<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: Kutna Katharina &#8211; 01. November 1903	</title>
	<atom:link href="https://der-transkribierer.at/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/kutna-katharina-01-november-1903/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://der-transkribierer.at/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/kutna-katharina-01-november-1903/</link>
	<description>Leiden und Freuden eines Inschriftentüftlers.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 12 Jan 2023 20:04:05 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>
	<item>
		<title>
		Von: Chaya-Bathya (Claudia) Markovits		</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/kutna-katharina-01-november-1903/#comment-8600</link>

		<dc:creator><![CDATA[Chaya-Bathya (Claudia) Markovits]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2017 07:36:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=4282#comment-8600</guid>

					<description><![CDATA[[Fortsetzung] Im Sterbehause, dessen Räume die große Zahl der Erschienenen kaum zu fassen vermochten, widmete der älteste Enkel, Herr M. A. Fürst – Wien, der Großmutter tiefergreifende Abschiedsworte, welche dem eigenen Danke und dem der Bachurim [Jeschiwa-Studenten] Ausdruck gaben für all&#039; die Wohlthaten, die sie in dem gastfreundlichen Hause der Verklärten empfingen. Als dann auf dem Friedhofe der greise Gatte seinem tiefen, gerechten Schmerze Worte des Nachrufs abrang, blieb sein Auge thränenleer. An der Hand zahlreicher, sinnig erklärter Bibel- und Midrasch-Sätze entrollte er in der ihm eigenen redegewaltigen, lichtvollen Weise ein getreues Lebensbild der theuren Lebensgefährtin, welche, der Stammutter Sara gleichend, als aufopferungsvolle, hingebende Gattin, Mutter und Großmutter selbstlos nur Anderen lebte, buchstäblich sich selbst den Bissen vom Munde abkargte, um ihn den Hungernden zu reichen. Eine mächtige Bewegung ging durch alle Anwesenden, als Redner jenen Midrasch deutete, der erzählt, daß das Alter, die Betagtheit von Abraham, erst nach dem Hintritte Sara&#039;s empfunden wurde, daß er wohl schon früher den Jahren noch ein Greis gewesen, daß aber die Last der Jahre ihn erst bedrückte, nachdem die Gattin von seiner Seite gerissen war: erst nach dieser Heimsuchung wird berichtet, daß er בא בימים [in die Jahre gekommen war]. –
Sodann sprach der Schwiegersohn, der Rabbiner der Wiener &quot;Schiffschul&quot; Herr R. J. [Jeschaja] Fürst, welcher, an den Wehruf אדם מאלף אחד מצאתי ואשה בכל אלה לא מצאתי [einen Menschen unter tausend fand ich, aber unter allen diesen nicht eine Frau] anknüpfend, die Entschlafene als die Idealgestalt echt jüdischer Frauentugenden feierte und den Empfindungen des Dankes für all&#039; die reiche Liebe und Sorgfalt erschütternden Ausdruck gab, welche die Heimgegangene ihm selbst während der im Hause der Schwiegereltern verlebten Jahre gewidmet, welche es ihm ermöglicht hat,in sorgenloser Hingebung dem Thora-Studium zu obliegen und so für seinen künftigen Beruf sich heranzubilden. Nachdem sodann der Schwager, Herr Oberrabbiner Fischer – Eperies, und Herr Oberrabbiner Grünwald – Oedenburg gesprochen, wurden die sterblichen Reste dem Schooße der Erde übergeben, und wir schieden von dem frischen Grabhügel mit dem einhelligen Bewußtsein, daß eine der Edelsten und Besten, eine Zierde ihres Geschlechts aus unserer Mitte geschieden ist. תנצב&quot;ה.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Fortsetzung] Im Sterbehause, dessen Räume die große Zahl der Erschienenen kaum zu fassen vermochten, widmete der älteste Enkel, Herr M. A. Fürst – Wien, der Großmutter tiefergreifende Abschiedsworte, welche dem eigenen Danke und dem der Bachurim [Jeschiwa-Studenten] Ausdruck gaben für all&#8217; die Wohlthaten, die sie in dem gastfreundlichen Hause der Verklärten empfingen. Als dann auf dem Friedhofe der greise Gatte seinem tiefen, gerechten Schmerze Worte des Nachrufs abrang, blieb sein Auge thränenleer. An der Hand zahlreicher, sinnig erklärter Bibel- und Midrasch-Sätze entrollte er in der ihm eigenen redegewaltigen, lichtvollen Weise ein getreues Lebensbild der theuren Lebensgefährtin, welche, der Stammutter Sara gleichend, als aufopferungsvolle, hingebende Gattin, Mutter und Großmutter selbstlos nur Anderen lebte, buchstäblich sich selbst den Bissen vom Munde abkargte, um ihn den Hungernden zu reichen. Eine mächtige Bewegung ging durch alle Anwesenden, als Redner jenen Midrasch deutete, der erzählt, daß das Alter, die Betagtheit von Abraham, erst nach dem Hintritte Sara&#8217;s empfunden wurde, daß er wohl schon früher den Jahren noch ein Greis gewesen, daß aber die Last der Jahre ihn erst bedrückte, nachdem die Gattin von seiner Seite gerissen war: erst nach dieser Heimsuchung wird berichtet, daß er בא בימים [in die Jahre gekommen war]. –<br />
Sodann sprach der Schwiegersohn, der Rabbiner der Wiener &#8220;Schiffschul&#8221; Herr R. J. [Jeschaja] Fürst, welcher, an den Wehruf אדם מאלף אחד מצאתי ואשה בכל אלה לא מצאתי [einen Menschen unter tausend fand ich, aber unter allen diesen nicht eine Frau] anknüpfend, die Entschlafene als die Idealgestalt echt jüdischer Frauentugenden feierte und den Empfindungen des Dankes für all&#8217; die reiche Liebe und Sorgfalt erschütternden Ausdruck gab, welche die Heimgegangene ihm selbst während der im Hause der Schwiegereltern verlebten Jahre gewidmet, welche es ihm ermöglicht hat,in sorgenloser Hingebung dem Thora-Studium zu obliegen und so für seinen künftigen Beruf sich heranzubilden. Nachdem sodann der Schwager, Herr Oberrabbiner Fischer – Eperies, und Herr Oberrabbiner Grünwald – Oedenburg gesprochen, wurden die sterblichen Reste dem Schooße der Erde übergeben, und wir schieden von dem frischen Grabhügel mit dem einhelligen Bewußtsein, daß eine der Edelsten und Besten, eine Zierde ihres Geschlechts aus unserer Mitte geschieden ist. תנצב&#8221;ה.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Chaya-Bathya (Claudia) Markovits		</title>
		<link>https://der-transkribierer.at/burgenland/juengerer-juedischer-friedhof-eisenstadt/kutna-katharina-01-november-1903/#comment-8598</link>

		<dc:creator><![CDATA[Chaya-Bathya (Claudia) Markovits]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2017 07:32:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=4282#comment-8598</guid>

					<description><![CDATA[Nachruf für Katharina Kutna:

Jüdische Presse (Berlin), 34. Jg., Nr. 45 (12. November 1903), S. 502:

Eisenstadt, 6. November. (Eig. Mitth.) Unser allverehrter Herr Oberrabbiner Kuttner נ&quot;י  [נרו יאיר = sein Licht leuchte] hat einen schweren, unersetzlichen Verlust erlitten: seine edle, gute Gattin, die seit fünf Jahren kränkelte, wurde ihm durch den Tod entrissen; am vorigen Sonntag ist die Neunundsechzigjährige sanft hinübergeschlummert in die Ewigkeit. Wer diese ausgezeichnete Frau gekannt, vermag die Schwere des Verlustes zu ermessen, den ihr Ableben für den tiefgebeugten Gatten bedeutet, dem sie zweiundfünfzig Jahre hindurch eine treue Beratherin und Helferin in seinen gottgeweihten Bestrebungen gewesen. Eine würdige Tochter des großen unvergeßlichen Rabbi Gottlieb Fischer זצ&quot;ל [זכר צדיק לברכה = das Andenken des Gerechten sei zum Segen] in Stuhl-Weißenburg, bewährte sich die Entschlafene zeitlebens als eine אשת חיל [wackere Frau] in des Wortes schönster, umfassendster Bedeutung, als der gute Genius ihres Gatten, als die fürsorgliche Förderin der Thora-Jünger, die zu dessen Füßen saßen, als eine Mutter der heimischen Armen und derjenigen, die hilfesuchend hierherkamen, als die unermüdliche Gönnerin der Wittwen und Waisen, und nach Hunderten zählen die Bräute, denen si durch Vermittelung der Aussteuer das Eheglück begründen half. Eine Hohepriesterin echtjüdischen Wohlthuns in allen jenen Bethätigungen, hat die Verklärte namentlich auf dem Gebiete der Hachnassath Kallah [Unterstützung für Bräute] und der Hachnassath Orchim [Gastfreundschaft] wahrhaft Bewundernswerthes vollbracht. Die ungetheilte Liebe und Verehrung, welche der Verblichenen entgegengebracht wurde, gab sich bei dem am Dienstag stattgehabten Leichenbegängnisse ergreifend kund. Aus den Nachbargemeinden Oedenburg, Mattersdorf, Deutsch-Kreutz, etc. hatten sich an der Spitze größerer Deputationen  die Rabbiner, bez. die Rabbinats-Assessoren eingefunden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachruf für Katharina Kutna:</p>
<p>Jüdische Presse (Berlin), 34. Jg., Nr. 45 (12. November 1903), S. 502:</p>
<p>Eisenstadt, 6. November. (Eig. Mitth.) Unser allverehrter Herr Oberrabbiner Kuttner נ&#8221;י  [נרו יאיר = sein Licht leuchte] hat einen schweren, unersetzlichen Verlust erlitten: seine edle, gute Gattin, die seit fünf Jahren kränkelte, wurde ihm durch den Tod entrissen; am vorigen Sonntag ist die Neunundsechzigjährige sanft hinübergeschlummert in die Ewigkeit. Wer diese ausgezeichnete Frau gekannt, vermag die Schwere des Verlustes zu ermessen, den ihr Ableben für den tiefgebeugten Gatten bedeutet, dem sie zweiundfünfzig Jahre hindurch eine treue Beratherin und Helferin in seinen gottgeweihten Bestrebungen gewesen. Eine würdige Tochter des großen unvergeßlichen Rabbi Gottlieb Fischer זצ&#8221;ל [זכר צדיק לברכה = das Andenken des Gerechten sei zum Segen] in Stuhl-Weißenburg, bewährte sich die Entschlafene zeitlebens als eine אשת חיל [wackere Frau] in des Wortes schönster, umfassendster Bedeutung, als der gute Genius ihres Gatten, als die fürsorgliche Förderin der Thora-Jünger, die zu dessen Füßen saßen, als eine Mutter der heimischen Armen und derjenigen, die hilfesuchend hierherkamen, als die unermüdliche Gönnerin der Wittwen und Waisen, und nach Hunderten zählen die Bräute, denen si durch Vermittelung der Aussteuer das Eheglück begründen half. Eine Hohepriesterin echtjüdischen Wohlthuns in allen jenen Bethätigungen, hat die Verklärte namentlich auf dem Gebiete der Hachnassath Kallah [Unterstützung für Bräute] und der Hachnassath Orchim [Gastfreundschaft] wahrhaft Bewundernswerthes vollbracht. Die ungetheilte Liebe und Verehrung, welche der Verblichenen entgegengebracht wurde, gab sich bei dem am Dienstag stattgehabten Leichenbegängnisse ergreifend kund. Aus den Nachbargemeinden Oedenburg, Mattersdorf, Deutsch-Kreutz, etc. hatten sich an der Spitze größerer Deputationen  die Rabbiner, bez. die Rabbinats-Assessoren eingefunden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
