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	Kommentare zu: Tachauer Izsak &#8211; 19. Mai 1887	</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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		Von: Chaya-Bathya (Claudia) Markovits		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chaya-Bathya (Claudia) Markovits]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2017 13:14:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachruf auf R. Isaak Tachauer:

Jüdische Presse (Berlin), 18. Jg., Nr. 23 (9. Juni 1887), S. 240–241:

F. F. Eisenstadt 3. Juni. (Orig.-Corr.) Ein edles Leben, reich an Tugenden ist erloschen; unser ehrwürdiger Rabbinatsassessor Rabbi Isaak Tachauer ist am 19. Mai von seiner irdischen Laufbahn abberufen worden. Vor kurzer Zeit feierte der Verblichene sein 50jähriges Hochzeitsjubiläum, zahlreiche Deputationen der hiesigen Gemeinde erschienen bei dem Jubilar, und den Grundton aller Glücksegnungen bildete der Wunsch, daß es dem hochverehrten Greise vergönnt sein möge, den Abend seines vielbewegten Lebens in froher Ruhe zu genießen, und noch eine lange Reihe von Jahren, wie bisher, den Samen des Edlen und Guten auszustreuen. Diesem Wunsche ist leider die Erfüllung versagt worden. Von seines Lebens letzten Gange, einen Trauungsakt zu vollziehen, am 19. Mai zurückgekehrt, wurde er, von einer heftigen inneren Krankheit, welche von Tag zu Tag größere Dimensionen annahm. auf&#039;s Krankenlager gebannt. Es wurden seitens des Gemeindevorstandes sogleich die bestrenommirten Aerzte befolgend, einen Professor aus Wien zu berufen, um eine Operation zu unternehmen. Fort und fort wurden im Tempel die üblichen Psalmgebete wiederholt, reichliche Spenden ausgetheilt, man that Alles, um das Leben des Theuern zu erhalten; aber alle Anstrengungen blieben erfolglos. Einige Stunden nach der Operation hauchte er seine edle Seele aus. Wahrlich, die Feder ist zu schwach, um den großen Schmerz zu schildern, der unsere Gemeinde mit diesem Schlage erschütterte. Rabbi Isaak Tachauer war ein Mann von seltenen Eigenschaften und geradezu erstaunlicher Gelehrsamkeit. Begeistert und erglüht für die ewigen Wahrheiten seines heiligen Berufes, hat er mit einer wahrhaft bewunderungswürdigen Gewissenstreue, mit der edelsten Selbstverleugnung sein Amt volle 45 Jahre verwaltet. Die Wahrhaftigkeit, der Grundzug seines Wesens, bethätigte er in Lehre und Leben, daher haßte er jede pilpulistisch-irrlichternde Dialektik, die sich von der realen, nüchtern-logischen Forschung entfernt, haßte er jede Richtung, die, nach welcher Seite immer über den Schulchan-Aruch [das religionsgesetzliche Kompendium, dessen Vorschriften für den orthodoxen Juden verbindlich sind] hinausging, und von daher auch consequentermaßen ein eifriger Gegner aller ex[z]entrischen Bestrebungen, welche sich zur tiefen Trauer aller Talmide-Chachamim [rabbinischen Gelehrte] der alten Schule auch in Ungarn eingenistet haben. [Damit dürfte der Chassidismus gemeint sein.] Der imposante Leichenzug gab Zeugniß von der Liebe und Verehrung, die er sich durch sein stilles Wirken, durch seine edle Bescheidenheit erworben. Trotz des nahenden Sabbath eilten Viele von Nah und Fern hierher, um dem großen Todten die letzte Ehre zu erweisen, darunter der Sohn des Verstorbenen Herr Dr. G. [Gustav / Gedalja] Tachauer, Director des Lehrerseminars in Würzburg, Rabbiner Alt aus Kobersdorf, Rabbiner Grünwald aus Oedenburg u. A. In seiner edlen Bescheidenheit hatte der Verblichene jede Trauerrede ausdrücklich verboten, doch hielt unser verehrter Herr Rabbiner Kuttna am darauffolgenden Sonntag in der Synagoge eine Gedächtnißrede, in welcher er mit herzergreifenden Worten die Größe des Verlustes, den die Gemeinde zu betrauern hat, schildern und dieselbe ermahnte, die Lehren und das Vorbild ihres heimgegangenen Lehrers zu beherzigen. תנצב&quot;ה.

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/4814209]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachruf auf R. Isaak Tachauer:</p>
<p>Jüdische Presse (Berlin), 18. Jg., Nr. 23 (9. Juni 1887), S. 240–241:</p>
<p>F. F. Eisenstadt 3. Juni. (Orig.-Corr.) Ein edles Leben, reich an Tugenden ist erloschen; unser ehrwürdiger Rabbinatsassessor Rabbi Isaak Tachauer ist am 19. Mai von seiner irdischen Laufbahn abberufen worden. Vor kurzer Zeit feierte der Verblichene sein 50jähriges Hochzeitsjubiläum, zahlreiche Deputationen der hiesigen Gemeinde erschienen bei dem Jubilar, und den Grundton aller Glücksegnungen bildete der Wunsch, daß es dem hochverehrten Greise vergönnt sein möge, den Abend seines vielbewegten Lebens in froher Ruhe zu genießen, und noch eine lange Reihe von Jahren, wie bisher, den Samen des Edlen und Guten auszustreuen. Diesem Wunsche ist leider die Erfüllung versagt worden. Von seines Lebens letzten Gange, einen Trauungsakt zu vollziehen, am 19. Mai zurückgekehrt, wurde er, von einer heftigen inneren Krankheit, welche von Tag zu Tag größere Dimensionen annahm. auf&#8217;s Krankenlager gebannt. Es wurden seitens des Gemeindevorstandes sogleich die bestrenommirten Aerzte befolgend, einen Professor aus Wien zu berufen, um eine Operation zu unternehmen. Fort und fort wurden im Tempel die üblichen Psalmgebete wiederholt, reichliche Spenden ausgetheilt, man that Alles, um das Leben des Theuern zu erhalten; aber alle Anstrengungen blieben erfolglos. Einige Stunden nach der Operation hauchte er seine edle Seele aus. Wahrlich, die Feder ist zu schwach, um den großen Schmerz zu schildern, der unsere Gemeinde mit diesem Schlage erschütterte. Rabbi Isaak Tachauer war ein Mann von seltenen Eigenschaften und geradezu erstaunlicher Gelehrsamkeit. Begeistert und erglüht für die ewigen Wahrheiten seines heiligen Berufes, hat er mit einer wahrhaft bewunderungswürdigen Gewissenstreue, mit der edelsten Selbstverleugnung sein Amt volle 45 Jahre verwaltet. Die Wahrhaftigkeit, der Grundzug seines Wesens, bethätigte er in Lehre und Leben, daher haßte er jede pilpulistisch-irrlichternde Dialektik, die sich von der realen, nüchtern-logischen Forschung entfernt, haßte er jede Richtung, die, nach welcher Seite immer über den Schulchan-Aruch [das religionsgesetzliche Kompendium, dessen Vorschriften für den orthodoxen Juden verbindlich sind] hinausging, und von daher auch consequentermaßen ein eifriger Gegner aller ex[z]entrischen Bestrebungen, welche sich zur tiefen Trauer aller Talmide-Chachamim [rabbinischen Gelehrte] der alten Schule auch in Ungarn eingenistet haben. [Damit dürfte der Chassidismus gemeint sein.] Der imposante Leichenzug gab Zeugniß von der Liebe und Verehrung, die er sich durch sein stilles Wirken, durch seine edle Bescheidenheit erworben. Trotz des nahenden Sabbath eilten Viele von Nah und Fern hierher, um dem großen Todten die letzte Ehre zu erweisen, darunter der Sohn des Verstorbenen Herr Dr. G. [Gustav / Gedalja] Tachauer, Director des Lehrerseminars in Würzburg, Rabbiner Alt aus Kobersdorf, Rabbiner Grünwald aus Oedenburg u. A. In seiner edlen Bescheidenheit hatte der Verblichene jede Trauerrede ausdrücklich verboten, doch hielt unser verehrter Herr Rabbiner Kuttna am darauffolgenden Sonntag in der Synagoge eine Gedächtnißrede, in welcher er mit herzergreifenden Worten die Größe des Verlustes, den die Gemeinde zu betrauern hat, schildern und dieselbe ermahnte, die Lehren und das Vorbild ihres heimgegangenen Lehrers zu beherzigen. תנצב&#8221;ה.</p>
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