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	<title>buchkunst &#8211; Der Transkribierer</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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	<item>
		<title>Die Störche in der Haggada</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Apr 2014 09:33:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[Wohl kaum ein Bildmotiv in einer Pesach-Haggada mag regional mehr bzw. origineller verortet sein als Störche in einer Haggada aus dem böhmisch-mährisch-ungarischen Raum, der übrigens die Heimat eines Großteils der Schreiber &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wohl kaum ein Bildmotiv in einer Pesach-Haggada mag regional mehr bzw. origineller verortet sein als  Störche in einer Haggada aus dem böhmisch-mährisch-ungarischen Raum, der übrigens die Heimat eines Großteils der Schreiber und Illuminatoren des 18. Jahrhunderts war. Vielleicht stammt die Haggada ja sogar aus der Gegend um den Neusiedler See.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch01GR.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch01GR.jpg" width="550" height="613" alt="Abraham und die 3 Engel in Mamre, Pesach Haggada 1737" /></a></p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Störche sind aus unserer Region, dem Burgenland, nicht wegzudenken, jedes Kind kennt hierzulande das alljährlich wiederkehrende schöne Schauspiel: Im Frühjahr kehren die Störche aus dem Süden zurück ins Burgenland, um hier auf den Schornsteinen ihre Nester zu bauen, Nachwuchs zu bekommen, über die Sommermonate aufzuziehen und im Herbst wieder gen Süden loszuziehen. </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="'Abraham und die 3 Engel'" href="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch00GR.jpg"><img decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch00.jpg" width="350" height="195" alt="Ausschnitt Illustration 'Abraham und die 3 Engel'" /></a></p>
</div>
<p>Etwa 30-40 Tage nachdem die Eier gelegt sind, schlüpfen die Jungen. Heuer kam übrigens der erste Storch vor wenigen Tagen, am <a href="http://burgenland.orf.at/radio/stories/2638303/" title="Externer Link zu 'burgenland.orf.at...'">26. März</a>, ins Burgenland, die Auswahl dieses Bildes für diese unsere heurigen Pesachwünsche erfolgte also keinesfalls zufällig ;-) </p>
<p>Freilich scheinen die schönen Vögel nicht erst in neuerer Zeit zu einer Art Wahrzeichen unserer Region geworden zu sein. Schon 1737, dem Entstehungsjahr unserer Pesach-Haggada, finden wir sie &#8211; quasi burgenländisches Lokalkolorit &#8211; auf dem Schornstein von Abrahams Haus. Das der Illustration zugrunde liegende biblische Motiv kennen wir schon: <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bild-der-woche-abraham-und-die-3-engel/" title="Interner Link">Abraham und die 3  Engel in Mamre</a>, eine Illustration zu einer Hymne in der Pesach-Haggada, die im Anschluss an die häusliche Pesach-/Sederfeier am 2. Pesachabend gelesen wird. </p>
<p>Ein interessantes Detail finden wir auch auf der Titelseite der Pesach-Haggada:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch02GR.jpg"><img decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/phStorch02.jpg" width="550" height="586" alt="Titelseite Pesach Haggada 1737" /></a></p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Zwischen Mose und Aaron lesen wir: </p>
<blockquote><p>Pesach Haggada, mit schönen Illustrationen, alles handgeschrieben auf Pergament mit den Druckbuchstaben von Amsterdam, im Jahre 497 nach der kleinen Zeitrechnung (= 1737)</p></blockquote>
<p>Ende des 16. Jahrhunderts ließen sich viele <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marranen" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Marranen</a>, also unter Zwang zum Christentum bekehrte iberische Juden, die sich Anfang des 17. Jahrhunderts wieder offen zum Judentum bekannten, in Amsterdam nieder. Ihr großes Interesse an hebräischer Literatur führte dazu, dass 1626 Menasse ben Israel in Amsterdam eine hebräische Druckerei gründete, in der nicht nur sehr viele hebräische und lateinische Bücher gedruckt wurden, sondern in der auch neue Schrifttypen geschnitten wurden. Die hervorragende Qualität dieser „Amsterdamer Buchstaben“ ließ später viele ausländische Schreiber – nicht ganz wahrheitsgemäß – auf ihren Titelseiten den Vermerk anbringen &#8220;Mit den Buchstaben von Amsterdam&#8221;.</p>
<p>Nun steht aber hier nicht – wie meistens – &#8220;Amsterdam&#8221; mit hebräischen Buchstaben (<span class="hebr" dir="rtl">אמשטרדם</span>), sondern &#8220;Amstelredam&#8221; (! <span class="hebr" dir="rtl">אמשטלרדם</span>), also der Name des Fischerorts, der an einem im 13. Jahrhundert errichteten Damm mit Schleuse im Fluss Amstel entstanden war.<br />
Wissen wir das nicht, würden wir vielleicht &#8220;Amstlerdam&#8221; lesen&#8230;</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Bilder der Woche &#8211; Die Venezianische Haggada</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 07:59:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5772 Im Jahr 1609 entschloss sich der in der Nähe von Padua geborene Israel ben Daniel Zifroni eine völlig neu gestaltete Pesach-Haggada herauszugeben. Ganz offensichtlich selbst nach einem langen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zum Pesachfest 5772</h2>
<p>Im Jahr 1609 entschloss sich der in der Nähe von Padua geborene Israel ben Daniel Zifroni eine völlig neu gestaltete Pesach-Haggada herauszugeben. Ganz offensichtlich selbst nach einem langen Berufsleben mit entsprechendem Bildmaterial und künstlerischen Ausstattungen bestens vertraut, mangelte es Zifroni aber auch nicht an Selbstbewusstsein. Denn unter den Titel schrieb er:</p>
<blockquote><p>Die Gestaltung jeder einzelnen Seite ist eine neue Erfindung. Der ganze Text der Haggada wurde mit Bibelszenen illustriert, damit ganz Israel all die wunderbaren Dinge sehe und verstehe, die sich die Väter nicht hatten träumen lassen.</p></blockquote>
<p>Und setzte noch drauf in Hinblick auf seine eigene Person:</p>
<blockquote><p>Burschen und Mädchen, Greise und Jünglinge, preiset den Namen des Herrn, der mich dazu veranlasst hat, mich, den Zifroni, eine derartige Pracht herauszugeben.</p></blockquote>
<p>Nun, bei allem Respekt, ganz so neu, wie er schreibt, ist freilich nicht alles in der Venezianischen Haggada. Wir finden mehrere geläufige Bildinterpretationen und Übernahmen von illustrierten Bilddrucken, aber tatsächlich wurde auch eine beachtliche Zahl von Bildern wirklich ganz neu geschaffen. So etwa die Architekturumrahmung der einzelnen Seiten; jede Seite ist von zwei Säulen eingerahmt, die einen Giebel tragen, wodurch ein sehr monumentaler Eindruck entsteht.</p>
<p>Eine weitgehend neue und sehr phantasievolle Illustrierung finden wir auch auf Seite 15 der Haggada:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/venezHagGR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/venezHag.jpg" width="550" height="412" alt="Venezianische Haggada, 1629, Seite 15" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Über dem Bild eine Art Überschrift in deutscher Sprache, in Raschi-Schrift geschrieben:</p>
<blockquote><p>Wie die Weiber haben sich gespiegelt mit ihren Mannen.<br />
und unter den Apfelboim sein sie kumen zusammen.
</p></blockquote>
<p>Beim Bild handelt es sich – grundsätzlich &#8211; um die Illustrierung jenes Textes in der Pesach-Haggada, der den Propheten  Ezechiel zitiert und dessen Wort sozusagen als Metapher für die Vermehrung der Israeliten in Ägypten anführt (der hebräische Text ist unter dem Bild zu sehen):</p>
<blockquote><p><strong>Zahlreich</strong> &#8211; wie es heißt (Ezechiel 16:7):<br />
Zahlreich wie die Pflanzen des Feldes habe Ich dich gemacht, vermehrt hast du dich und bist groß geworden und bist gekommen in feinstem Schmuck, Brüste reiften und dein Haar spross – doch du warst nackt und bloß.</p></blockquote>
<p>Die Venezianische Haggada zeigt aber nicht – etwa wie die Mantua-Haggada (1560 u. 1568) &#8211; eine nackte vollbusige Frau mit langem wirrem Haar, sondern <strong>3 Einzelszenen</strong> in einem Bildrahmen am oberen Seitenrand. Und diese wollen wir uns genauer ansehen:</p>
<p>Wir beginnen </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/venezHagL.jpg" width="225" height="253" alt="Linkes Bild der Illustration" /></p>
</div>
<p><strong>Links:</strong> Unter einem Apfelbaum sitzen ein Mann und eine Frau, die in einen Spiegel schauen.  Die Anregung zu allen drei Bildern stammt aus der rabbinischen Tradition (siehe v.a.  Sota 11b; Exodus rabba 1,7.12; Tanchuma Pequde 9), die berichtet, dass die Israeliten, die in Ägypten Zwangsarbeit verrichten mussten, nicht zu Hause schlafen durften, um ihren Frauen nicht beizuwohnen und Nachkommen zeugen zu können. Aber die Frauen gingen zu ihren Männern auf die Felder und brachten ihnen kleine Fische zum Essen. Nach dem Essen nahmen die Frauen ihre Spiegel und schauten gemeinsam mit ihren Männern hinein. Durch die erotische Anregung schwanger geworden kehrten sie zurück nach Hause. Zur Geburt gingen sie aber wieder auf das Feld hinaus und gebaren unter dem Apfelbaum, wie es im Hohelied 8,5 heißt:</p>
<blockquote><p>Unter dem Apfelbaum hab ich dich geweckt, dort, wo deine Mutter dich empfing, wo deine Gebärerin in Wehen lag.
</p></blockquote>
<p class="centered"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/venezHagM.jpg" width="225" height="323" alt="Mittleres Bild der Illustration" /></p>
<p><strong>Mitte:</strong> Das mittlere Bild bezieht sich direkt auf den Haggada-Text davor (also vor dem Ezechielzitat, s.o.):</p>
<blockquote><p><strong>Groß und stark: </strong>wie es heißt in Ex 1,7:<br />
Aber die Söhne Israels waren fruchtbar, sodass das Land von ihnen wimmelte. Sie vermehrten sich und wurden überaus stark; sie bevölkerten das Land.
</p></blockquote>
<p>Um die Illustration zu verstehen, müssen wir den Pentateuchkommentar des Raschi (Rabbi Schlomo ben Jitzchaq, 1040-1105) heranziehen, der sich auf die 6 Worte bezieht, die in diesem Bibelvers die Fruchtbarkeit der Israeliten beschreiben:</p>
<blockquote><p>Und <strong>wimmelten</strong>, sie gebaren sechs in EINEM Mutterschoß (also bei einer Schwangerschaft).</p></blockquote>
<p>Die Darstellung der sechs gleich großen Kinder, die sich um die Mutter scharen,  bezieht sich also auf die Interpretation Raschis. Die Bildvorlage selbst dürfte Zifroni von der Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, fol. 71 genommen haben:</p>
<p class="centered"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/castellazzo.jpg" width="444" height="686" alt="Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, fol. 71" /></p>
<p class="centered">Bilderbibel. Warschau, Jüdisches historisches Institut, Codex 1164. Oberitalien, Kopie einer Holzschnittfolge des Moses dal Castellazzo (ca. 1520) aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.<br />
Fol. 71: Vermehrung der Israeliten in Ägypten: Jede Mutter hat sechs Kinder (s.o.).</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/venezHagR.jpg" width="225" height="358" alt="Rechtes Bild der Illustration" /></p>
</div>
<p><strong>Rechts:</strong><br />
Die Ägypter wollten die neugeborenen israelitischen Kinder töten, doch die Erde verschlang sie schützend. Nachher aber kamen sie wie Pflanzen wieder aus der Erde hervor. Daher finden sich in der Illustration die Blumen vor den Kindern!</p>
<p>Dieses dritte Bild ganz rechts basiert wieder auf dem eingangs zitierten Prophetenwort Ezechiel 16,7:</p>
<p><em>&#8220;Zahlreich wie die Pflanzen auf dem Felde habe ich dich gemacht &#8230;&#8221;</em></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p><em>Anmerkung:</em> Nur der Genauigkeit halber sei hier kurz angemerkt, dass für die obige Beschreibung nicht der Druck (der Venezianischen Haggada) von 1609 (Bodleian Library in Oxford, Ms. Opp. Add. Fol. III, 468), sondern die Faksimileausgabe für den Druck von 1629, Bne Brak 1975 mit einer Einleitung von Bezalel Narkiss, herangezogen wurde. In der Ausgabe von 1609 wäre die besprochene Illustration auf Seite 14 zu finden.<br />
Die beiden Ausgaben unterscheiden sich marginal, <abbr>u.a.</abbr> in der Paginierung um eine Seite. In beiden Ausgaben aber wird auf der Titelseite vermerkt, dass es sich um eine &#8220;neue Erfindung auf jeder einzelnen Seite handelt und dass der Text entsprechend illustriert wurde&#8221;.</p>
<h3>Literatur</h3>
<ul>
<li>Kurt Schubert, in: Klaus Lohrmann (<abbr>Hg.</abbr>), 1000 Jahre österreichisches Judentum, Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1982, 326 (No. 73)</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Bilder zur Bibel im Judentum, Graz <abbr>o.J.</abbr></li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst I, Graz 1983</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst II, Graz 1992</li>
</ul>
<p class="tipp">&nbsp;</p>
<p class="centered"><strong>Wir wünschen Ihnen ein frohes und koscheres Pesachfest 5772!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פסח כשר ושמח</span></p>
<p class="centered">Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Purim 5772/2012</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bild-der-woche-purim-5772-2012/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 08:56:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[purim]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 14. Adar, heuer Donnerstag, der 8. März, wird Purim gefeiert. Die Ereignisse, auf die sich das Fest bezieht, liegen in teils historischer, teils legendärer Überlieferung im biblischen Buch Ester vor. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 14. Adar, heuer Donnerstag, der 8. März, wird Purim gefeiert. Die Ereignisse, auf die sich das Fest bezieht, liegen in teils historischer, teils legendärer Überlieferung im biblischen Buch Ester vor. Das Fest wurde nach dem &#8220;Pur&#8221;, dem Los benannt, nach welchem der königliche Ratgeber Haman den 13. Adar zur Vernichtung der persischen Juden zur Herrschaftszeit des Achaschwerosch/Artaxerxes festgelegt hatte. Durch das Einschreiten Esters und ihres Cousins/Onkels <abbr>bzw.</abbr> Adoptivvaters Mordechai konnte aber das Unglück von den Juden in Persien abgewandt werden &#8230; und es wurden nicht die Juden ausgerottet, sondern Haman und seine 10 Söhne landeten schließlich am Galgen.</p>
<p>Eine höchst interessante und vor allem ungewöhnliche Darstellung einer Reihe von Szenen aus dem Buch Ester finden wir fol. 157r im Regensburger Pentateuch (um 1300, Jerusalem, Israel Museum, Ms 180/52).  </p>
<p>Die Darstellungen zeigen hier keinerlei Übereinstimmung mit früheren Wiedergaben des Themas oder mit außerbiblischen Midraschmotiven! Die Themen der sechs Bilder sind in zwei Reihen übereinander angeordnet: in der oberen Reihe, unter einer Doppelarkade, steht Ester vor Achaschwerosch, der auf seinem Thron sitzt, links daneben der erhängte Haman. In der unteren Reihe dann die 10 erhängten Söhne Hamans, rechts daneben Mordechai auf dem Pferd des Königs. Unter dem Pferdehuf ein menschlicher Kopf, wohl jener des Haman? Die Söhne sind jeweils zu fünft auf zwei Balken aufgehängt:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/regensburgGR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/regensburg.jpg" width="550" height="799" alt="Regensburger Pentateuch, um 1300, fol. 157r" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Das hebräische Wort &#8220;Ez&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">עץ</span> bedeutet sowohl &#8220;Holz&#8221; als auch &#8220;Balken&#8221;, was die ungewöhnliche Darstellung im Regensburger Pentateuch rechtfertigt! Außerdem entspricht sie dem biblischen Bericht, in dem über die Tötung Hamans und jene seiner Söhne getrennt berichtet wird: </p>
<blockquote><p>Vor dem Haus Hamans steht schon ein fünfzig Ellen hoher Galgen; ihn hat Haman für Mordechai aufgestellt, der dem König durch seine Anzeige einen guten Dienst erwiesen hat. Der König befahl: Hängt ihn daran auf! Da hängen sie Haman an den Galgen, den er für Mordechai errichtet hatte&#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Ester 7,9</cite></p>
<p>Und erst zwei Kapitel später, in Ester 9,13f, ist auch von der Tötung der 10 Söhne Hamans die Rede:</p>
<blockquote><p>Ester antwortete:  &#8220;Außerdem soll man die zehn Söhne Hamans an den Galgen hängen&#8221;. Der König befahl, es solle so geschehen. Man gab also in Susa noch einen Erlass heraus und hängte die zehn Söhne Hamans auf&#8230;
</p></blockquote>
<p>Schließlich soll noch ein Beispiel gezeigt werden, wie die mit dem Regensburger Pentateuch etwa zeitgleichen Handschriften aus Deutschland die Hängung Hamans und seiner Söhne darstellen: nämlich an den Zweigen eines Baumes:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/wormsGR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/worms.jpg" width="550" height="1064" alt="Wormser Machzor, 1272, fol. 57r" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Wormser Machzor, 1272, Jerusalem, National- und Universitätsbibl. Ms. Hebr. 4° 781/I, fol. 57r</p>
<p class="centered">
<strong>Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Purim!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פורים שמח לכולם</span></p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; vor allem jenen, die eine Lesehilfe für die Megillat-Ester benötigen &#8211; die Schulungsvideos von Rabbiner Rabbi Hillel Chajm Lavery-Yisraeli aus Jerusalem! Gefunden und mehr Informationen auf &#8220;<a href="http://www.sprachkasse.de/blog/2012/03/04/purim-die-megille-horen/" title="Externer Link zu 'sprachkasse.de...'">Chajms Sicht</a>&#8220;!</em></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Chanukka und ein abgeschlagener Kopf</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bild-der-woche-chanukka-und-ein-abgeschlagener-kopf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 10:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[chanukka]]></category>
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					<description><![CDATA[Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben</h2>
<p>Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im  Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre zuvor den Tempel entweiht hatte.  So lesen wir im ersten Buch der Makkabäer 4,52-59, das sich übrigens – und das mag erstaunen – wie auch das zweite Buch der Makkabäer nicht in der hebräischen Bibel befindet! </p>
<p>Im Traktat Schabbat 21b des babylonischen Talmud werden die acht Tage mit einer Legende begründet, dass nämlich das wenige vorhandene Öl nicht ausreichte, um die Flammen des Leuchters acht Tage zu nähren, und nur ein einziges Krüglein Öl tatsächlich den Leuchter acht Tage lang speisen konnte, bis wieder neues &#8220;koscheres&#8221; (rituell taugliches) Öl zur Verfügung stand: </p>
<blockquote><p>Ein großes Wunder geschah dort!</p></blockquote>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/juditHolofernesGRR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/juditHolofernesGRR.jpg" width="550" height="628" alt="Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Judit mit dem abgeschlagenen Kopf des Holofernes. Illustration zu Chanukka im Birkat ha-mazon von Meschullam Simmel, Wien 1751.<br />
Das Büchlein ist übrigens gerade mal 8.4cm x 10.4cm groß und in unserer Dauerausstellung zu besichtigen!</p>
<p>Wir  befassen uns heute ein wenig mit den &#8220;Birkat-ha-mazon&#8221;-Büchlein, einer Sammlung von &#8211; vor allem ab dem 18. Jahrhundert &#8211; meist eher textknappen Segenssprüchen zu den verschiedensten Situationen des Alltags samt den dazugehörigen Illustrationen, die in keinem jüdischen Haushalt fehlen durften. Der älteste und nur in einem einzigen Exemplar erhaltene Druck eines solchen Büchleins wurde im Jahr 1514 in Prag herausgebracht. Einheitlich in allen Handschriften finden wir am Beginn die Segenssprüche zu den beiden Freudenfesten Purim und Chanukka, wobei insbesondere eine Bildrezension zu Chanukka nicht ganz leicht zu überblicken ist. Denn in vielen Birkat-ha-mazon-Handschriften und -Drucken ist der Chanukkatext nicht nur mit einem Leuchter illustriert, den der in zeitgenössische Tracht gekleidete Hausherr entzündet, sondern es findet sich noch zusätzlich die Darstellung von Judit, die dem schlafenden Feldherrn Holofernes den Kopf abschneidet und diesen in einen von ihrer Dienerin bereitgestellten Sack gibt. </p>
<p>Die Geschichte von Judit und Holofernes lesen wir übrigens im Buch Judit, das sich – wiederum erstaunlich – so wie die beiden Makkabäerbücher ebenfalls nicht in der hebräischen Bibel findet:</p>
<blockquote><p>Dann ging sie zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr, du Gott Israels, am heutigen Tag! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Dann wälzte sie seinen Rumpf von dem Lager und riss das Mückennetz von den Tragstangen herunter. Kurz danach ging sie hinaus und übergab den Kopf des Holofernes ihrer Dienerin, die ihn in einen Sack steckte &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Judit, 13, 6-10</cite></p>
<p>Ein Chanukka-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pijjut" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Pijjut</a>, also eine religiöse Dichtung zum Fest, erklärt die Verbindung der Judith-Holofernesgeschichte mit jener von Chanukka:<br />
Demnach verbot König Antiochus Epiphanes nicht nur die Ausübung der jüdischen Religion, sondern bestimmte als weitere judenfeindliche Maßnahme, dass dem Oberkommandanten das &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ius_primae_noctis" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">ius primae noctis</a>&#8221; zustehe. Als dieses aber bei der Tochter des Hohepriesters Jochanan zur Anwendung kommen sollte, töteten ihre Brüder mit Judas Makkabäus an der Spitze den feindlichen Feldherrn. Daraufhin zog Holofernes aus Rache gegen Jerusalem und wurde dort von der tapferen Judit getötet. </p>
<p>Daher findet man diese Darstellung vor allem in jenen Birkat-ha-mazon-Handschriften, die für weibliche Besitzer bestimmt waren, um auf die tapferen Frauen Israels hinzuweisen &#8230;</p>
<p>Bleibt noch anzumerken, dass der Chanukkabrauch, gesalzene Käsegerichte zu essen, auf dieses Ereignis zurückgeht: Angeblich setzte Judit dem Holofernes gesalzenen Käse vor und nachdem dieser seinen großen Durst mit vielen Bechern Wein gelöscht hatte und betrunken eingeschlafen war, konnte sie ihm den Kopf abschlagen.</p>
<p class="centered"><strong>Aber nicht mit dem Klassiker &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maos_Zur" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Maos Zur</a>&#8220;, einem Pijjut aus dem 13. Jahrhundert, sondern mit einem sehr modernen rockigen Adam Sandler wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest &#8211; <span lang="en" xml:lang="en">Happy</span> Chanukka &#8211; חג אורים שמח<br />
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!</strong></p>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Jona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 10:23:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag). Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r Am Versöhnungstag wird &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In wenigen Tagen, am 10. Tag nach Rosch haSchana, also am 10. Tischre, heuer Schabbat, der 08. Oktober, ist Jom Kippur (Versöhnungstag). </strong></p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/kennicot01GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/kennicot01.jpg" width="550" height="507" alt="Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r" /></a></p>
<p class="centered">Meerwurf des Jona, Kennicot-Bibel, fol. 305r</p>
</div>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p>Am Versöhnungstag wird in der Synagoge das kleine Prophetenbuch Jona gelesen. Und zwar zum Mincha, das etwa in der <a href="http://www.ikg-wien.at/?page_id=1508" title="Externer Link zu 'ikg-wien.at...'">Wiener Synagoge (Seitenstettengasse) um 18.10 Uhr</a> gebetet wird.</p>
<p>Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Jona ben Amittai? Als das Wort Gottes an ihn ergeht, nach Ninive zu gehen, versucht Jona an die Goldküste von Tarschisch zu fliehen. Jona möchte sich dem Auftrag Gottes entziehen, versteckt sich auf einem Schiff, das aber bald in schwere Turbulenzen gerät, woraufhin sich Jona schlafend stellt. Die Matrosen entdecken den blinden Passagier und der Kapitän, der in Jona den Schuldigen für den Sturm vermutet, stellt den sich schlafend Stellenden zur Rede. Dann warfen sie Jona ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Jona selbst aber wurde gerettet, denn der Herr schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang und ihn nach 3 Tagen ans Land spie. Gott sprach ein zweites Mal zu Jona und diesmal ging dieser nach Ninive, wie es ihm befohlen war &#8230;</p>
<p>Eine ausgesprochen bemerkenswerte Interpretation der &#8220;Antwort des Jona&#8221; an den Kapitän des Schiffes finden wir im gleichnamigen Buch von Schalom ben Chorin (Hamburg, 1966):</p>
<blockquote><p>Und nun tun der Kapitän und seine Gefolgschaft genau das, was die Völker in der fast zweitausendjährigen Diaspora-Geschichte Israels immer wieder taten, sie fragten den Juden auf seine Existenz hin:</p>
<p><strong>&#8220;Sage uns, warum geht es uns so übel? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volke bist du?&#8221;</strong> (Jona 1,8).</p>
<p>Sie fragen ihn als den Fremden, den Ur-Frenden, und sie fragen ihn sofort nach ihrem eigenen Unglück. Er, der Gefragte, soll ihnen sagen, warum es ihnen so übel ergeht? Er, der Fremde, muss den Schüssel für das Unglück der Völker haben &#8230;</p>
<p>Und nun erwacht Jona zur Erkenntnis der eigenen Existenz und gibt jene umfassende Antwort, in der Wesen und Sendung Israels in ihrer Doppelheit formuliert ist:</p>
<p><strong>&#8220;Ich bin ein Hebräer und fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, welcher gemacht hat das Meer und das Trockene&#8221;</strong> (Jona 1,9)</p>
<p>Diese Antwort ist die <strong>ganze</strong> Antwort des Judentums &#8230; [sie] zerfällt in zwei Teile, die aber ein unlösbares Ganzes bilden: in den nationalen und den religiösen Existenzbezug Israels.</p>
<p>Jona beginnt mit dem nationalen Bekenntnis: &#8220;Ivri Anochi&#8221; &#8211; Ein Hebräer bin ich. Er tarnt sich nicht. Er stellt das eindeutige und klare Bekenntnis zur hebräischen Nation allem Credo voran &#8230; Aber damit erschöpft sich die Antwort nicht, sondern sie setzt sich fort, geht &#8230; über in das monotheistische Bekenntnis&#8230;</p>
<p>Das religiöse und nationale Element sind in der Antwort des Jona enthalten und machen so &#8211; in dieser unlösbaren Einheit &#8211; jüdisches Bekenntnis, jüdische Antwort an die fragende Welt aus.</p>
</blockquote>
<p><cite>Schalom ben Chorin, a.a.O., 13ff</cite></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/kennicott02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/kennicott02.jpg" width="250" height="342" alt="Kolophon des Malers, Kennicot-Bibel, fol. 447r" /></a></p>
</div>
<p>Das Bild oben, &#8220;Der Meerwurf des Jona&#8221;, finden wir in der Kennicot-Bibel (Oxford, Bodleian Libr. Ms. Kennicot 1), einer 1476 in La Coru&ntilde;a geschriebenen sephardischen Bibel. Als Vorlage diente die Cervera-Bibel. Deren Schreiber, Samuel ben Abraham ibn Natan, berichtet, dass er sich ein Jahr lang in dem kleinen Ort Cervera aufgehalten habe, um dort sein gebrochenes Schienbein zu heilen, und dass er in dieser Zeit (18. Juli 1299 &#8211; 19. Mai 1300) die Bibel geschrieben habe. Beide Bibeln haben sowohl ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kolophon_%28Schriftst%C3%BCck%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Kolophon</a> des Schreibers als auch eines des Malers, was für jüdische Handschriften eine große Seltenheit ist. Sämtliche Buchstaben des Kolophons sind aus zoo-, anthropomorphen oder aus vegetabilen Bestandteilen zusammengesetzt, eine Eigentümlichkeit der sephardischen Buchmalerei, in der solche aus Tier- und Menschenprotomen gebildeten Buchstaben häufig für Initialwörter Verwendung fanden.</p>
<p>Das Kolophon des Malers (fol. 447r) befindet sich genau wie in der Cervera-Bibel auf dem letzten Blatt der Handschrift und wiederholt auch wörtlich den dortigen Text: </p>
<blockquote><p>Ich, Joseph, ibn Chajim, illustrierte dieses Buch und vollendete es.</p></blockquote>
<p>Auch der &#8220;Meerwurf des Jona&#8221; ist in der Kennicot-Bibel (fol. 305r) aus der Cervera-Bibel übernommen (dort fol. 304r).</p>
<p><cite>Vgl. Ursula und Kurt Schubert, Jüdische Buchkunst, I, Graz 1983, 83f</cite></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
<p class="centered">
<iframe loading="lazy" title="Yom Kippur: A Book of Jonah song for kids on the Jewish holidays" width="234" height="132" src="https://www.youtube.com/embed/LsAcI4dXK48?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</p>
<p class="centered">Yom Kippur: Overboard (Jonah&#8217;s Song)</p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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		<title>Bilder der Woche &#8211; Die Vogelkopf-Haggada</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 11:54:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5771 – II Nach unserem ersten Beitrag zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten, widmen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zum Pesachfest 5771 – II</h2>
<p>Nach unserem <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bild-der-woche-abraham-und-die-3-engel/" title="Interner Link zum Beitrag 'Abraham und die 3 Engel'">ersten Beitrag</a> zu Pesach mit einem Blick in die Pesach-Haggada des Rothschild-Miscellanys, in dem wir Abraham und den 3 Engeln in Mamre begegneten, widmen wir uns heute einer der wohl faszinierendsten, weil vielleicht auffälligsten Pesach-Haggadot, der sogenannten Vogelkopf-Haggada, Süddeutschland, spätes 13. Jahrhundert.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH01GRR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH01GR.jpg" width="550" height="312" alt="Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die Israeliten sammeln Wachteln und Manna, wie es im 2. Buch Mose (Exodus), 16,13-15 heißt</p>
<blockquote><p>Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.</p></blockquote>
<p>Um die wahrscheinlich seltsam anmutende Darstellung der Menschen mit Vogelköpfen zu verstehen, müssen wir ein paar Jahrhunderte in der Geschichte zurückblättern. Denn im 2. Buch Mose (Exodus), 20,4 finden wir das sogenannte Bilderverbot biblisch begründet:</p>
<blockquote><p>Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.</p></blockquote>
<p>Und doch: Die weithin gängige Meinung von einer allgemeinen jüdischen Bilderfeindlichkeit musste spätestens in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts revidiert werden, vor allem aufgrund der Aufdeckung der Synagoge von Dura Europos sowie bedeutender Funde mehrerer spätantiker figürlicher Fußbodenmosaiken. Es gab viele Jahrhunderte währende Zeitspannen, in denen das jüdische Bilderverbot, insbesondere unter dem Einfluss der im Umfeld wohnenden bilderfreudigen andersgläubigen Völker, aufgegeben bzw. nur auf die Herstellung von vollplastischen Figurendarstellungen beschränkt wurde.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH02GRR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH02GR.jpg" width="550" height="299" alt="Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
<p class="centered">Vorbereiten der ungesäuerten Brote für den Auszug aus Ägypten. Die ausziehenden Israeliten tragen auf ihrem Rücken den ungesäuerten Teig laut 2. Buch Mose (Exodus), 12,34:</p>
</div>
<blockquote><p>Das Volk nahm den Brotteig ungesäuert mit; sie wickelten ihre Backschüsseln in Kleider ein und luden sie sich auf die Schultern.</p></blockquote>
<p>Vor allem das Christentum in West- und Mitteleuropa des 13. Jahrhunderts bot jüdischen Handwerkern die Möglichkeit, die Schreib- und Malkunst zu erlernen. Denn neben den klösterlichen Skriptorien, in denen die heiligen Texte von Mönchen geschrieben und illuminiert worden waren, kamen nun zunehmend bürgerliche Malerwerkstätten auf. Und von diesen übernahmen die jüdischen Künstler bald inhaltliche Anregungen, sogar ganze Bildvorlagen und oft auch den jeweiligen Malstil.</p>
<p>Selbstverständlich erhoben jüdische Gelehrte wieder ihre Stimmen gegen die neuerwachte jüdische Figurenmalerei, nur waren viele von ihnen konzessionsbereiter als in der Spätantike (da durch die Übernahme von christlichen bildlichen Vorlagen keine Gefahr eines Abfalls zum Götzenkult befürchtet werden musste!). In manchen Gegenden wurde aber auch von jüdischen Malern versucht, den Einwänden ihrer Gelehrten Rechnung zu tragen, indem sie die Darstellung des &#8220;ganzen&#8221; Menschen vermieden: Man verhängte z.B. das Gesicht mit Haaren, deutete die Gesichtszüge nur an oder gab eben den Menschen Tier- oder Vogelgesichter. In der Vogelkopfhaggada sind die menschlichen Köpfe durch Vogelköpfe mit Adlerschnäbeln ersetzt. Die männlichen Israeliten sind durch den mittelalterlichen jüdischen Spitzhut gekennzeichnet.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH03GRR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/vogelkopfH03GR.jpg" width="550" height="271" alt="Hausherr und seine Frau am Sedertisch, Hausherr liest aus der Pesach-Haggada, Vogelkopf-Haggada" /></a></p>
</div>
<p>Die illustrierte Pesach-Haggada war sicher gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus dem Gebetbuch herausgelöst worden und als eigenes Büchlein für den ersten Abend von Pesach, den Sederabend, gestaltet worden, wofür unsere Vogelkopfhaggada der schönste Beweis ist. Darin finden wir überdies noch am Beginn des liturgischen Texts ein Bild des Hausherrn und seiner Frau am Sedertisch, das zeigt, wie der Hausherr aus der Pesach-Haggada vorliest. Faszinierend: Diese ist übrigens eindeutig an derselben Stelle aufgeschlagen wie die Haggada selbst (siehe vergrößertes Bild!).</p>
<h3>Literatur</h3>
<ul>
<li>Lohrmann <abbr>K.</abbr> (<abbr>Hg.</abbr>), 1000 Jahre österreichisches Judentum, Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1982</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Bilder zur Bibel im Judentum, Graz <abbr>o.J.</abbr></li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst I, Graz 1983</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst II, Graz 1992</li>
</ul>
<p class="tipp">&nbsp;</p>
<p class="centered"><strong>Wir wünschen ein frohes und koscheres Pesachfest 5771!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פסח כשר ושמח</span></p>
<p class="centered">Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!</p>
<p class="tipp"><strong>Bitte beachten Sie den <a href="https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bilder-der-woche-die-vogelkopf-haggada/#comment-1679" title="Interner Link">wunderbaren und ausführlichen Kommentar mit vielen Bildbeispielen von Meir Deutsch</a>!</strong></p>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Abraham und die 3 Engel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 11:42:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5771 &#8211; I Pesach naht &#8211; und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich u.a. gar eindrucksvolle Pesach-Haggadot finden. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zum Pesachfest 5771 &#8211; I</h2>
<p>Pesach naht &#8211; und was läge da näher, als einen Blick in unsere Handschriften- und Faksimilesammlung zu werfen, in der sich <abbr>u.a.</abbr> gar eindrucksvolle Pesach-Haggadot finden.</p>
<p>Unsere Miniserie zu Pesach beginnen wir heute aber mit dem umfangreichsten und aufwendigsten aller hebräischen Manuskripte, dem sogenannten &#8220;<strong><span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span></strong>&#8220;. Das beeindruckende Manuskript bezeichnet <abbr>Prof.</abbr> Israel Ta-Shema im Begleitband zur Faksimileausgabe sogar als eigene &#8220;Bibliothek&#8221;.</p>
<p>Das 948 Seiten dicke Faksimile ist in feinkörniges Marokko-Ziegenleder eingebunden und beinhaltet 70 religiöse und säkulare Werke, die in 37 Kapiteln zusammengefasst werden. Auf 816 illustrierten Seiten beschreiben mit Gold und Silber minutiös verzierte Miniaturen beinahe jeden Brauch des jüdischen Lebens in allen Einzelheiten. Unter den säkularen Werken finden sich naturwissenschaftliche und philosophische Abhandlungen, unter den religiösen auch die Pesach-Haggada.</p>
<p>Das ausgesprochen elegante und prächtig gestaltete <span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span> wurde 1479 in Italien von Moses ben Jekutiel Hakohen in Auftrag gegeben und ausgeführt und befindet sich heute im Israel Museum in Jerusalem. Mehr über die geheimnisvolle Geschichte des Miscellany sowie eine Inhaltsangabe und Bildbeispiele finden Sie auf der <span lang="en" xml:lang="en">Website</span> der &#8220;<a href="http://www.facsimile-editions.com/de/rm/" title="Externer Link zu 'facsimile-editions.com'">Facsimile Editions</a>&#8220;.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title=""  href="https://der-transkribierer.at/bilder/rothschildM01GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/rothschildM01.jpg" width="550" height="312" alt="Abraham und die 3 Engel zu Mamre, Rothschild Miscellany" /></a></p>
<p class="centered">Auf dem Bild sehen wir das Motiv, wie Abraham die drei Engel in Mamre bewirtet. Es handelt sich dabei um die Illustration zu einer Hymne in der Pesach-Haggada, die im Anschluss an die häusliche Pesach-/Sederfeier, und zwar am 2. Pesachabend, gelesen wird! (<span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span>, folio 119, Tafel 47)<br />
<em>Bitte klicken Sie auf das Foto, um es zu vergrößern. Wir zeigen hier nur einen Ausschnitt des Bildes, um die Ladezeit der Seite in Grenzen zu halten</em>
</p>
</div>
<p>Den biblischen Text finden wir im 1. Buch Mose (Genesis) 18,1-15. Der erste Vers erzählt, dass Gott dem Abraham erschienen sei; gleich darauf, in Vers 2ff, ist die Rede von 3 Männern <abbr>bzw.</abbr> Engeln, die erscheinen und denen Abraham vom Eingang des Zeltes her entgegenläuft, sich vor ihnen niederwirft und ihnen schließlich ein Mahl bereitet, das die 3 Männer auch einnehmen. Es werden also in den wenigen Bibelversen zwei verschiedene Traditionsschichten miteinander verbunden: einmal kündet Gott selbst dem Abraham und seiner Sara die Geburt eines Sohnes an, nach der anderen waren es die drei Männer bzw. Engel. </p>
<p>Diesem Motiv, das auch in der frühchristlichen Kunst belegt ist, wollen wir uns einmal in einem eigenen Beitrag ausführlicher widmen, vor allem natürlich im Blickwinkel der rabbinischen Literatur. Hier sei nur festgestellt, dass der Wechsel von Gott und den drei Männern im biblischen Text im rabbinischen Kommentar zur Gleichsetzung von Gott mit den drei Engeln führte. </p>
<p>Warum aber finden wir dieses Motiv illustriert in der Pesach-Haggada?</p>
<p>Dazu müssen wir den entsprechenden Text der Hymne in der Haggada kennen (der Text befindet sich auch im <span lang="en" xml:lang="en">Rothschild Miscellany</span> auf derselben Seite gleich neben den Bildern, siehe größeres Bild):</p>
<blockquote><p>So sprecht vom Opfer des Pesach!<br />
Wunderbar zeigt Deine Kraft sich zu Pesach,<br />
Zum ersten der Feste erhobst du das Pesach,<br />
Abraham erschienst du mitternachts zu Pesach.<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
In der Tagesglut kamst an seine Tür Du zu Pesach,<br />
Die Engel speise er mit Mazzot zu Pesach,<br />
Und lief zu den Rindern, dem Opfer des Pesach,<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
&#8230;
</p></blockquote>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a data-rel="lightbox-gallery-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" data-magnific_type="gallery" title="" href="https://der-transkribierer.at/bilder/rothschildM02GR.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/rothschildM02.jpg" width="150" height="182" alt="Die Zerstörung von Sodom, Rothschild Miscellany" /></a></p>
</div>
<p>PS: Unter dem Bild mit dem Motiv &#8220;Abraham und die drei Engel zu Mamre&#8221; befindet sich eine zweite Illustration, die die Zerstörung Sodoms zeigt.</p>
<p>In der Bibel folgt die Geschichte um das Gericht über Sodom gleich anschließend in Kapitel 19 und auch in der Pesach-Haggada heißt es, ebenfalls gleich anschließend, in der Hymne:</p>
<blockquote><p>Das sündige Sodom verbrannte zu Pesach,<br />
Der gerettete Lot buk Mazzot zu Pesach,<br />
Ägyptens Land fegtest Du kahl zu Pesach,<br />
So sprecht vom Opfer des Pesach.<br />
&#8230;
</p></blockquote>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Turmbau zu Babel</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/religion-und-kultur/bild-der-woche-turmbau-zu-babel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 12:11:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von Peter Brueghel? Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;, wie wir sie etwa in &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Turmbau_zu_Babel_(Bruegel)" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Peter Brueghel</a>?</p>
<p>Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas &#8220;Turmbau zu Babel&#8221;, wie wir sie etwa in der aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden spanischen Pesach-Haggada, der &#8220;Goldenen Haggada&#8221;, finden (London, <span lang="en" xml:lang="en">British Library</span>, <abbr>Add</abbr> 27210, <abbr>fol.</abbr> 3<abbr>r</abbr>):</p>
<p>Die Illustration ist unterschrieben mit &#8220;Generation der Sprachenverwirrung&#8221;.<br />
Rund um den babylonischen Turm geht es ziemlich blutrünstig zu: Außer einem Mann, der im Begriff ist, mit Hilfe eines Flaschenzugs einen Eimer in die Höhe zu ziehen, sind alle anderen Personen nicht mit dem Turmbau beschäftigt, sondern nur damit, einander umzubringen:<br />
Dem Baumeister (links im Bild) werden Steine auf den Kopf geworfen, er selbst hält einen Stein, bereit zum Wurf, in der Hand, andere bekämpfen einander mit Messern &#8230; Dieser Streit aller gegen alle ist das entscheidende Element der rabbinischen Deutung der Bibelstelle in 1 Mose 11,7:  </p>
<blockquote><p>Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
</p></blockquote>
<p>Wenn nämlich das hebräische Wort <span class="hebr" dir="rtl">נבלה</span> &#8220;navla&#8221; (&#8220;wir wollen verwirren&#8221;) anders vokalisiert wird, erhalten wir das Wort  &#8220;nevela&#8221; (&#8220;Leiche/Leichnam&#8221;).<br />
So heißt es auch etwa im Midrasch Genesis Rabba <abbr>p</abbr> 38,10:</p>
<blockquote><p>Es sagte Rabbi Abba bar Kahana: &#8216;Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.&#8217; Einer sagte zu seinem Nächsten &#8216;Bring mir eine Axt, er aber brachte ihm eine Schaufel.&#8217; Da schlug er ihn und verletzte ihn am Gehirn. Das ist, was geschrieben steht: &#8216;Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.&#8217;</p></blockquote>
<div class="clearfix">&nbsp;</div>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Jagdszene</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Der Transkribierer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 11:16:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>
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					<description><![CDATA[In der vergangenen Woche erhielten wir eine sehr nette Anfrage vom Autor einer Dalmatiner-Chronik, dem im Zuge seiner Recherchen Darstellungen von Jagdszenen (mit Dalmatinern) in jüdischen Handschriften aufgefallen sind. Das aus &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der vergangenen Woche erhielten wir eine sehr nette Anfrage vom Autor einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dalmatiner" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org/wiki/Dalmatiner'">Dalmatiner</a>-Chronik, dem im Zuge seiner Recherchen Darstellungen von Jagdszenen (mit Dalmatinern) in jüdischen Handschriften aufgefallen sind.</p>
<p>Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Blatt (<abbr>fol.</abbr> 29<abbr class="hilfe" title="verso">v</abbr>) aus einer spanischen Pesach-Haggada (<span lang="en" xml:lang="en">John Rylands</span> Universitätsbibliothek in <span lang="en" xml:lang="en">Manchester</span>) zeigt am unteren Bildrand einen Hasenjäger, dessen schwarz-weiß gefleckter Hund einen Hasen jagt. Der gefleckte Hund symbolisiert die Inquisition, die einen Juden (Hasen) verfolgt. Repräsentanten der Inquisition waren die Dominikaner, deren Ordenskleid schwarz-weiß ist.</p>
<p class="centered"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://der-transkribierer.at/bilder/rylandsGR.jpg" width="550" height="335" alt="Jagdszene in der John Rylands Haggada" /></p>
<p>Die Jagdszenen sind ein Symbol für die Verfolgung der Juden, die Hunde und Jäger daher das Symbol für die christliche Kirche. Da solche Jagdszenen auch in der christlichen Kunst ohne ideologische Hintergründe verbreitet waren, konnten auf diese Weise antijüdische Haltungen zum Ausdruck gebracht werden.<br />
<div class="clearfix">&nbsp;</div></p>
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