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	Kommentare zu: Pollak Israel &#8211; 16. Dezember 1886	</title>
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	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
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		Von: Chaya-Bathya (Claudia) Markovits		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chaya-Bathya (Claudia) Markovits]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2017 07:05:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachruf auf R. Esriel Pollak:

Jüdische Presse (Berlin), Nr. 1 (6. Jänner 1887), S. 6:

Eisenstadt, 24. Dezember, (Orig,-Corr.) Am vergangenen Sabbath verschied hier ein Edler, der seit einem halben Jahrhundert der Gemeinde zurgrößten Zierde gereichte: Rabbi Esriel Pollak, mit welchem wieder Einer der schon so außerordentlich Wenigen dahingegangenen, die sich dem Thorastudium nicht &quot;als Spaten um damit zu graben,&quot; sondern nur um seiner selbst willen ergeben. Als langjähriger Schüler der beiden Gestirne erster Größe, R. Hirsch Charif in Bonyhad und R. Mosche Sofer, in Preßburg war er durch eigene, sehr bedeutsame Begabung befähigt, Rabbiner der größten Gemeinde zu werden; aber so unausgesetzt er auch der heiligen Lehre anhing, ja ihr jede freie Minute widmete, verschmähte er es dennoch, sie zum Broderwerbe zu degradiren; er wählte vielmehr zu diesem die zweite &quot;Säule der Welt&quot; die Awodah [hier: Gebet]. Mit einer wunderbar melodischen Stimme begnadet, die schon seinen großen Lehrer Rabbi Mose Sofer außerordentlich ergötzte, fungirte er als – Vorbeter. Wenige Leser werden eine Vorstellung von dem mächtigen Eindrucke haben, den dieser &quot;Cantor&quot; bei den Zuhörern hervorzurufen, wie er dieselben zur höchsten Andacht emporzuheben vermochte. Wußte man ja, daß dieser &quot;Gemeindedelegat&quot;[heb. scheliach zibbur] ein Talmud(!)-Chacham [richtig: Talmid-Chacham = rabbinischer Gelehrter] ersten Grades und von rührender Frömmigkeit durchdrungen war. Aber dieser Gottesmann beschränkte sich durchaus nicht auf seinen Gemeindedienst; viele Decennien hindurch, solange überhaupt seine Kraft nicht versagte, entwickelte er auf dem Gebiete des Wohlthuns eine wahrhaft bewundernswürdige Thätigkeit. Unverdrossen und unausgesetzt klopfte er an die Thüren der wohlhabenden Mitglieder der Gemeinde, und bei der Liebe, mit der ihm Alle entgegenkamen und bei der Hochachtung, die man für ihn fühlte, waren seine Bemühungen meist von Erfolg gekrönt; ja er erstreckte diese Thätigkeit des Edelmuthes nicht nur auf Vorkommnisse in seiner, sondern auch auf solche in den Nachbarsgemeinden, zwischen denen von jeher eine gewisse Wahlverwandtschaft existirte. – Seit ungefär 12 Jahren nahmen seine Kräfte merklich ab, und der später erfolgte Tod seiner Frau erschütterte ihn so sehr, daß sein Verstand fast umnachtet wurde. Doch erholte er sich hievon und gewann die Sammlung des Geistes wieder, zur geliebten Thora zurückzukehren, der er, längst pensionirt, bis an sein Lebensende unausgesetzt sich hingab. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die ganze Gemeinde ihrem theuren, so verdienstvollen Freunde die letzte Ehre erwies. Herr Rabbinats-Assessor J. Tachauer gab im Trauerhause und der Herr Rabb. S. Kuttna auf dem Begräbnißplatze dem großen Verluste der Gemeinde einen würdigen Ausdruck תנצב&quot;ה.

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/4813974]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachruf auf R. Esriel Pollak:</p>
<p>Jüdische Presse (Berlin), Nr. 1 (6. Jänner 1887), S. 6:</p>
<p>Eisenstadt, 24. Dezember, (Orig,-Corr.) Am vergangenen Sabbath verschied hier ein Edler, der seit einem halben Jahrhundert der Gemeinde zurgrößten Zierde gereichte: Rabbi Esriel Pollak, mit welchem wieder Einer der schon so außerordentlich Wenigen dahingegangenen, die sich dem Thorastudium nicht &#8220;als Spaten um damit zu graben,&#8221; sondern nur um seiner selbst willen ergeben. Als langjähriger Schüler der beiden Gestirne erster Größe, R. Hirsch Charif in Bonyhad und R. Mosche Sofer, in Preßburg war er durch eigene, sehr bedeutsame Begabung befähigt, Rabbiner der größten Gemeinde zu werden; aber so unausgesetzt er auch der heiligen Lehre anhing, ja ihr jede freie Minute widmete, verschmähte er es dennoch, sie zum Broderwerbe zu degradiren; er wählte vielmehr zu diesem die zweite &#8220;Säule der Welt&#8221; die Awodah [hier: Gebet]. Mit einer wunderbar melodischen Stimme begnadet, die schon seinen großen Lehrer Rabbi Mose Sofer außerordentlich ergötzte, fungirte er als – Vorbeter. Wenige Leser werden eine Vorstellung von dem mächtigen Eindrucke haben, den dieser &#8220;Cantor&#8221; bei den Zuhörern hervorzurufen, wie er dieselben zur höchsten Andacht emporzuheben vermochte. Wußte man ja, daß dieser &#8220;Gemeindedelegat&#8221;[heb. scheliach zibbur] ein Talmud(!)-Chacham [richtig: Talmid-Chacham = rabbinischer Gelehrter] ersten Grades und von rührender Frömmigkeit durchdrungen war. Aber dieser Gottesmann beschränkte sich durchaus nicht auf seinen Gemeindedienst; viele Decennien hindurch, solange überhaupt seine Kraft nicht versagte, entwickelte er auf dem Gebiete des Wohlthuns eine wahrhaft bewundernswürdige Thätigkeit. Unverdrossen und unausgesetzt klopfte er an die Thüren der wohlhabenden Mitglieder der Gemeinde, und bei der Liebe, mit der ihm Alle entgegenkamen und bei der Hochachtung, die man für ihn fühlte, waren seine Bemühungen meist von Erfolg gekrönt; ja er erstreckte diese Thätigkeit des Edelmuthes nicht nur auf Vorkommnisse in seiner, sondern auch auf solche in den Nachbarsgemeinden, zwischen denen von jeher eine gewisse Wahlverwandtschaft existirte. – Seit ungefär 12 Jahren nahmen seine Kräfte merklich ab, und der später erfolgte Tod seiner Frau erschütterte ihn so sehr, daß sein Verstand fast umnachtet wurde. Doch erholte er sich hievon und gewann die Sammlung des Geistes wieder, zur geliebten Thora zurückzukehren, der er, längst pensionirt, bis an sein Lebensende unausgesetzt sich hingab. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die ganze Gemeinde ihrem theuren, so verdienstvollen Freunde die letzte Ehre erwies. Herr Rabbinats-Assessor J. Tachauer gab im Trauerhause und der Herr Rabb. S. Kuttna auf dem Begräbnißplatze dem großen Verluste der Gemeinde einen würdigen Ausdruck תנצב&#8221;ה.</p>
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