicher zu den Höhepunkten der Ausstellung. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass die Ausstellung nicht nur so gut besucht ist, sondern auch sehr gut angenommen wird.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen06GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/frauenkirchen06N.jpg" width="550" height="413" alt="Grab von Ladislaus Rosenfeld" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Das Grab von Ladislaus Rosenfeld, dem Bruder des einzigen Juden, der nach Frauenkirchen zurückgekehrt war, <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/was-haette-man-auch-tun-sollen/" title="Interner Link">Paul Rosenfeld</a>. Ladislaus Rosenfeld war Leutnant und lieferte sich 1937 mit einem Freund eine Wettfahrt mit dem Motorrad, die er nicht überlebte. An seinem Begräbnis, so erzählte sein Bruder immer, nahmen mehr Leute teil als an jedem anderen Begräbnis in Frauenkirchen, die Menschenmenge war schier unüberschaubar lang.</p>
<p>Alle anderen Verwandten wurden in Auschwitz ermordet. Paul Rosenfeld konnte das nie  vergessen, vor allem nicht, dass seine beiden Neffen und Nichten darunter waren, Kinder im Alter von 8 und 6 Jahren.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee01GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee01N.jpg" width="550" height="413" alt="Jüdischer Friedhof Kittsee" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Von Frauenkirchen führte uns der Weg nach Kittsee, wo der jüdische Friedhof im Schatten des Schlosses liegt. Die Grabsteine sind sehr alt und die Inschriften teilweise noch schwerer zu lesen als auf den meisten anderen jüdischen Friedhöfen.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee02N.jpg" width="550" height="413" alt="Grabstein von Josef Walter am jüdischen Friedhof Kittsee" /></a></p>
</div>
<p class="center">Grabstein von Josef Walter.<br />
Interessant: &#8220;Josef, genannt (vulgo) Joseph&#8221; würde man heute schreiben. Aber damals? Wie wurde &#8220;Josef&#8221; wirklich genannt?</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee03GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/kittsee03N.jpg" width="550" height="413" alt="Grabstein am jüdischen Friedhof Kittsee" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Dieser abgebrochene Grabstein datiert aus dem Jahr 1692. Wir können deutlich lesen, dass der Verstorbene &#8220;Jakob&#8221; heißt und am 5. Elul 452 (17. August 1692) verstorben. Woher aber stammt dieser Jakob, dessen Nachnamen wir leider auch nicht wissen? Der zweite Teil der 1. Zeile der Inschrift scheint erstaunlicherweise deutlich schlechter und schlampiger geschrieben als der Rest der Inschrift. Seltsam?</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/gattendorf01GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/gattendorf01.jpg" width="550" height="413" alt="Tafel am Eingang zum jüdischen Friedhof Gattendorf" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Zum Abschluss fuhren wir dann noch zum jüdischen Friedhof ins nahe gelegene Gattendorf. Eine große Tafel, von einer Schulklasse gestaltet, findet sich auf dem Eingangstor. Beeindruckend!</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/gattendorf02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/gattendorf02.jpg" width="550" height="413" alt="Jüdischer Friedhof Gattendorf" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Der jüdische Friedhof in Gattendorf ist sehr gepflegt, die Inschriften aber zum Großteil &#8211; ähnlich wie in Kittsee &#8211; nur sehr schwer lesbar.</p>
<p>Mit vorwiegend vielen positiven Eindrücken kehrten wir &#8211; sehr müde &#8211; nach Eisenstadt zurück. Morgen wird dann weiter im Museum gelernt &#8230;</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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